Leserbriefe

Was sagen andere ...



Die Schuld der Jungen

Begegnung: Das Böse ist immer und überall - aber was ist es genau? Die Ärztin Nahlah Saimeh und der Theologe Ingolf Dalferth diskutieren über die dunk­len Seiten im Menschen   chrismon plus Nr. 2/2010
In dieser Begegnung hat mir die Bemerkung von Ingolf Dalferth besonders gut gefallen, in der er sich über den Sinn von Entschuldigungen äußert. Kernfrage: Kann ich mich für Taten entschuldigen, die ein anderer begangen hat? Nein, und dies wünsche ich mir auch für den Umgang mit allen historischen Geschehnissen, die mit Gewalt und Blutvergießen verbunden waren und die man mit Recht ablehnt - aber eben aus heutiger moralischer Sicht und aus der Gewalterfahrung des 20. Jahrhunderts. Zum Beispiel sind plakative Kollektiventschuldigungen der Nachfahren der Kolonialherren bei den Nachfahren der Ureinwohner Effekthascherei.

Dipl.-Ing. Matthias Roesner, Büttelborn

 

Diese "Begegnung" hat mein eigenes Denken vertieft und erweitert. Ich danke Ihnen, dass sie zwei so klare, glaubwürdige Menschen zusammengebracht haben - und ich danke den Beteiligten.

Hanne Bredschneijder, Landsberg/Lech

 

Das Böse ist Kennzeichen des Patriarchates, der Herrschaft des Vaters. Solange es die Einmanngottreligionen gibt, wird das Böse immer auf der Welt sein, und es wird immer Kriege geben.

Dipl.-Ing. Reinhard Vogeler, Schmergow

 

 

Geliebte Unvernunft

Was ich notiert habe: Darf man den pubertären Sohn bei Minusgraden im T-Shirt vor die Tür lassen? Und im tiefen Winter im offenen Cabrio fahren?   chrismon plus Nr. 2/2010
Ihnen ist das Heft wieder sehr gelungen. Über Arnd Brummers Kolumne "Was man mit alten ­Geschichten erreicht, wenn es draußen bitterkalt ist" musste ich laut lachen. Genau diese Erfahrung habe ich in meiner Familie gemacht, herrlich! Ich freue mich immer, wenn chrismon in meinem Briefkasten liegt.

Margret Echternach (E-Mail)

 

 

Ist das Armut?

Titel: Alles muss raus! Millionär Karl Rabeder will arm und glücklich werden   chrismon plus Nr. 2/2010
Ich wundere mich, wie viel Raum Leuten gegeben wird, die nach langer Zeit des Der-Materie-­Hinterherlaufens erkennen, dass das nicht glücklich macht, und dann einen Hype drum machen, als wäre diese Erkenntnis was ganz Neues und ganz Besonderes. Einen alleinstehenden Menschen, der auch in Zukunft 1000 Euro netto im Monat zur Ver­fügung hat, kann ich nicht arm nennen, insbesondere dann nicht, wenn er die 1000 Euro "mit ein paar Stunden Arbeit" verdienen kann.

Karin Burger, Hamburg

 

Nach 20 Jahren zu dritt auf 48 Quadratmetern habe ich, alleinerziehende Kleinselbstständige auf seligmachendem Hartz-IV-Niveau, mich so weit selbst gefunden, dass ich eine Villa mit Alpenblick (die selbst mit all unseren Möbeln noch angenehm leer wäre) und ein hohes Einkommen durchaus verkraften würde. Vielleicht kann ich mich ja für einen von Herrn Rabeders Mikrokrediten bewerben? Journalisten für ein Interview herzlich willkommen!

Betty Langhoff, Heidelberg

 

Vielen Dank für den Beitrag! Wirklich faszinierend!

Thelma von Freymann (E-Mail)

 

 

Herr Frau Minister Schwarzhaupt

Vorbilder: Die Politikerin Elisabeth Schwarzhaupt machte dem Parlament Beine. Seitdem sind Ehefrauen und -männer gleichberechtigt   chrismon plus Nr. 2/2010
Elisabeth Schwarzhaupt hatte es im Kabinett Konrad Adenauer nicht leicht: "Juten Morjen, meine Herren. Dat jilt auch für Sie, Frau Schwarzhaupt!"

Manfred Glombik, Hildesheim

 

Die Judaserzählung und ihre bösen Folgen

"Ich habe ihn nicht verraten!" Welche Schuld hat Judas aus Kariot? Verteidigungsrede eines Mannes, der an die Sache Jesu wirklich glaubte   chrismon plus Nr. 2/2010
Ich habe Ihre Judas-Verteidigungsrede mit einigem Schrecken gelesen. Sie wissen, dass die Evangelientexte vielfach redigiert sind und dass die Reaktionen der Personen nicht für bare Münze genommen werden dürfen. Gerade der Judaskomplex, an den sich so viele bis heute spürbare antijüdische Vorurteile hängen, ist ein solcher Fall. Erinnern Sie sich daran, wie viele sogenannte Prophetien aus dem Alten Testament hier als Belege eingebaut werden mussten, wie viele Hinweise auf Zahlen es gibt - die berühmten 30 Silberlinge etwa, die auf einen solchen alttestamentlichen Text verweisen sollen, obwohl es zu jesuanischer Zeit diese Währung nicht mehr gab, und dergleichen mehr. Auf dem Judaskomplex basieren die Beschimpfungen der Juden (auch der heutigen, leider) als treulos, verräterisch und geldgierig.

Ilse Neuhausen (E-Mail)

 

Zugespitzt gesagt könnte Jesus seinen Jünger Judas sogar um den Verrat gebeten haben, um den göttlichen Plan zur Kreuzigung und Auferstehung seiner Vollendung zuzuführen. Judas willigte ein, im Bewusstsein dafür als "Verräter" irrtümlich von aller Welt verkannt zu werden. Für den guten Zweck war es ihm das wert. Was für eine Dramatik! Das ist nicht meine Idee. Sie stammt aus dem rund 150##n.##Chr. geschriebenen "Judasevange­lium". Offenkundige Gedanken werden aber mindestens zweimal gedacht. So hat Klopstock in seinem "Messias" dem Judas ähnlich edle Motive unterstellt. Und Goethe dachte gemäß "Dichtung und Wahrheit" in gleicher Richtung.

Dr. Enrico Mönke, Berlin

 

Hoffnungsvolle Worte gegen die Nazis

Mission Mensch. Im brandenburgischen Joachimsthal bietet die Pfarrerin Bea Spreng den Rechtsradikalen die Stirn   chrismon plus Nr. 2/2010
Der Artikel hat mir sehr gut gefallen und ich möchte Ihnen danken, dass Sie sich mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen. Besonders gefällt mir der hoffnungsvolle Tonfall des Artikels: Im Mittelpunkt stehen die Handlungen der Pastorin und die positiven Reaktionen der Gemeinde und eben nicht die Rechtsradikalen.

Philipp Becker (E-Mail)

 

 

Sport bringt Mehr Lebenserfüllung

Doppelpunkt von Sabine Horst: Sport ist die neue Leitkultur. Oder etwa doch nicht? Ein Plädoyer fürs gemütliche Sofa   chrismon plus Nr. 2/2010
Wie schade! Da könnte jemand an Leib und Leiblichkeit so viel Freude haben, könnte fühlen, dass sinnliches, geistiges und leibliches Wohlbehagen einander nicht im Wege stehen, sondern vielmehr ergänzen. Auch wäre es doch schön, wenn die postmoderne Gesellschaft den Leib genügend durch eigene Aktivität würdigen würde, statt nur einige wenige Aktive zu bestaunen. Bei aller medialen Sportgegenwart bewegen sich die meisten fast gar nicht. Auch für die hier angesprochene Lidl-Verkäuferin und den VW-Monteur wäre der Ausgleich mit dem eigenen Leib ein Mehr an Lebenserfüllung statt ein Mehr vom Feind, vom Bösen in uns. Und: Nach erfüllender Bewegung lässt es sich gut entspannen. Hier wird eine Dicho­tomisierung betrieben, die auf Argwohn und Angst gründet.

Prof. Dr. Marcus Schiltenwolf, Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg

 

 

Ort der Sehnsucht

Über Gräbern weht der Wind: Nach 67 Jahren stehen Sohn und Enkel eines Gefallenen zum ersten Mal an dessen Grab in Rshew/Russland   chrismon plus Nr. 1/2010
Auch mein Vater ist Ende Juli 1942 in der Nähe von Rshew, genauer: circa 15 Kilometer östlich der Stadt Subzow, gefallen. Seit 1998 versuche ich, sein Grab zu finden. Einziger Erfolg bis jetzt: Ich habe den Todesort rKromsino, heute Karamzino, gefunden. Auch ich plane eine Reise nach Rshew zu unternehmen. Der Gedanke, einmal den Boden zu berühren, auf dem mein ­Vater sein junges Leben lassen musste, versetzt mich schon jetzt in Unruhe. Es wäre mein sehnlichster Wunsch, dies zu ­erleben.

Horst Henkel (E-Mail)

 

 

Hilfe annehmen, bevor Porzellan zerbricht

Titelgeschichte: Dicke Luft im Stall - glückliche Kühe, zu­friedene Menschen? Auf dem Land bringen Familienberater Bauern zum Sprechen   chrismon plus Nr. 12/2009
Welch vorzüglicher Artikel für ­alle Familienunternehmen und -unternehmer! Er schildert so bildhaft, welche Themen "virulent" sein können und welche Ausblicke es geben kann, wenn man sich traut, aus dem Fami­liensystem herauszutreten und Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen. Dieser Weg scheint für viele Familienunternehmen nicht möglich, obwohl das schon entstandene Leid auf allen betroffenen Seiten so offensichtlich und kaum aushaltbar ist. Ich ­werde Ihren Artikel gern zur ­Anregung für meine Klienten ­nutzen, die sich getraut haben, Beratung einzuholen. Ich hoffe, dass er auch den anderen Mut macht, Beratung einzuholen, bevor das Porzellan unwiderruflich zerbrochen ist.

Anne Kimmle, Diplom-Psychologin (E-Mail)

 

 

"Selbstbedankung"

Was ich notiert habe: Ich musste mich für sein Vertrauen bedanken   chrismon plus Nr. 1/2010
Ihr Magazin lese ich regelmäßig und gern. Aufgefallen ist mir in der aktuellen Nummer die Überschrift zu Ihrer Kolumne. Die deutsche Sprache bietet treffende Ausdrucksmöglichkeiten zum Begriff "danken", zum Beispiel: "Dank sagen", "vielen Dank", "herzlichen Dank" und natürlich schlicht "danke". Muss es denn immer die zwar übliche, jedoch widersprüchliche "Selbstbedankung" sein: "Ich bedanke mich"?

Ulrich Werner, München

 

 

Schokoküsse im Brötchen

Begegnung: Fernsehkoch Mirko Reeh und Wirtschaftsprofessorin Uta Meier-Gräwe wollen besseres Essen und keine "Mohren­köpfe im Brötchen" aus der Schulkantine mehr   chrismon plus Nr. 1/2010
Ich schätze chrismon sehr aufgrund des menschenfreundlichen und  engagierten Ansatzes. Fassungslos habe ich heute Morgen in "Kinder als Gourmetköche" die sprachliche Entgleisung bezüglich Schokoküssen gelesen und frage mich, wie Sie als Redak­tion das einfach so ins Blatt setzen können. Und es bedrückt mich, dass nicht so viel ­Basiskenntnisse über Rassismusdebatten vorhanden sind, dass man ein bestimmtes Vokabular als verletzend erkennt und des­wegen vermeidet.

Dr. Claudia Sußmann (E-Mail)

 

 

Interessante Beiträge

chrismon allgemein
Seit Ihre Zeitschrift der "FAZ" beiliegt, lesen meine Frau und ich die Beiträge mit großem Interesse. Gerade auch "Religion für Ein­steiger" ist eine gute und wichtige Rubrik. Machen Sie weiter so, wir freuen uns auf das nächste Heft.

Rolf Wäsche (E-Mail)

 

 

Hat Gott seinen Sohn im Stich gelassen?

Kurz gefragt: Was beklagte ­Jesus in seinen letzten Worten am Kreuz - seine Gottver­lassenheit oder dass er von seinem Vater geopfert wird?   chrismon plus Nr. 1/2010
Ihre Antwort auf die Frage zu den letzten Worten Jesu am Kreuz hat mir gut gefallen. Ihre richtige Bemerkung, dass Aussagen im Neuen Testament nicht immer biografischen Wert haben, sondern auch Ausdruck einer speziellen Theologie des Schreibers sind, kann man natürlich auch auf die Worte Jesu am Kreuz ­anwenden. Niemand weiß, was Jesus am Kreuz gesagt, geschrien  hat. Dass Jesus seine Mutter dem Johannes anvertraut hat, gegen alle Regeln und gegen alle Wahrscheinlichkeit, ist doch wohl auch späte Gemeindetheologie, hat sie doch bei ihrem Sohn Jakobus in Jerusalem gelebt und ist dort, in der Urgemeinde, wohl auch gestorben. Ich möchte ­keiner Nachricht von der Todesstunde am Kreuz Glauben schenken, zu viel Wunschdenken der Urgemeinde hängt daran. Und ich finde es gut so! Ob Jesus in seiner Todesnot schier verzweifelte, ob er als frommer Jude die Kraft hatte, diesen Psalm zu ­beten: Niemand weiß es. Ein letztes Geheimnis darf es zwischen Vater und Sohn doch geben. Alle Erklärung ist individuelle Theo­logie und Anmaßung.

Dr. Ludwig Blendinger, Nennslingen

 

 

Nur Mit Querbalken

Religion für Einsteiger: Gibt es Zufälle in der Bibel - wo dort doch alles seine feste Ordnung und Dramaturgie hat?   chrismon plus Nr. 1/2010
Simon von Cyrene und der Feldarbeiter können für Jesus kein Kreuz getragen haben. Nach altorientalischem und griechisch-römischem Brauch war es üblich, die zum Tode Verurteilten ausschließlich mit dem Querbalken über den Schultern zum Richtpfahl zu führen. - Wir sollten der hunderttausendfach Gekreuzig­ten des Altertums gedenken, um den Todeswahn endgültig zu ­ächten und zu überwinden!

Alfred Schubert, Steinhude

 

 

Zum jugodi oder lieber zum fagodi?

Erledigt: Blöde Abkürzungen   chrismon plus Nr. 1/2010
Frau Otts Kolumne hat jedes Mal meine herzliche Zustimmung. ­Ihrer zuletzt geschriebenen füge ich noch ein besonders krasses Beispiel an, das man oft, viel zu oft, in kirchlichen Veröffent­lichungen findet: "Gottesdienst" abgekürzt als "Godi" oder "godi" oder "GoDi"; für die Schreibweise scheint es noch keine festen Regeln zu geben. Aber gesprochen klingt es "Gaudi" sehr
ähnlich. Und es gibt viele Kombinationen wie "JuGodi" (Ju­gend­gottesdienst), "FaGodi" (Familien­gottesdienst). Und wenn dazu noch "evangelisch" zu "ev." verkümmert wird, lässt "ev.-luth." auch noch an "eingetragener Verein" denken.

Wolfgang Pavel, Gerbrunn

 

 

Berichtigung Georg Neumark statt Paul Gerhardt

Kolumne "Auf ein Wort" - Korrektur der Redaktion   chrismon plus Nr. 1/2010
Das Lied "Wer nur den lieben Gott lässt ­walten" stammt nicht von Paul Gerhardt, ­sondern von seinem Zeitgenossen Georg Neumark. Er schrieb erst 20-jährig, 1641, den Text und später die Melodie dazu. Vermutlich tat er dies in Kiel, wo Neumark durch die Wirren des Krieges einige Zeit verbringen musste. Johann Sebastian Bach hat sich mehrfach dieses Liedes angenommen. Im deutschen Kinofilm "Vaya con Dios" von 2002 singen drei Mönche einen eigens für den Film komponierten dreistimmigen Satz des Liedes a cappella. Wir bitten unsere Leser für den Fehler um Entschuldigung.

Die Redaktion

 

 

Blöde, komplexe Welt

Portal: Eisbärfelle und Geschirrtücher auf der Trockenleine   chrismon plus Nr. 12/2009
Das Beispiel des abgefellten Eisbären ist völlig daneben. Solche Sätze wie "Ach, blöde, komplexe Welt!" sind sowohl inhaltlich (die Welt an sich ist nicht blöde, höchstens die Menschen dieser Welt) wie auch sprachlich fehlerhaft. Es gibt keine einfache Welt, deshalb gibt es auch keine komplexe Welt. Komplex sind Strukturen in der Welt.

Franz Bartenschlager, E-Mail

 

Zum Thema Klimawandel scheint im Moment jeder etwas sagen oder schreiben zu müssen. Gerade die Inuit (bitte nicht Eskimos) als negatives Beispiel anzuführen, ist nicht korrekt. Die Bewohner der Arktis haben über Jahrhunderte klimaneutral Robben, Karibus und auch Eisbären gejagt, das Fleisch ge­gessen und aus Fellen Kleidung genäht. Diese Felle und Häute werden im Gegensatz zu Stoff nicht bretthart und gefrieren nicht, wenn sie nass werden. Das ist lebenswichtig bei Minustemperaturen. Diese Kultur wurde mit der Ankunft der Weißen zerstört. Heute sind die Inuit von Transferleistungen abhängig. Eisbären zu jagen, nicht nur alte und schwache, ist den Inuit auch heute noch erlaubt. Bei uns werden die Tiere oft unter fragwürdigen Bedingungen in Zoos gehalten. Inuit haben großen Respekt vor "dem großen wandernden Jäger", wie sie Eisbären nennen. Sie sehen sich selbst auf einer Stufe mit diesen Tieren, die selbst jagen und eben auch gejagt werden.

Ingrid Norbu, Berlin

 

 

Märchen oder Predigt?

chrismon-Umfrage: Was im Weihnachtsgottesdienst nicht fehlen darf    chrismon plus Nr. 12/2009
Für 83 Prozent der über 60-Jährigen ist eine gute Predigt das Wichtigste. Ja, so ist es. Wir haben in den Jahren um 1968 kritisches Denken gelernt und tun uns schwer damit, ge­duldig zuzuhören, wenn junge Pfarrer, Pfarrerinnen in der Predigt kleine Geschichten erzählen, die sie angeblich alle selbst erlebt haben. Wenn diese Geschichten eingeleitet werden mit "Eine ältere Dame fragte mich..." - und dann eine ziemlich dämliche Frage folgt, wissen wir sofort, dass schon die ­Rahmengeschichte nicht stimmt. Wie mag es dann erst um die religiösen Inhalte des Redens bestellt sein? Was wir uns wünschen, und nicht nur zur Weihnachtszeit, ist eine ­ordentliche, gut und zeitaufwendig vorbe­reitete evangelische Predigt, in der man uns nicht nach dem Munde reden muss, aber zu denken geben sollte.

Paola Theissmann, Bad Oeynhausen

 

 

Unglücklich ohne Hörner

Titelgeschichte: Dicke Luft im Stall - Glückliche Kühe, zufriedene Menschen? Auf dem Land bringen Familienberater Bauern zum Reden - eine mühevolle, aber wichtige Arbeit   chrismon plus Nr. 12/2009
Auf der Titelseite Ihres Magazins ist von "glücklichen Kühen" die Rede, aber auf dem Foto sieht man eine hornlose Kuh. Tiere, die so verstümmelt werden, glücklich zu nennen, halte ich für eine unglückliche Wortwahl. Die Zukunft der Landwirtschaft und das Glück von Mensch und Tier liegen doch in unserer Verantwortung.

Christian Doermer, Samerberg

 

 

Der Gott der Hirnforscher

Begegnung: Mord und Totschlag als Alltagsgeschäft? Das ist hart. Trotzdem finden Krimiautorin Gisa Klönne und Rechtsmediziner Michael Tsokos: Die Hoffnung stirbt zuletzt   chrismon plus Nr. 12/2009
Neurologen erzählen uns, Gott hause vermutlich irgendwo in der linken vorderen Hirnrinde. Meinetwegen mag er dort eine Dependance haben. Astrophysiker erklären uns die Entstehung der Schöpfung mit dem Urknall. Und woher kam dann das unendlich kleine und unendlich schwere Nichts, was den Urknall ausgelöst hat? Warum fühle ich mich in Gott geborgen? Warum finde ich bei Gott eine Adresse für meine Probleme, meine Freuden, meine Leiden? Und warum antwortet angeblich meine linke Hirnrinde mir und tröstet, ermuntert oder tadelt mich? Also sagen wir mal so, wenn ich ernsthaft darüber nachdenke: Ohne Gott mag nicht mal ein Hund leben.

Heinz Bartels, E-Mail

 

 

Eine Powerfrau

Die Neudeutsche: Sabina Salkic floh als Teenager aus Bosnien. Heute ist sie erfolg­reich in der Frankfurter Finanzwelt   chrismon plus Nr. 12/2009
Ihr Bericht über Sabina Salkic hat mich sehr beeindruckt. Hier kann man wohl mit ruhigem Gewissen von einer Powerfrau sprechen, die man nicht alle Tage findet. Ich ­wünsche mir einige mehr von der Art dieser Mädels. Sabina Salkic wird auch ihren weiteren Weg machen und dabei dennoch Mensch bleiben sowie ihre Mutter und ihre Geschwister unterstützen.

Manfred Wehrs, Burgdorf

 

 

Ich bin kein Mitglied einer Jury, aber dennoch möchte ich Ihnen einen Preis verleihen. ­Der Sonderpreis für den Artikel, der es seit langem mal wieder geschafft hat, mich so zu rühren, wie es sonst nur ein schöner Film kann, geht an Ursula Ott für ihren Artikel "Es ist so gut, dass ich hier bin". Vielen Dank für die lebhafte Lesefreude.

Fabian Hanneforth, E-Mail

 

 

Eine schöne Lösung

Im Vertrauen: "Nein" zum Palast, "Ja" zum Stall. Es gibt keinen Zwang zum Perfektsein. Es gibt die Chance, Weihnachten auch mal alles anders zu machen   chrismon plus Nr. 12/2009
Wir als Eltern und Großeltern erleben bei uns einen starken Wandel. Während wir uns als Kinder und junge Leute doch sehr mit den Geschenken beschäftigten und die Freude darauf groß war, sind jetzt andere Dinge wichtig geworden. Unsere eigenen Wünsche rückten in den Hintergrund, das Beschenken anderer in den Vordergrund. Ein besinnliches Weihnachtsfest erlebten wir in einem Jahr, als wir allein waren. Mit Liedern und Kerzen sowie dem Vorlesen der Weihnachtsgeschichte entstand ein gelungenes Fest. Aus dieser Erfahrung haben wir das Feiern einfach offen angesprochen, und siehe da: Die Vorstellungen waren durchaus verschieden. Darüber zu sprechen tat allen gut. Ich glaube, wir haben für uns alle eine schöne Lösung gefunden.

R. Förter-Barth, E-Mail

 

Frauen der Reformation

Vorbilder: Marie Dentière - eine mutige Reformatorin, die Johann Calvin verär­gerte. Sie schrieb theologische Bücher, scheute allerdings mündliche Dispute   chrismon plus Nr. 12/2009
Die erste Intellektuelle der frühen Reforma­tion ist Marie Dentière nicht. In Straßburg gab es Katharina Zell (1497-1562), die sich öffentlich äußerte. Sie schrieb im Jahre 1524 an den Bischof, als der die sieben verheirateten Priester exkommunizierte. Sie verfasste  theologische Streitschriften, arbeitete diakonisch, leistete Seelsorge und predigte sogar. Und in Bayern gab es die fränkische Freifrau Argula von Grumbach (1492-1568). Sie war wohl die bekannteste Flugschriftenautorin der Reformation. Sie wird zwar nicht gerade als Reformatorin bezeichnet, obwohl sie auch als mutige Reformatorin im katholischen Bayern gelten kann. Sie setzte sich öffentlich für den evangelischen Glauben ein. So für den an der Universität Ingolstadt lehrenden Arsacius Seehofer, der verurteilt wurde, weil er den evangelischen Glauben nicht aufgeben wollte. Eine weitere Reformatorin, die allerdings nicht gerade streitbar war, doch öffentlich wirkte, war Elisabeth Cruciger, ­deren reformatorisches Lied "Herr Christ, der einig Gotts Sohn" schon Martin Luther in sein Gesangbuch aufnahm.

Lisbeth Haase, Duderstadt

 

 

Ein Pfarrer tauchte nicht auf

Wer war Herr Brem? Ein Rentner wird in seiner Wohnung tot aufgefunden. Er hat dort zwei Wochen unbemerkt gelegen    chrismon Nr. 11/2009
In der Wohnung hängen zwar ein Kruzifix und eine Erinnerung an die goldene Konfirmation, aber es taucht in der Geschichte kein Pfarrer auf, keine Nachfrage der Gemeinde oder bei der Gemeinde. Will der Beitrag zeigen, dass die evangelische Kirchengemeinde sich nicht mehr um ihre Mitglieder kümmert?

Gerhard Grohs, München

 

 

Trennung in wenigen Augenblicken

Im Vertrauen: Darf man Freundschaften einfach be­enden? Was tun, wenn kein Funke zum alten Kumpel über­springt? Davonschleichen - oder ehrlich sein?   chrismon Nr. 11/2009
Ein klares Wort tut sicherlich erst einmal weh - oder es erleichert auch, weil auf der anderen Seite die Sackgasse ebenfalls längst erkannt wurde, nur der Mut zur Aussprache fehlte. Es gibt noch einen anderen Weg: die Erneuerung einer alten Freundschaft.

Werner Tiltz, Würzburg

 

Ich bringe es kaum über die Lippen, jemandem einfach zu sagen: Mit dir will ich nichts mehr zu tun haben. Es ist einfach taktlos und meistens unangebracht. Freundschaften muss man pflegen, sonst werden aus Freunden Bekannte. Wenn man verheiratet ist oder in einer Paarbeziehung lebt, ist es nicht ganz so leicht, langjährige Freundschaften aufrechtzuerhalten, ohne Stress mit dem Partner zu bekommen. Eine echte Freundschaft aufzubauen kann Jahre dauern, eine zu ver­lieren oftmals nur ganz wenige Sekunden.

Nils Boettcher (E-Mail)

 

Ich habe mit meiner Frau zu zwei Freunden beziehungsweise befreundeten Ehepaaren den Kontakt einfach eingestellt, indem wir unsere Telefonnummer ge­ändert haben. Ein Paar hat uns dann unangemeldet besucht. Wir haben uns damit herausgeredet, dass wir vergessen haben, die neue Nummer weiterzugeben. Der eine Freund, ein Jugendfreund seit 53 jahren, redet nur noch über die Vergangenheit und über Schnäppchen. Seine Frau ist nur noch an der Züchtung von Kresse auf ihrem Komposthaufen interessiert. Einfach grausam für uns - wir sind überzeugte Hedonisten! Die Frau des anderen Freundes sieht sich als beste ­Köchin der Welt: der beste Leberkäse, die beste Mousse au Chocolat, die beste Gemüsesuppe. Schwitzend, beleidigt trägt sie ihre Werke auf und man muss loben, loben, loben und kommt vor lauter Loben nicht zum Essen. Wir sagen ihre Einladungen laufend mit fadenscheinigen Begründungen ab. Wir haben die Nase gestrichen voll. Meine Frau hält mich davon ab, beleidigend ehrlich zu sein. Sie ist 72, ich bin 73. Wir möchten für den Rest ­unserer Jahre keine Verpflichtungen mehr gegenüber Freunden ­haben, denen der Geiz aus dem Halse hängt.

Manfred und Monika S., München

 

 

Türkisch in der Schule?

Kreuz und quer: Interview mit Profes­sorin Ursula Neumann, Hamburg, zum Umgang mit der türkischen Sprache an deutschen Schulen   chrismon Nr. 11/2009
Häufig gilt türkischsprachige Kommunikation als Problem. Deswegen versuchte man an einigen Schulen, den Türkischunterricht zu streichen. In einigen Schulen und Kinder­gärten wurde den Kindern sogar verboten, türkisch zu sprechen. Zweisprachigkeit sollte weder als Reichtum noch als Problem gesehen werden, sondern als gesellschaftliche Realität. Wichtig ist doch nicht, in welcher Sprache Menschen Informationen aufnehmen und sich Bildung aneignen, sondern dass sie es überhaupt tun.

Gürsel Köksal, Bund türkischer Journalisten in Europa e.#V. (E-Mail)

 

Mit der wohlklingenden Maximalforderung "Beide Sprachen - und richtig!" gehen Sie an der eigentlichen Problematik vorbei. Ich bin seit Jahren an einer Grundschule in Duisburg tätig, erlebe den restringierten Code so vieler Kinder, erlebe das Pidgin-Deutsch und das Pidgin-Türkisch... und betrachte aus der Realität heraus schon das Lernen einer einzigen Sprache als Maximalforderung. Die Beherrschung zweier Codes ist für die Mehrheit der Kinder eine Illusion und intellektuell nicht leistbar. Die Realisierung dieses hehren Vorhabens bleibt nur wenigen Kindern, meist aus intelligenten Lehrerehepaaren mit Auslandsschuldienst, vorbehalten. Über Jahre hinweg haben wir absurde Vorschläge wie zum Beispiel "Erst perfekt Türkisch lernen, dann ist ein Transfer und das Lernen einer neuen Sprache einfacher" in der Schule umsetzen müssen - mit verheerenden ­Folgen für die Integration. Der elegant zwischen zwei (besser noch drei oder vier!) Sprachen/Kulturen jonglierende Mensch ist eine beliebte Fiktion, die der aktuellen Diskussion an der Basis überhaupt nicht weiterhilft. Schlimm ist auch, dass Sie das Erlernen einer Fremdsprache wie zum Beispiel Englisch in Ihren Diskurs einfließen lassen und so tun, als sei dies so abzuhandeln wie der tief verankerte, mehr­dimensionale interkulturelle Konflikt zwischen Deutschen und Türken. Der Interview-Beitrag zum Thema vernebelt die Gesamtproblematik.

Jürgen Sabarz, Duisburg

 

 

Ist es nun ein Verein oder nicht?

Pudel züchten, Modellautos flitzen lassen, Tattoos be­wundern: In Clubs, Cliquen oder Vereinen macht das Zusam­men­sein noch mehr Spaß. ­Fotos von Andi Cortellini und Ursula Sprecher   chrismon plus Nr. 10/2009
Ohne andere Vereine zu schmälern: Feuerwehren sind keine Ver­eine. Wenn in einer deutschen Kommune keine Freiwillige Feuer­wehr mehr zustande kommt, muss die Kommune eine Pflichtfeuerwehr einrichten. Einen Pflicht-­Pudel-, -Kegel- oder -Tauchclub gibt es meines Wissens noch nicht. Freiwillige übernehmen in der Feuerwehr eine öffentliche Pflichtaufgabe ehrenamtlich. Das heißt nicht, dass wir nicht gerne auch am Pokalschießen örtlicher Vereine teilnehmen. Wir wollen doch gerne auch Spaß miteinander haben.

Jürgen Loest, Pastor, Feuerwehrmann, Ueffeln

 

Dieses Mal war chrismon besonders interessant. Die "Vereins­fotos" haben mir viel Freude ­bereitet. Weiter so!

Siegrid White, Berlin

 

 

Einer glaubt an Özgür

Anfänge: Heinz Weigele, ­der Karrierebäcker, wurde im Ruhestand Bewährungshelfer - und backt nun ganz kleine Brötchen   chrismon plus Nr. 10/2009
Ich möchte Heinz Weigele meinen Respekt bekunden. Wir brauchen jemand, der uns ein Vorbild dafür gibt, dass es wichtig ist, nicht nur dem Körper etwas zu essen zu geben, sondern auch Geist und Seele. Dass sein Schützling Özgür seine Aus­bildung hinschmeißt aus Angst, seine Freundin könnte ihm untreu werden, zeigt ja deutlich, wie sehr dieser Özgür sich selbst und seinen feinsten Talenten untreu ist. Er kommt gar nicht auf die Idee, dass er mit Geist und Seele etwas bewirken kann, er muss alles mit dem Körper machen! Dadurch, dass Heinz Weigele diese Seele und diesen Geist mit ihren Potenzialen hoch achtet, findet überhaupt erst ­etwas von dieser entscheidend wichtigen Entwicklung statt. Es ist nicht die Arbeitskraft von Heinz Weigele, die hier Wirkung zeitigt, es ist seine Glaubenskraft: die Kraft seines Glaubens an das Gute.

Franz Josef Neffe, Pfaffen­hofen-Beuren

 

 

Ohne Atomstrom?

chrismon-Umfrage: Auf welche Demo gehen Sie? Dazu das Statement von Monika Griefahn, SPD-Politikerin und Greenpeace-Mitbegründerin   chrismon plus Nr. 10/2009
Monika Griefahn lässt unerwähnt, dass der zukünftige Energiebedarf und eine Verringerung der Treibhausgase nur mit einer beträchtlichen Ausweitung der Atomkraft erreicht werden. Alter­native Energien wie Wind-, Sonnen- und Wasserkraft werden auch in Zukunft nur einen Bruchteil des Bedarfs abdecken.

Werner Scheidt, Frankfurt#a.#M.

 

Hält die Politikerin Länder wie Finnland, Schweden, Frankreich, Schweiz für weniger verantwortungsbewusst als Deutschland, wenn diese Länder keine Skrupel haben, bei der zukünftigen Energieversorgung für ihre Bevölkerung - und damit ihrer heutigen Kinder - auf Atomkraft zu setzen? Bundeskanzlerin Merkel brachte es auf den Punkt: Wenn Deutschland seine Atomkraftwerke abschaltet, dann wird der Strom schlicht beim Nachbarn in Frankreich gekauft, damit wir es im Winter warm haben.

Dr. Klaus Brink, Bad Soden am Taunus

 

Als die Rote Armee Fraktion (RAF) ihr Unwesen trieb mit Bankraub, Entführung und kaltem Mord, hat niemand gerufen: RAF raus! Vielmehr haben Nachdenkliche gemeint: "Es sind doch auch unsere Kinder." Bei Neo­nazis fordert man: Nazis raus! Wo­raus und wohin mit ihnen?, frage ich mich. Ich habe keine Sympathien für die Nazis. Aber gilt nicht auch für sie der Ge­danke, dass sie Kinder unseres Landes sind, die man nicht einfach entsorgen kann wie Müll?

Heribert Schürmann (E-Mail)

 

 

Diakonie - ein Dienstleister am Markt

Erledigt - Frau Otts end­gültige Ablage. Diesmal: der Kunde    chrismon plus Nr. 10/2009
Meistens sprechen mir Ihre "Ablagen" aus dem Herzen, aber diesmal muss ich Ihnen widersprechen. Ich halte es für längst überfällig, dass wir die Diakonie­stationen als das ansehen, was sie sind: Dienstleistungs­betriebe. Und wer an einen Dienstleister herantritt, wird nun einmal zum Kunden. Das hat etwas mit Vertragsrecht und insofern durchaus mit Augenhöhe zu tun: Diakoniestationen versorgen schon lange nicht mehr aus Nächstenliebe und Barmherzigkeit die Leidenden am Wegesrand, sondern sie schließen Verträge, verkaufen Dienstleistungen. Selbstverständlich entschließt sich der Kunde freiwillig zum Kauf dieser Ware. Wer zwingt denn einen Behinderten dazu, professionelle Hilfe einzukaufen? Den größten Teil der häuslichen Pflege verrichten Angehörige (mit oder ­ohne Geld aus der Pflegever­sicherung). Umgekehrt leisten sich viele alte Menschen den ­Luxus eines Hilfsdienstes im Haushalt oder für das wöchentliche Wannenbad - auch davon leben ambulante Pflegedienste!

Gisela Steudter, Soltau

 

 

Argwöhnische Hauptamtliche

Auf ein Wort: Die hanno­versche Bischöfin Margot Käßmann, Herausgeberin dieses Magazins, lobt das Engagement der Ehrenamtlichen   chrismon plus Nr. 10/2009
Dem Loblied auf die Ehrenamtlichen kann ich leider nicht zustimmen. Ich habe als Diplom-Ingenieur nach meiner Verrentung an fünf verschiedenen Stellen ­Ehrenämter gehabt. Was ich unter anderem erlebt habe: Ist man als Ehrenamtlicher gut, was von den Schülern und Jugendlichen geschätzt und auch ausgedrückt wurde, dann wurden alle Hauptamtlichen stinkig, eifersüchtig und begegneten mir mit Missgunst, so dass ich die Sache leider wegen zu viel Ärger aufgeben musste. Meine Schwester erlebte in Bremen dasselbe Spiel. Auch Ehrenamtliche im Altenheim wurden von den Hauptamtlichen schief angesehen, weil sie, da sie mehr Zeit zur Verfügung haben, gute Kontakte zu den alten Menschen bekamen. Jetzt mache ich als 70-Jähriger nichts mehr! Ich gebe auch kein Geld mehr, obgleich ich etwas übrig habe.

Rüdiger Erdmann, Oberschleißheim

 

Die Angst ging um

Christian Führer: Der Tag der Entscheidung. Die Demonstration am 9. Oktober 1989 ver­lief gewaltlos   chrismon plus Nr. 10/2009
Christian Führers Leistung und die der anderen verdienen he­rausgehoben zu werden. Sie sind Vorbilder in einer Gesellschaft der Gleichmacherei. Sie wussten nicht, was ihnen geschehen wird. Sie wussten auch nicht, dass seit 1985 die Großmächte Sowjet­union und USA ebenso wie die Bundesrepublik Deutschland Erich Honecker aufforderten, die Wiedervereinigung vorzube­reiten. Auch dessen Schergen wussten es nicht, die - auch aus Angst - immer wilder um sich schlugen. So war stets und überall die Angst präsent, eine teuflische Situation.

Johannes Wildenhain, Berlin

 

 

Ein Exklusivangebot nur für wenige

Titelgeschichte: Opa lebt jetzt in Chiang Mai - Wie Alzheimerkranke aus Deutschland und der Schweiz in einem Heim in Thailand betreut werden   chrismon plus Nr. 9/2009
Wir werden nicht müde, zu beklatschen, wie liebevoll sich andere Kulturen um ihre eigenen Alten kümmern, und danach dann gleich um unsere, und so billig! Wir gehen aber mit unseren nicht nach Thailand, sondern wir geben sie dorthin. Gegen die Kritik neokolonialistischer Züge und Ausnutzung eines Preisgefälles wappnet man sich mit dem Hinweis: "so viel Aufregung um ein kleines Nischenangebot". Dieses Exklusivangebot können aber nur wenige nutzen, und sollte es erschreckenderweise jemals Schule machen, folgen sicherlich die ersten Skandale auf dem Fuß. Dabei haben wir so viele gute Ansätze zum Thema Angehörigenarbeit für Alzheimerpatienten hier vor unserer Haustür, würden sie nicht durch Ignoranz und mangelnde Ver­netzung an der Verbreitung gehindert. Wir werden nicht umhinkommen, uns um unser Altern und unsere Alten wieder zu kümmern.

Christine Brunner-Edrich, Augs­burg, Ärztin und ehrenamt­lich in einer Alzheimer-Gruppe engagiert

 

Nach dem Lesen kam mir der Gedanke: Das ist eigentlich prima. Wir entsorgen unsere nicht mehr kontaktfähigen Alten - Ehegatten, mit denen wir ein Leben lang verbunden waren, Mütter und Väter, die uns das Leben schenkten, und andere uns nahestehende Angehörige - nach Thailand, gewinnen dadurch die Freiheit zur nächsten Traumreise in die Karibik und sparen außerdem Geld - im Vergleich zu einer Pflege in Deutschland. Da die Alten dann ja auch in Thailand sterben, sind wir außerdem noch die Grabpflege los. So kann man es sehen. Dennoch würde ich die Frage "Darf man das?" mit Ja beantworten. Denn ein wie auch immer formuliertes allgemeines Verbot gibt es nicht. Es kommt auf die Umstände an. Es wird Fälle geben, und der in dem Artikel geschilderte ist ein solcher, wo das Leben für einen dementen Menschen in Thailand deutlich besser ist als bei uns, besonders wenn die Angehörigen im Rahmen des Möglichen weiter Kontakt halten. Aber solche Fälle bleiben, meine ich, doch Ausnahmen. Wenn das Schule macht, sind Kontrollen nötig, und Thailand ist weit. Außerdem: Sind fremde Umgebung und fremde Sprache wirklich ohne Bedeutung?
Die Frage "Soll man das?" anstelle von "Darf man das?" würde ich deshalb mit "Möglichst nicht" beantworten. Und zwar mindestens so lange, wie es bei uns noch Reserven gibt, und die gibt es. Der Artikel ist, meine ich, zuerst eine Herausforderung an uns alle, das Gebot "Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen" (Gal. 6,2) wieder mehr ernst zu nehmen, indem wir unsere eigenen Reserven besser ausschöpfen. Oberstes Gebot bleibt die Pflege in der Familie, ohne oder mit Unterstützung durch professionelle Dienste. Das ist die eine Reserve. Die andere wäre, vorsichtig aus­gedrückt, die Mobilisierung ehrenamtlicher Reserven für Pflegetätigkeiten aus dem gro­ßen Kreis der gesunden Alten auf Kosten von Karibikreisen.

Prof. Dr. Franz Oeters, Berlin

 

Da ich als jetzt 66-jähriger Pensionär seit sechs Jahren auf Phuket jeweils von Oktober bis April überwintere, würde ich mich als Demenzkranker sofort dafür entscheiden, mich in die vorbildliche 24-Stunden-Aktiv-Pflege für 2000 Euro pro Monat von Martin Woodtli in "Baan Kamlangchay" bei Chiang Mai nach Thailand zu begeben, anstatt hier in Deutschland, mit Medikamenten ruhiggestellt, bis zu meinem Tod für 5000 Euro im Monat "dahinvegetieren zu müssen". Für mich stellt sich die Frage nicht, ob sich ein Land leisten darf, seine Demenzkranken nach Thailand zu exportieren. Sie haben dort in Thailand einfach ein würdigeres Leben als in Deutschland.Martin Woodtli bezahlt seine Betreuer mit 250 Euro monatlich sehr gut.

Horst Limberg, Köln

 

 

Martin LUther Kings Stippvisite in Ostberlin

Drei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer besuchte der Bürgerrechtler unangemeldet den Osten der Stadt. Eine Rekon­struktion    chrismon plus Nr. 9/2009
Habe mich sehr gefreut über den Artikel. War damals als 16-Jährige auch in der Marien- und Sophienkirche. Es ging mir wie ein Schauer über den Rücken, als ich dies las. Toll, dass ich mich noch mal erinnern konnte. Der Besuch von Martin Luther King hat gutgetan in dieser schrecklichen Stasizeit.

B. Platow (E-Mail)

 

 

Milchkühe mit Asthma?

Portal: Rinderherde wohnt ­unter einer Auto­bahnbrücke - gefährlich für Mensch und Tier?   chrismon plus Nr. 9/2009
Lassen Sie doch auch einmal die Realität auf sich wirken. Der "Feinstaubmist" ist in den letzten 15 Jahren um über 70 Prozent reduziert worden, die Emissionen von Schwefeldioxid, Benzol, To­luol in den letzten Jahren um 90 Prozent. Kohlenmonoxid ist um über 80 Prozent und Stickstoffmonoxid um über 60 Prozent reduziert worden. Diese Daten gelten für Hannover. Die armen Stadtkinder leiden nicht unter Asthma - im Gegenteil!
Da es sich bei der abgelichteten Rinderherde offensichtlich um eine sogenannte Mutterkuhherde handelt, werden die armen allergischen, dahinsiechenden Stadtkinder von deren "verseuch­ter" Milch auch keinen Milliliter zu trinken bekommen!

Erich Grantzau (E-Mail)

 

 

Ausgebrannt - und dann doch zurück zur Schule

Anfänge: Lehrer Norbert Wahleder kehrte nach einer Kur an seine alte Arbeitsstelle zurück    chrismon plus Nr. 9/2009
Lehrer Wahleder berichtet selbstmitleidig über die Härte in seinem Beruf, beschreibt sein Ausgebranntsein und seine dauerhafte Überlastung. Seine Bemerkung, dass er nach seiner Kur nun schon wieder aufpassen muss, sich nicht zu verausgaben, wirkt in der altbekannten Weise eher depressiv als zu­versichtlich. Unakzeptabel ist das Verhalten von Herrn Wahleder, wenn er die Kinder oder Jugendlichen auffordert, Rücksicht auf seine schwache Konstitution zu nehmen. Als wäre nicht er selbst, sondern die Schüler und Schülerinnen für seinen Gesundheitszustand verantwortlich. Lehrerinnen und Lehrer können viel dafür tun, ihre Situation zu verändern, weit mehr, als allgemein angenommen wird. Als Schulleiterin einer staatlichen Reformschule habe ich über Jahre an mir selbst und an vielen KollegInnen erfahren können, was es bedeutet, wenn man sich vom Jammern aufs Handeln verlegt. Vor allem aber haben wir herausgefunden, dass nur die­jenigen eine Arbeit mit anderen, vor allem mit Kindern und Jugendlichen, wirklich gut machen können, die auch mit sich selber gut umgehen, sich nicht für unersetzbar halten und darum auch nicht ständig überlasten.

Ulrike Kegler (E-Mail)

 

 

Ein Magazin zum Weitergeben

Leserlob fürs ganze Heft   chrismon plus Nr. 9/2009
Ich habe mich mal wieder über die guten ­Artikel in der Septemberausgabe Ihres Magazins sehr gefreut. Für mich ist chrismon ein Magazin, das ich gern weitergebe.

Enrique Kaufer (E-Mail)

 

 

Ein Schlaraffenland aus Foto-Illusionen

Kinder stapfen durchs Lakritzgebirge oder fliegen ins Weltall: Der Fotograf Jan von Holleben setzt Kinderträume ins Bild. Seine Tricks, die Ergebnisse - ein Werkstattbericht   chrismon plus Nr. 9/2009
Schade, dass Sie mir die Illusionen zerstört haben. Jetzt sehe ich auf jedem Foto nur noch die Leitern.

Agnes Milbradt (E-Mail)

 

 

 

Bitte "Fest" statt "Party"

Raus an die frische Luft: zum Grillen, zum Chillen, aufs Gartenfest - die Deutschen zieht es zum Feiern nach draußen   chrismon plus Nr. 08/2009
Ich verstehe nicht, weshalb sich der ansonsten sehr gute Artikel Anglizismen bedienen muss, für die auch in der deutschen Sprache Begriffe zu finden sind. Sind Wörter wie ­"Organizer", "giggeln" oder "Best Ager" wirk-lich zwingend notwenig, um einen Text noch aussagekräftiger zu machen?

Marcel Spiess, Frankenthal

 

Der Artikel von Frau Ott hat mich erreicht, als im August endlich der Sommer begann. Ihre Zeilen sprechen mir aus der Seele. Schade, dass ein sehr freundlicher Kellner meinen Freunden und mir ein paar Tage nach der Lektüre freundlich mitteilen musste, dass der Außenbereich der Gastsstätte, die wir gerade besuchten, um 22 Uhr geschlossen werden musste - die Anwohner würden sonst Sturm beim Ordnungsamt laufen. Allen Beschwerdeführern sei der Artikel ans Herz gelegt, verbunden mit der Frage: Wo feiern Sie, wenn es draußen endlich mal warm ist?

Miriam Aurel, Frankfurt am Main

 

 

Entzauberte Mütter?

Doppelpunkt: "Der Schlüssel zum Paradies liegt zu Füßen der Mütter"   chrismon plus Nr. 08/2009
Necla Kelek gelingt es, den Islam und die türkische Kultur differenziert darzustellen, damit Deutsche beziehungsweise ChristInnen diese besser verstehen lernen. Problematisch finde ich es, wenn sie versucht, christliche Traditionen en passant in ihrem Text mitzuverarbeiten. Dass "die Kirchen der Reformation (...) die Mutter entzaubert" hätten, stimmt so nicht ganz. Gerade die Pfarrfrau (zum Beispiel Katharina von Bora) stellte den Prototyp der Hausfrau und Mutter dar, der später auf die drei Schlagworte "Kinder, Kirche, Küche" reduziert wurde. Diese Tradition hat sich leider teilweise bis heute gehalten.

Claudia Römer, Kassel

 

Es ist gut, dass auch das Elend der jungen Männer angesprochen wird, aber nach wie vor sind die Hauptleidtragenden in solchen Familien die Töchter. Erstaunlicherweise sind die Mütter nämlich nicht daran interessiert, dass es ihren Töchtern mal besser gehen soll (sprich: dass sie nicht den von den Eltern ausgewählten Mann heiraten müssen und dann dessen Eltern zu Diensten sein müssen), sondern wollen nur den guten Ruf in der "Community" wahren. Strikt verboten ist die Eheschließung mit einem Nicht-Muslim, und selbst deutsche Männer, die aufgrund dieses islamischen Verbots konvertieren, werden abgelehnt.
Gleichzeitig wird den Kindern über Jahre hinweg eingeimpft, dass sie ohne ihre Familie nichts sind. Nur sehr starke Charaktere sind in der Lage, gegen diese "Gehirnwäsche" ihren Weg zu gehen um den Preis, den Kontakt zur Familie dauerhaft abzubrechen und unter diesem Schritt lange zu leiden.

Brigitta Biehl (per E-Mail)

 

 

Froh, wählen zu dürfen

Auf ein Wort: Wählen gehen! Warum wir nicht achtlos auf unser Bürgerrecht verzichten sollen   chrismon Nr. 08/2009
In der DDR hatte man nur die Wahl: hingehen oder nicht zu Hause sein. Daher bin ich immer wieder froh, jetzt von meinem Wahlrecht ­Gebrauch machen zu können. Und wer sagt, er gehe nicht zur Wahl, weil er nicht wisse, wen er wählen könne, hat sich nur nicht genügend informiert. Wer nur aus Trotz "Die Grauen" oder gar die NPD wählt, sollte mit mehr Überlegung an unser Wahlrecht denken.

Annelies Squar, Berlin

 

Jedes Mal, wenn das Fernsehen den Bundestag zeigt, bemüht sich der Kameramann, nur die ersten beiden Stuhlreihen zu filmen. Auf den übrigen sitzt nämlich niemand. Ja, wo sind sie denn, die gewählten Vertreter des Volkes? Die Klügeren geben ihre Rede ohnehin längst ungesprochen zu Protokoll.

Hansjörg Buchberger, Reichersbeuern

 

 

Schöner schreiben

Was ich notiert habe:  Arnd Brummer über die Kulturtechnik des Krakelns   chrismon plus Nr. 08/2009
An der wesentlichen Aussage der schönen Glosse von Arnd Brummer ändert es nichts, ich möchte aber doch auf einen Irrtum hinweisen: Es ist nicht richtig, dass die Nazis die deutsche Schreibschrift durch eine deutsche Volksschrift zu ersetzen versuchten. Sie führten vielmehr die Sütterlin-Schrift, eine 1911 von dem Graphiker Ludwig Sütterlin entworfene Variante der deutschen Schrift, 1935 im gesamten Deutschen Reich ein. Anfang des Jahres 1941 verbot die nationalsozialistische Regierung die Verwendung der sogenannten Deutschen Schrift oder Kurrentschrift (und damit auch der Sütterlin-Schrift) und ihrer Druckformen, der Frakturschriften. Stattdessen wurde die Verwendung der lateinischen Schreibschrift, nunmehr als "Normalschrift" bezeichnet, angeordnet. Die lateinische Schrift wurde also bereits seit 1941 an den deutschen Grundschulen gelehrt.

Prof. Irmgard Fees, Historisches Seminar der Universität München

 

 

Gott möchte das nicht

Glosse: Fluchen tut gut. Es hilft gegen Ärger und eiskaltes Wasser   chrismon plus Nr. 08/2009
Da bin ich platt: Kann es sein, dass nicht einmal mehr in der Redaktion eines christlichen Magazins der Unterschied zwischen fluchen und schimpfen bekannt ist? Es gibt die Möglichkeit zu schimpfen, und davon mache ich durchaus Gebrauch. Bei uns heißt das: "den Kropf leeren". Etwas anderes ist es aber, dabei Gottes Namen (in allen seinen Verball­hornungen) zu benutzen. Wir haben im Konfirmandenunterricht gelernt, dass Gott das nicht möchte und dass wir zwischen Alltäglichem und Heiligem unterscheiden sollen.

Heide Rose Zeeb, Tübingen

 

 

Bei Mann und Frau belassen!

Streitfälle: Alt und Jung - Wo zwei sich kümmern, ist Familie   chrismon plus Nr. 08/2009
Was Ursula Ott schreibt, klingt vernünftig, ist aber letztlich nichts Gescheites. Es gibt eine einzige von der Natur vorgegebene Zweier­beziehung - zwischen Mann und Frau, weil nur sie Nachwuchs hervorbringt. Dabei sollte man es belassen. Das schließt enge Freundschaften nicht aus. Es können sich drei oder vier alte Menschen oder Witwen zusammentun. Soll das dann eine "Vierer-Lebenspartnerschaft" geben? Alles, was solche Gemeinschaften erstreben, können Sie rechtlich erreichen, durch Vertrag, Vollmacht, Testament. Mehr ist nicht erforderlich.

Dr. Eberhard Foth, Waldbronn

 

 

Angst - ein schlechter Berater

Religion für Einsteiger: Kann man glauben lernen?   chrismon plus Nr. 08/2009
In dem aufschlussreichen Artikel stört mich der Begriff Gottesfurcht. Angst ist in allen Dingen ein schlechter Berater. Wer die Gottheit fürchtet, verliert den Blick für die Segnungen und Köstlichkeiten des Lebens. Nicht "in der Furcht des Herrn" - wie es traditionell heißt - sollen wir stehen, sondern in der Gnade eines gelingenden Lebens. Um das Letztgenannte können wir uns selbst bemühen. Ein vertrauensvoller, furchtloser Umgang mit dem Göttlichen kann dabei hilfreich sein.

Alfred Schubert, Steinhude

 

 

 

Schnell auswandern!

Doppelpunkt: Wolfgang Storz votiert für ein Grundeinkommen für alle. Das bringe ein großes Maß an Freiheit - und vor allem Fantasie und Mut zu neuen Wegen   chrismon plus Nr. 7/2009
Zu diesem Artikel kann ich nur anmerken:  Jedem noch einigermaßen beweglichen Menschen ist zu empfehlen, das Land so schnell wie möglich zu verlassen, wenn es zu einer ernsthaften Diskussion über ein Grundeinkommen kommen sollte. Solche Sozial­romantiker wird es leider immer wieder ­geben.

Baldur Goldschalt, Hofheim am Taunus

 

Das ist ein sehr kluger Artikel. Schön, dass Ihr Magazin das ­Thema Grundeinkommen entdeckt hat! Weiter so!

Georg Weisfeld (E-Mail)

 

Ich bin gerade in der jetzigen Zeit der Ansicht, dass man über Alternativen zu unserem problematischen Sozialsystem nachdenken muss. Zurzeit ein Stiefkind in der Diskussion! Da dieses Thema kompliziert und revolutionär ist, traut sich kaum ein Politiker an es heran. Außerdem würde eine Verwirklichung viel Zeit in Anspruch nehmen.

Alexander Enger (E-Mail)

 

Einige Fragen bleiben völlig außer Acht, zum Beispiel: Wo soll die Motivation herkommen, überhaupt noch etwas zu arbeiten? Woher das Geld, um das Schlaraffenland zu finanzieren? (Es geht ja nicht nur um die 750 Euro Grundeinkommen, sondern auch um die dazugehörigen Sozialversicherungen, um die - selbstverständlich - gewünschte gute Infrastruktur, billige Wohnungen und vieles andere mehr.) Wie hoch sollen Arbeitende belastet werden? Und wie soll Schwarz­arbeit verhindert werden?

Dr. Franz X. Scharinger, München

 

Die Idee eines bedingungs-, sprich leistungslosen Grundeinkommens verbreitet sich wie die Schweinegrippe. Sie ist von geradezu fahrlässiger Blauäugigkeit. Es einfach nur empörend, wenn behauptet wird, dass mit diesem Grundeinkommen die Erziehungsleistung der Eltern  honoriert werde! Nein! Wie alle anderen bekommen sie das Geld fürs Nichtstun, womit ihre Erziehungsarbeit in derselben Kate­gorie rangiert wie seither auch: Die Nur-Mutter arbeitet nicht. Allerdings kann sie - anders als die anderen Grundeinkommenempfänger - nicht beliebig zuverdienen, denn sie hat tatsächlich genug Arbeit zu Hause.

Gertrud Martin, Villingen-Schwennigen

 

 

Freuden der Naherholung

Nix wie weg! Und Sonne ­garantiert. Aber wie und wo erholen wir uns wirklich? ­Urlaub geht auch in der ­eigenen Stadt   chrismon plus Nr. 7/2009
Da preisen Sie in einem ziemlich zeigefingerlastigen Artikel die Freuden der Naherholung, lassen aber zugleich Reiseveranstalter für Fernreisen nach Indien und in die Türkei ­werben - sogar ohne dass zumindest als Wunschleistung ein CO#-Zertifikat angeboten würde. Fällt Ihnen gar nicht auf, wie unglaubwürdig Ihre ansonsten recht ansprechende Zeitschrift dadurch wird?

Björn Borrmann, Berlin

 

Für die "Deutschen, die sich erholen wollen" (aus Ihrer chrismon-Umfrage) habe ich den perfekten Tipp zur Finanz-, Umwelt- und Sinnkrise: Einmal jährlich arbeite ich mit der Initiative "Bergwaldprojekt" für eine Woche im Wald. Das Ganze ist kostenlos, die Unterbringung erfolgt in urigen Berghütten mit morgendlicher Dusche im Bergbach, und die beteiligten Förster erklären einem en passant den Wald. Sprich, man ist von "Natur umgeben" (Platz 1), kann sich "körperlich ­betätigen" (Platz 3) und ist garantiert "nicht erreichbar" (Platz 4). Danach ist auch der ­gestresste Bürohengst erholt. Und die Umwelt wird gleich mitgeschont.

Dr. Moritz Gomm, Darmstadt

 

 

Echo aus dem Wald

Was ich notiert habe: Wie aus Wüsten blühende Landschaften werden   chrismon plus Nr. 7/2009
Ihre köstlichen Geschichten haben mir verständlich gemacht, was "Konstruktivismus" ist. Ich habe diese Regel unter dem Schlagwort "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück" gelernt (und mich leider oft nicht daran gehalten). Aber Sie haben vermutlich recht, manch einer der heutigen stubenhockenden Computerfreaks kann sich unter "Konstruktivismus" vielleicht mehr vorstellen als unter "Wald" und "Echo".

Dipl.-Ing. Günther Lubisch, Düren

 

 

Ausnahme Baden-Württemberg

Religion für Einsteiger: Darf man sich selbst töten? Was die Religionen sagen   chrismon plus Nr. 7/2009
Der Autor schreibt: Werden Polizeibeamte zu einem Einsatz gerufen, können sie sich allenfalls auf die Generalklausel ihres Polizeigesetzes berufen. So ist es aber in Baden-Württemberg gerade nicht. Paragraf 28 Absatz 1 Nr. 2 Buchstabe c) des Polizeigesetzes von Baden-Württemberg lautet: Die Polizei kann eine Person in Gewahrsam nehmen, wenn der Gewahrsam zum eigenen Schutz einer Person gegen drohende Gefahr für Leib oder Leben erforderlich ist und die Person Selbsttötung begehen will.

Helmut Mayer, Leitender Polizeidirektor a.#D., Bad Krozingen

 

Bei allen eigenen Vorbehalten gegen aktive Sterbehilfe, Beihilfe zum Suizid, Recht auf Selbsttötung empfinde ich Ihren Artikel als zu einseitig und eine Eindeutigkeit voraussetzend ("Juden und Christen... lehnen ein Recht auf Selbst­tötung strikt ab."), die für mich nicht gilt und die nicht meinen Erfahrungen entspricht. Manches menschliche Leiden ist so abgründig, dass ich den Weg eines Betroffenen in den Tod zwar nicht wünsche, doch aber - soweit das überhaupt möglich ist - "verstehen" und ihn/sie auf diesem Weg begleiten kann.

Pastor Michael Brems, Krankenhausseelsorger, Hamburg

Wie auf meinem Sofa

Endlich Freitag! Die große Freiheit be­ginnt. Wie schaltet man um aufs Wochenende? Und wie fährt man Sonntag das Tempo wieder hoch?   chrismon plus Nr. 6/2009
Was für wunderbare Texte über die verschiedenen Freitagsrituale unterschiedlicher Menschen! Vielen Dank für diese besondere kurzweilige Unterhaltung. Fast schien es mir, als würden einzelne davon auf meinem Sofa sitzen und mir von ihren Freitagen erzählen.

Gabriele Witte, Bremen

 

 

Dreimal Freude

Begegnung: Glück ist anstrengend - aber auch nur dann richtig schön, meinen Günther Jauch, Glücksbringer, und Gerhard Schulze, Glücksforscher   chrismon plus Nr. 6/2009
Eins haben Sie vergessen, beim Thema Glück zu erwähnen: die Seligpreisungen im Mat­thäusevangelium. Sie beginnen alle mit "Selig sind, die...", was auch übersetzt wird und werden kann mit "Glücklich sind, die..." Und was ist mit dem nicht aufhörenden Glück der wirklichen Erkenntnis Gottes? Ich erinnere an Blaise Pascals niedergeschriebenen Ausruf: "Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs und nicht der Gott der Philosophen und Wissenden - Freude, Freude, Freude!"

Peter Lehrecke (E-Mail)

 

Gegrüßet seist du, Königin

Arnd Brummer über Luthers Lieder: Ein ruhiges Herz   chrismon plus Nr. 5/2009
Der völlig unqualifizierte Angriff auf das "Salve Regina" (Gegrüßet seist du, Königin) ist ein Angriff aus der Mottenkiste vorreformatorischer Polemik auf ein unter Katholiken sehr verehrtes Gebet, den nach meinen Kenntnissen selbst Martin Luther nicht hätte gutheißen können. Aber der aggressive Zynismus, versteckt oder offen, des Chefredakteurs ist mir seit Monaten bekannt. Für eine Zeitschrift, die auch in Bayern und durch einen bayerischen evangelischen Landesfürsten herausgegeben wird, ist das nichts Nachahmenswertes. Uns Katholiken ist das "Salve Regina" eine tägliche, herzliche Anrufung wert, der Mutter des Herrn vermutlich auch.

Hubert Rigol, Biebertal-Bieber

 

 

Terror statt Demokratie

Die Akte Calvin. Das chrismon-Rätsel über den Reformator, der für die Entstehung der Demokratie wichtig wurde   chrismon plus Nr. 6/2009
Es wird zum Calvin-Jahr immer wieder über Calvins angebliche Verdienste geschrieben. In Ihrem Text heißt es zum Beispiel, dass Calvin als Wegbereiter der Demokratie angesehen werden könne. In einer Hörfunksendung räumt der Theologe Klaas Huizing ein, dass die von Calvin betriebene grausame Ermordung des spanischen Mönchs Servet durch Röstung "theologischer Terrorismus" gewesen sei. Huizing spricht von einem "Akt absoluter Menschenverachtung". Wer sich mit Calvins Schriften näher beschäftigt, findet noch ganz andere Grausamkeiten und Gewaltverherrlichungen.

Dr. med. Ulrich Scharmer, München

 

 

Angstattacken bei Alarm

Kreuz und quer: Interview mit der Psychologin Insa Fooken über kriegsbedingte Angststörungen älterer Menschen   chrismon plus Nr. 6/2009
Ich bin Jahrgang 1943, in München geboren und aufgewachsen. Viele Jahre waren auf den Hausdächern Alarmsirenen montiert. Immer wenn dieser Alarm überprüft wurde, ging es mir miserabel. Ich bekam keine Luft mehr und hatte Angstattacken. Ich wusste nicht, warum. Ich erzählte es meiner Mutter und auch anderen Leuten, aber alle taten es ab, wahrscheinlich wussten sie es selber nicht. Als ich das Interview heute gelesen habe, erinnerte ich mich daran. Mir kam es heute so richtig zum Bewusstsein, wie es Menschen geht, die Schreckliches im Krieg erleben mussten.

Evelyne Ehrbar (E-Mail)

 

 

Ein historisches Versagen

Vorbilder: Die Lehrerin Elisabeth Schmitz und ihr Widerstand gegen die Nazis. Doppelpunkt: Robert Leicht über die Barmer Theologische Erklärung 1934.   chrismon plus Nr. 5/2009
Überrascht und bewegt habe ich in Elisabeth Schmitz meine frühere Religionslehrerin am Realgymnasium für Mädchen in Hanau erkannt! Ich erinnere mich an Stunden, in denen sie von Martin Niemöller erzählte und dann vom Widerstand innerhalb der evan­gelischen Kirche. Heute beschäftigt mich, wa­rum Elisabeth Schmitz mit keinem Wort über ihre eigenen Erfahrungen gesprochen hat. Es kann nicht nur Bescheidenheit von ihr ge­wesen sein, nein, die Stimmung zehn, zwölf Jahre nach Kriegsende war so, dass es nicht opportun scheinen mochte, vor einer Klasse offen über sich selbst und eigene ­Erlebnisse zu sprechen.

Dr. Hildegard Bussmann, Berlin

 

Es ist völlig unangemessen, die starken theologischen Sätze der "Barmer Erklärung" aus heutiger Sicht zu heroisieren und ihr zu attes­tieren, sie sei "ein kristallklares Muster­stück theologischer Eindeutigkeit". Dass einzelne Christen, darunter evangelische Theologen wie Bonnhoeffer, anders zu be­urteilen sind als die Mitglieder der Bekennenden Kirche in ihrer großen Mehrheit, das wird in der gleichen Ausgabe von "chrismon" am Beispiel von Elisabeth Schmitz deutlich gemacht. Auch der ausgemachte "herrliche Sprachduktus des Altmeisters Barth" muss sich dem Bonhoeffer'schen Diktum stellen: "Nur wer für die Juden schreit, darf gregorianisch singen." Und hier beißt die Maus keinen Faden ab: Die Barmer Erklärung sagt nichts zum Schicksal der Juden. Hinter dieser Feststellung darf auch ein verdienst­voller Journalist wie Robert Leicht mit seiner gut gemeinten Würdigung 75 Jahre nach ­Barmen nicht zurückbleiben.

Peter Kratz, Niederseelbach

 

Es gab damals ein historisches Versagen der Christen bei der Katastrophe der Judenvernichtung. Ich frage mich: Könnte es wieder ein solches Versagen geben - bei der Klimakatastrophe? Sie können in einer Kleinstadt und in einer Kirchengemeinde machen und vorschlagen, was sie wollen: das Schriftliche wie damals in Barmen wird ignoriert, Ihre Stimme wird nicht gehört. Sie haben mir jetzt mit diesem Heft geholfen - ich muss also immer weitermachen: gegen den Klimawandel,  für die Dritte Welt, für CO#-Reduktion, für ­Energieeffizienz. Ich werde dabei allein sein, als Christ unter Christen, wie damals. Und vielleicht schreibt jemand in 70 Jahren über mich Unbekannten auch ein schönes Buch.

Peter Urban (E-Mail)

 

Dass die Barmer Erklärung von 1934 noch immer eine unterschiedliche Resonanz in den verschiedenen protestantischen Kon­fessionen findet, das ist einem "Fußgänger unter den Christen" schwer zu vermitteln. Es ist höchste Zeit, die theologischen und historisch gewachsenen Trennlinien der "Kirchen" zu überwinden. Dem einfachen Kirchen­mitglied (gibt es das überhaupt, wenn alle Christen am Priestertum beteiligt sind?) sind die Grenzen meistens ohne große Bedeutung. Es ist sich bei einem Umzug innerhalb Deutschlands auch selten bewusst, gege­benenfalls  von einem staatsfrommen Lutheraner zu einem republikanisch gestimmten Reformierten mutiert zu sein.

Professor Dr. Hermann Beck, Hof/Saale

 

 

Weghängen reicht nicht

"Personenschaden" bei der Bahn. Was macht jetzt der Feuerwehrmann, was der Sanitäter? Und wer hilft dem Lokführer?   chrismon plus Nr. 5/2009
Als krass empfinde ich die Vorstellung, dass die Notfallseelsorgerin die Gedanken nach einem Einsatz "erst einmal" weghängen kann, genau so, wie sie die Einsatzjacke weghängt. Notfallseelsorger/-innen wissen mittlerweile, dass Gedanken und Gefühle bei uns bleiben und nicht weggehängt werden können. Notfallseelsorge ist eine hoch belastende Arbeit. Sie braucht eine gute Nachbereitung und ein aktives Stressmanagement. Das "Weghängen" alleine reicht nicht aus. Das haben mittlerweile alle Einsatzorga­ni­sationen erkannt und es sollte auch in der Notfallseelsorge selbstverständlich sein.

Hanjo von Wietersheim, Notfallseelsorger, Wiesenbronn

 

Mit Interesse las ich Ihren Beitrag. Er zeigt die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sind die Angehörigen und die Freunde des Toten. Ihre Frage "Warum?" führt in die Enge. Es dauert, bis daraus das Fragewort: "Wozu" wird. Einen Menschen auf diese Art und Weise zu verlieren, ist eine Katastrophe.

Marlies Großeholz, Ludwigshafen

 

 

Die Bibel als Raubgut

Religion für Einsteiger: Muss man alles tun, was in der Bibel steht? Was ist, wenn sich die Aussagen widersprechen?   chrismon plus Nr. 5/2009
Vielleicht hätte man einen Menschen mit dem Ansinnen, alle Regeln der Bibel zu er­füllen, zu einem Rabbiner schicken sollen. Ich vermute, er hätte ihm klargemacht, dass man kein einziges der Ge- und Verbote direkt aus dem Gesetz herauslesen kann. Vielleicht ­hätte er ihm auch erklärt, dass die 613 Ge- und Verbote nicht alle ihm gelten. Der höfliche Rabbiner hätte ihm vermutlich nicht gesagt, dass ein solcher Umgang mit dem sogenannten Alten Testament dem Umgang eines Räubers mit dem Diebesgut gleicht.

Sabine Bär, Kassel

 

 

Vereinigtes Deutschland

Begegnung: Die Revolution der Pastoren. Dass sie friedlich blieb, war auch ihr Verdienst: Rainer Eppelmann und Markus Meckel   chrismon plus Nr. 5/2009
Wir waren damals alle am Suchen und aus unserem politischen Suchen hat sich dann das herauskristallisiert, was wir am Ende wollten. Aber das war am Anfang nicht immer so klar. Wenn Markus Meckel heute sagt: "Wir wollten das vereinigte Deutschland", so täuscht ihn seine Erinnerung, was den Zeitpunkt anbelangt, an dem er zu dieser Erkenntnis kam. Ich war auf dem Gründungsparteitag der Sozialdemokratischen Partei (SDP) in Magdeburg als Gast, da ich mich noch entscheiden wollte, ob ich in diese SDP oder in den Demokratischen Aufbruch (DA) gehen sollte. So hörte ich mir auch die Debatte um die Einheit Deutschlands dort an. Markus Meckel vertrat meiner Erinnerung nach eine Meinung, die nicht zur Einheit führen sollte. Ich bin dann zeit­weilig in den DA gegangen, war Vorsitzender in Magdeburg und habe mit der Programmkommission für den Kohl'schen Plan für eine Konföderation und das Ziel der Einheit gestimmt.

Dr. Gerhard Loettel, Magdeburg

 

Ich kenne die Verhältnisse und Personen von damals, natürlich auch Ibrahim Böhme, der eine abgründige, rätselhafte Persönlichkeit war. Ich finde es unglaublich entlarvend, wenn Meckel beschreibt, wie er den sterben­den Böhme besucht, um dem "die Chance" zu geben, sich "auszusprechen". Aber der will dem Pastor Meckel keine Beichte ablegen und ihm, der längst obsiegt hat, diesen Triumph nicht gönnen. Meckel kennt natürlich die Beispielgeschichte vom Pharisäer und Zöllner (Lukas 18,9-14). Mich schockiert die Selbstgerechtigkeit eines Markus Meckel, die über die des Pharisäers weit hinausgeht und nicht einmal vor dem Sterbenden haltmacht.

Prof. Dr. Marie-Elisabeth Lüdde, Weimar

 

 

Mann oder Frau?

Portal: Sechs Möbelpacker und viele braune Umzugkartons ergeben zusammen ein Brandenburger Tor.   chrismon plus Nr. 5/2009
Da muss ich mich melden: Der im Text zum Foto von Markus Georg beschriebene "dritte Mann von links" ist doch wohl eine Frau. Das sieht man auch, wenn man das Foto nicht ganz eingehend betrachtet. Eigentlich umso peinlicher, dass da keine Frau gleicher Größe gebeten wurde. Feministische Grüße!

Marion Denis, Bielefeld

 

 

Stammeltern Bitte stets ohne Bauchnabel abbilden!

Themenheft Paradies: Und der Python frisst die Ratten. Texte und Reportagen vom australischen Regenwald bis zum biblischen Garten Eden. Und eine Antwort auf die Frage: Gab es im Paradies keine Sünden?    chrismon plus Nr. 4/2009
Als langjähriger Leser weiß ich, dass Sie immer lesenswerte und sehr anregende Hefte gestalten. Diesmal ist Ihnen aber ein ganz besonderes Heft gelungen. Das Thema "Paradies" ist schon für sich ziemlich interessant. Ihnen ist es gelungen, dazu ein ganzes Panorama auch höchst ungewöhnlicher Perspektiven zu entfalten, die mich jede für sich gefesselt haben. Danke!

Andreas Jansen, Ratingen

 

Auf dem Titel Ihres Magazins haben sie Adam und Eva im Paradies dargestellt. Nach dem Schöpfungsbericht der Bibel wurden sie von Gott geschaffen. Deshalb wundert es mich, dass die beiden einen Bauchnabel besitzen. Mein Vorschlag: Adam und Eva immer ohne Bauchnabel darstellen!

Claus R. Bergmann, Grafikdesigner, Stuttgart

 

 

Texte voller Wortdiamanten

Das Wort: Die Bibelauslegung des theologischen Autors und Religionspädagogen Fulbert Steffensky. Diesmal zum Sonntag Okuli und dem sperrigen Zitat aus dem Lukas-Evangelium: "Lass die Toten die ­Toten begraben!"   chrismon plus Nr. 3/2009
Längst bin ich ein bekennender Fan Ihrer Zeitschrift. So bunt und trotzdem gehaltvoll kann (vielleicht besonders?) die evangelische Kirche sein. Ein besonderer Dank an Fulbert Steffensky für seine Wortdiamanten, die er in jedem Heft für uns Lesende geschliffen bereithält. Die sprachliche Schönheit und die weise Ernsthaftigkeit seiner Texte fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Danke, dass wir an diese sprudelnde Wortquelle angeschlossen werden.

Pastor Tobias Götting, Hamburg

 

 

Chancen einer Ehe - seien wir positiv

Im Vertrauen: Die richtigen Glückwünsche zur Trauung! Gute Gedanken wirken nach - schlechte aber auch   chrismon plus Nr. 4/2009
Ihrem Artikel kann ich voll zustimmen. Aber immer wird geschrieben, dass circa 50 Prozent der Ehen scheitern. Warum heißt es nicht, dass 50 Prozent der Ehen dauerhaft bestehen bleiben? Wie viele Menschen spielen wöchentlich Lotto in dem Glauben, der eine unter 14 Millionen zu sein, der den Hauptgewinn erhält. Seien wir positiv und sagen allen, dass wir es schaffen! Für mich ist das Glas immer halbvoll.

Klaus Hartmann, Berlin

 

Wen lädt man denn zu seiner oder der Kinder Hochzeit ein? Solch unmögliche Freunde oder Gäste, wie Sie sie in Ihrem Beispiel schildern, sind keine Freunde. Man hält sich fern und lädt sie schon gar nicht ein. Geben Sie doch besser Tipps für eine ernsthaft geschlossene Ehe in einem ernsthaften Umfeld. Mit Ihrer suggestiv gestellten Frage provo­zieren Sie ja selbst die negative Antwort.

Konrad A. Köhler, Zeitlarn-Laub

 

 

Wo bleibt die Entrüstung?

Auf ein Wort, Streitfälle: Verfestigen ­Tafelbewegung und Suppenküchen die Armut in Deutschland? Blockieren sie wirksame politische Veränderungen? chrismon-Herausgeber Hermann Gröhe kritisiert die Thesen des Soziologen Stefan Selke. Und der Kritisierte erläutert seine Position    chrismon plus Nr. 4/2009
Nach Auffassung von Herrn Selke verfestigen die Tafeln die Armut. Er blendet dabei aus, dass viele "Kunden" der Tafel sich Lebensmittel nur leisten können, weil sie diese Lebensmittel geschenkt bekommen oder nur einen kleinen Obolus dafür zahlen müssen. Wenn er ein Jahr lang bei einer Tafel mitge­holfen hat, hätte er das merken müssen. Wir benötigen nach seiner Auffassung das Elend, um erfolgreich dagegen ankämpfen zu können - eine verschrobene Ansicht. Die Tafeln ersetzen nach Ansicht von Herrn ­Selke die Fürsorgeverpflichtung des Staates. Von unseren Sozialpolitikern, die noch nie von Sozialhilfesätzen leben mussten, müsste eigentlich ein Sturm der Entrüstung ausgehen. Wenn Herr Selke sagt, die Tafeln wären wirklich erfolgreich, wenn sie sich selbst abschaffen würden, hat er natürlich recht. Das würde aber zwingend voraussetzen, dass die Armut in Deutschland wirklich bekämpft würde.

Gerhard Niemeyer, Oberhausen

 

Es geht nicht um "Rechtsansprüche auf staatliche Leistungen", sondern um eine ­Politik der Nachhaltigkeit, die Menschen ­ermöglicht, von ihrer Arbeit zu leben. Als Be­rater der Bundeskanzlerin ist der Autor mit dafür verantwortlich, dass die politischen und wirtschaftlichen Strukturen so gestaltet sind, dass einige wenige immer reicher und viele andere immer ärmer werden. Evangelischer Entwicklungsdienst (eed) und Brot für die Welt haben dies in ihrer Studie "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt", die sie zusammen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beim Wuppertalinstitut erstellen ließen, sehr deutlich dargelegt.

Gerhard Völker, Elzach

 

 

Jugendliche von Heute und Die Rebellion

Doppelpunkt: Die Pubertät ist anstrengend, aber ein kultureller Glücksfall. Das Problem sind die Eltern   chrismon plus Nr. 2/2009
Mein Mann und ich erleben die Pubertät unserer Kinder bisher als weitestgehend unproblematisch. Weitestgehend, das heißt: Unsere Jugendlichen fühlen sich mit ihrem Tatendrang und Ideenreichtum und ihrer durchaus politischen Fantasie ausgeschlossen von der Gesellschaft und auf eine Schule begrenzt, die sie in vielfacher Hinsicht zum Still- und Durchhalten zwingt und organisiert ist wie im 19. Jahrhundert. Mitgestaltungsmöglichkeiten sind, auch auf lokalpolitischer Ebene, für Jugendliche begrenzt und erfordern, da dicke Bretter zu bohren sind, Durchhalte­vermögen, erhöhte, selbst von Erwachsenen schwer aufzubringende Frustrationstoleranz sowie langen Atem. Genau diesen Atem, ja bereits die Möglichkeit zu atmen, nehmen wir den zukünftigen Generationen. Unsere Gesellschaft verfrühstückt in einem Maße und in einer Geschwindigkeit deren finanzielle und biologische Lebensgrundlagen, dass es - jawohl - atemberaubend ist. Jugend hat das Recht und in zunehmendem Maße die Pflicht zur Rebellion, zur Unangepasstheit und im Übrigen auch gar keine andere Wahl. Denn leider können sie das Erbe, das wir ihnen hinterlassen, nicht einmal ausschlagen.

Marlies Weidenfeller, Bremen

 

 

Integration und Segregation

So viele Schüler, so viele Lehrpläne. Wie Integrationsklassen in evangelischen Schulen funktionieren: die Matthias-Claudius-Schule in Bochum.   chrismon plus Nr. 2/2009
Ich wurde als Schulleiter mit folgendem Ausspruch zitiert: "So viel Integration wie möglich, so viel Selektion wie nötig." Der richtige Begriff lautet "Segregation". Damit wird ausgesagt, dass möglichst viel gemeinsamer Unterricht und möglichst wenig inhaltliche und räumliche Trennung von Schülern und Schülerinnen stattfinden soll. Das Wort Selektion konterkariert die Idee des gemeinsamen Lernens von Menschen mit und ohne Behinderung und stellt eine unheilvolle gedankliche Verbindung zum Umgang mit Behinderten in der NS-Zeit dar.

Volkhard Trust, Schulleiter, Bochum

 

 

Deutlichere Worte

Auf ein Wort: Bischof Wolfgang Huber über die Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern   chrismon plus Nr. 3/2009
Der Text ist so schön ausgewogen! Leider ist die Situation im Nahen Osten nicht entsprechend ausgewogen und gleichgewichtig. Die Israelis sind nun einmal wesentlich stärker. Sie haben mehr Land der Palästinenser gestohlen als umgekehrt, sie halten deutlich mehr Gefangene in ihren Gefängnissen als umgekehrt, usw. Ja, die Palästinenser brauchen unsere Hilfe, damit sie nicht elendiglich "eingehen", abgeschnitten von Hilfstransporten aller Art. Auch die Israelis brauchen "Hilfe", allerdings in Form von deutlichen Worten und Sanktionen,  damit sie den Weg zu Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Rechtsstaatlichkeit finden.

Georg Fritzen, Düren

 

 

Da fehlen die Nachweise

Wachsame Aktionäre: Die Rücklagen der Kirchen und ihr wachsendes Interesse an nachhaltigen Geldanlagen   chrismon plus Nr. 3/2009
Der Schlüsselsatz des Artikels, zitiert vom Finanzreferenten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), lautet: "Die Kirchen haben ihr Geld schon immer ethisch verantwortlich angelegt." Seit wann achten die Kirchen "schon immer" auf ethische Standards? Hat jemals eine evangelische Landeskirche oder die Diakonie der Öffentlichkeit nachgewiesen, in welcher Weise die Rücklagen in welchen Prozentsätzen und nach welchen Kriterien "grün" angelegt sind? So lange dieser konkret nachvollziehbare Nachweis dem Kirchenvolk vorenthalten wird, tragen  solche Artikel dazu bei, der Öffentlichkeit eine Glaubwürdigkeit vorzugaukeln, der jede Begründung fehlt.

Gerhard Dilschneider, Ulm

 

 

Vorbildliche Frauenrechtlerin

Vorbilder: Hedwig Dohm, eine begabte Polemikerin und Schriftstellerin, geißelte den Ersten Weltkrieg als Gotteslästerung   chrismon plus Nr. 3/2009
Sehr richtig stellen Sie heraus, dass Hedwig Dohm den Krieg bereits 1915 verurteilte, also zu einer Zeit, als das alles andere als opportun war. Diese Widerständigkeit ist in der Tat vorbildlich. Sie hätten aber deutlicher machen können, dass Hedwig Dohm vor allem eine Frauenrechtlerin war. Ist das etwa weniger vorbildlich? Immerhin konnte ihre Enkelin Katia Pringsheim (die spätere Katia Mann, die Red.) bereits 1901 die Abiturprüfung ablegen, wenngleich noch auf besonderen Antrag. So ist es nachzulesen in dem Buch von Inge und Walter Jens: Frau Thomas Mann. Das Leben der Katharina Pringsheim. Reinbek bei Hamburg 2005.

Marlies Lücking, Fürstenfeldbruck

 

Ihren Bericht über Hedwig Dohm habe ich mit großem Interesse gelesen. Hinzufügen möchte ich noch, dass Hedwig Dohm nach ihrem Tod neben ihrem bereits im Jahr 1883 verstorbenen Mann Ernst Dohm auf dem Evangelischen Sankt-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg begraben worden ist. Nachdem die Grabstätte in den 1930er oder 1940er Jahren von der Familie nicht weiter verlängert worden ist, wurde das Grab von Hedwig und Ernst Dohm eingeebnet. Der Journalistinnenbund Deutschlands hat an gleicher Stelle auf dem Sankt-Matthäus-Kirchhof am 22. September 2007 eine Gedenkstätte für Hedwig Dohm errichtet und das Grab damit um weitere zwanzig Jahre gesichert.

Lutz Mertens, Berlin

 

 

Der Gute Ausgang

Religion für Einsteiger: "Führe uns nicht in Versuchung", heißt es im Vaterunser. Führt Gott die Menschen tatsächlich in Versuchung?   chrismon plus Nr. 2/2009

Vielen Dank für Ihre einfühlsame Betrachtung zu existenziellen Versuchungen. Die gewählten Beispiele treffen die Probleme der heutigen Menschen sehr genau. Die Geschichte von Abraham und Isaak hat einen wirklich großartigen Sinn: Sie bezeichnet den Augenblick der Erkenntnis, dass Gott keine Menschenopfer will. Aus diesem Grund ist sie für mich eine der schönsten im Alten Testament. Der gute Ausgang ist von den Autoren natürlich ein­geplant.

Dr. Ludwig Blendinger, Nennslingen

 

Vergleicht man die Wendung im Vaterunser mit ähnlichen jüdi­schen Gebeten, müsste sie lauten: "Gib, dass wir nicht in Versuchung hineinkommen." Bereits im fünften Jahrhundert wurde so gebetet. Im lateinischen Paternoster des Kirchenvaters Ambrosius heißt es, ins Deutsche übersetzt: "Lass nicht zu, dass wir in Versuchung geführt werden." Jesus hat mit einiger Sicherheit seinen "Abba, lieber Vater" ge­beten, ihn in der Versuchung zu bewahren. Es geht also um Bewahrung in der Versuchung, nicht vor ihr! Martin Luther schreibt: "Wir müssen Anfechtung erleiden, ja sogar drin stecken. Aber dafür bitten dürfen wir, dass wir nicht darin ersaufen."

Pfarrer Felix Evers, Ratzeburg

 

Vor ein paar Wochen tauchte in einem Gespräch unvermittelt die Meinung auf: "Gott ist ein ­liebender Gott, der ist uns nicht hinterhältig in Versuchung führt." Nach meiner Meinung ist es Gott, der mein Leben lenkt, also bringt auch er mich in die Lage, Entscheidungen treffen zu müssen, die unter Umständen mein Gewissen stark belasten. Zwei Mal war ich in der Situation, liebe Menschen, die sehr schwer krank waren, zu betreuen. Mit einer doppelten Dosis Morphium wäre es ein Leichtes gewesen, ihrem Leben ein Ende zu machen. Niemand hat den Medi­kamentenbestand kontrolliert. Trotz der Versuchung habe ich nicht einen Moment lang gedacht, dass mich "der Böse" beeinflussen will.

Helga Theus, Berlin

 

 

SparLöhne in der Diakonie

Auf ein Wort: Landesbischöfin Margot Käßmann meint: Wer eine gute Kranken- und Altenpflege will, muss die Pflegekräfte vernünftig bezahlen. Unterstützen wir ihre Forderungen!   chrismon plus Nr. 2/2009

Ich finde es ganz toll, dass Sie sich mit diesem Thema befassen, und hoffe, dass in Niedersachsen die Welt der Pflegekräfte noch in Ordnung ist. Es stimmt mich nämlich sehr nachdenklich, dass die "Diakonie" und auch andere "Wohlfahrtsverbände" in Bayern Subunternehmen einrichten, um die tariflichen Löhne nicht bezahlen zu müssen. Dass dies, wie Sie schreiben, "in der Regel deutlich mehr ist als der jetzt geforderte Mindestlohn", heißt noch lange nicht, dass dieser zum erträglichen Lebens­unterhalt reicht. ­Neben der "vernünftigen Bezahlung" fehlen nicht selten die Rahmenbedingungen (regelmäßige Arbeitszeiten und vor allem Pausen, feste Arbeitsverträge), Wertschätzung des Pflegepersonals nicht nur durch die Bewohner/-innen und deren Angehörige, sondern auch durch das gesamte Umfeld, notwendige Supervision für die schwere physische als auch psychische Arbeit bei der Begleitung der ­Senioren in ihrem letzten Lebensabschnitt, vor allem beim Sterben.

Rudolf Barth (E-Mail)

 

 

Wahre Engelsgeduld

Im Vertrauen: Ich will mich nicht unterhalten - auch wenn der Herr in der U-Bahn mir so gern etwas erzählen möchte...   chrismon plus Nr. 2/2009

Da ich ein sehr offener und kommunikativer Mensch bin, gesellen sich zu mir oft Zu­schwätzer und Zeiträuber, also jener Typ von Zeitgenossen, die jedem ihre ­"unverzichtbaren Neuigkeiten" andienen, ohne Rücksicht darauf, ob der Betreffende will oder nicht. Ich habe inzwischen ein Gespür dafür entwickelt, wer das Gespräch wirklich braucht und wer nicht. Wenn ich zum Beispiel auf der Bahn oder im Bus spüre, dass jemand wirklich ein Gespräch braucht, habe ich eine wahre Engelsgeduld, dem Betreffenden nicht nur zuzuhören, sondern ihn auch noch mit ein paar fröhlichen Worten aufzumuntern. Für potenzielle Zuschwätzer habe ich immer und ohne jedes schlechte Gewissen den Satz parat: "Erzählen Sie es doch Ihrem Haar­abschneider, der wird sich brennend dafür interessieren."

Mathilde Vietze, Regensburg

 

Ich habe einmal mit meinen Kindern in einer S-Bahn gesessen und wollte ihnen etwas vorlesen, woraufhin mir eine Dame von etwa 55 Jahren mitteilte, sie wolle ihre Ruhe haben und ich möge doch bitte schweigen. Verdutzt habe ich das tatsächlich getan. Wenn ich in die öffentlichen Verkehrsmittel steige, erstaunt es mich immer wieder, mit welcher Konsequenz sich die Menschen vereinzeln und sich sorgsam jeweils allein in die Vierergruppen eines S- oder U-Bahn-Wagens verteilen, um bloß nicht den anderen Menschen zu nahe zu kommen.

Bert Hoppe, Berlin

 

 

Immer spontan

"Soll ich?...Ja!" Ein Plädoyer für das beherzte Entscheiden    chrismon plus Nr. 2/2009

Ich fand den Leitartikel ganz wunderbar und habe ihn gleich meiner Tochter (27 Jahre) zu lesen gegeben. Ich habe mich in mei­nem Leben immer spontan entschieden und viel gewagt, und rückblickend war es immer die für mich richtige - nein: wertvolle Entscheidung. Ich bin zwei Mal mit der Familie für zwei Jahre im Ausland gewesen, habe spontan eine Hausarztpraxis übernommen und sie ebenso spontan an eine Jüngere abgegeben.

Bettina Dreßler (E-Mail)

 

 

Berg- oder Talski?

Portal: Mittagspause auf der winterlichen Almhütte   chrismon plus Nr. 2/2009

Ich möchte darauf hinweisen, dass im Beitrag "Portal" der Satz nicht richtig ist: "...im Skikurs immer den Bergski belasten". Es sollte bei einer Schrägfahrt immer der Talski belastet werden.

Martina Brestrich, Berlin

 

Anmerkung der Redaktion:
Von Schrägfahrt war zwar keine Rede, aber es stimmt: Da wird der Talski stärker belastet. Fährt man dagegen Kurven, spricht man von Außen- und Innenski. Im Übergang von einer Kurve zur anderen wird, vor allem beim Carven, der Außenski belastet. Aber carven kann die Autorin dieses Textes gar nicht. Sie hört künftig auf den staatlich geprüften Skilehrer Wolfgang Wagner: Außenski belasten!

Fass! Mich! An!

Umarmungsaktionen, Kuschelpartys, Gottesdienste zum Anfassen - manche finden so was anrührend, andere einfach nur grässlich. Ein Bericht aus dem ­Dickicht der Städte   chrismon Nr. 1/2009

Endlich schreibt mal jemand über Berührung von Mensch zu Mensch und dass eine Massage bei einem Profi oder beim Friseur doch keineswegs etwas ohne Wert ist. Ich bin staatlich geprüfter Masseur und medizinischer Bademeister und kenne die Einstellung vieler Ärzte. Ich freue mich über diesen sehr guten Bericht.

Manfred Reith, Waldsassen

 

"Fass! Mich! An!" ist ein großes Thema und Ihr Artikel eine gute Sammlung verschiedener Berührungsformen oder -möglichkeiten. Ich möchte Sie dennoch auf eine Recherche­lücke aufmerksam machen, denn es gibt ihn wirklich: den Beruf der Berührerin im Bereich zwischen Prostitution und medizinischer Massage. In der Schweiz gibt es ihn schon lange, vorwiegend für Menschen mit Behinderung.

Milka Reich, Berlin

 

Glückwunsch, Ihre Beiträge sind einfach prima. Ihren Artikel über die spontanen Umarmungen habe ich mit meinem 24-jährigen Sohn diskutiert. Ich gebe zu, dass ich anfangs mit "nein danke" reagiert habe. Nach dem Gespräch habe ich seine unbekümmerte ­Einstellung zu diesem Thema übernommen. Ja, warum eigentlich nicht!

Renate Meyer (E-Mail)

 

 

Echte Erziehung ohne Internet

Kreuz und quer: Dreijährige ins Internet? Burkhard Fuhs, Erziehungswissenschaftler und Volkskundler, meint Ja.   chrismon Nr. 1/2009

Nach dem Lesen eines solchen Ratschlages fragt man sich ernsthaft, ob der Autor überhaupt Kontakt zu Kindern hat. Das Internet ist ebenso wie Fernsehen, Nintendo, Playstation etc. in erster Linie reine Verblödung. Es gibt fast nichts darin, was man nicht durch gute Bücher, Spiele oder Kommunikation ersetzen könnte. Natürlich erklären wir unseren Kindern den Computer, sobald sie danach fragen, weil sie sehen, dass ich damit arbeite. Aber sie haben noch nie gesehen, dass wir mit der Kiste irgendwelchen Unsinn veranstalten - der Computer ist ein Arbeitsgerät und das Internet kann dazu dienen, schnell an Informationen zu kommen, das lernen Kinder in wenigen Minuten. Chatten und herumsurfen aber sind Dinge, die der Mensch nicht braucht. Die soziale Ungleichheit liegt ganz woanders: Diejenigen Eltern, die keine Lust oder Zeit haben, sich um ihre Kinder zu kümmern, setzen sie vor Ersatzgeräte, wo sie verkümmern. Eltern, die Wert auf echte Er­ziehung und Familie legen, schränken solche Dinge ein.

Alexandra Maria Linder, Finnentrop

 

Kinder sollten erst die ursprünglichen Kulturtechniken wie sprechen, zuhören, lesen, schreiben, zeichnen und so fort lernen, bevor sie verantwortungsvoll mit den neuen komplexen Medienformaten umgehen können. Erwachsene sollten ihren Kindern die konkret-reale Welt zunächst einmal mit allen Sinnen zeigen und erklären und den Generationenvertrag, der eben auch besagt, dass die Kindheit ein schützenswertes Gut ist, nicht aufkündigen. Medienpädagogen müssten endlich zugeben, dass es im Umgang mit Medien nicht allein mit der Vermittlung von Medienkompetenz getan ist, sondern dass es nicht selten einfach darum geht, ohne neue Medien zu vermitteln, was natürlich mehr Zeitaufwand bedeutet.

Dr. med. Bert Theodor te Wildt, Psychiater und Psychotherapeut, Hannover

 

 

Was an chrismon Freude macht

Kreuz und quer: Von Abel bis Zadok - tausendundeine Frage im chrismon-Quiz, chrismon-Umfrage   chrismon allgemein

Ich freue mich stets, wenn das evangelische Magazin chrismon den Zeitungen beiliegt,  und lese es gern. Das Quiz in "kreuz und quer" macht Freude und die Umfrage mit ihren drei Statements der Prominenten ebenfalls. Also Schulterklopfen.

Falko Weerts, Kirchweyhe

 

 

­Telefonzelle im Beichtstuhl?

Auf ein Wort: Der bayerische evangelische Landesbischof und chrismon-He­raus-­geber Dr. Johannes Friedrich zum Thema: Soll man Kirchengebäude umwidmen? Ja, aber nicht zu Moscheen, sagen die Kirchen   chrismon Nr. 1/2009
Warum keine Kirchen in Moscheen umgestalten? Wäre es besser, sie in Kfz-Werkstätten oder Kinos zu verwandeln oder gar verfallen zu lassen? Ich bin erschrocken ob der Ängstlichkeit, die aus dieser Haltung spricht. Ich las kürzlich, dass die Aggressivität und Kriminalität unter jungen Türken wohl abnehmen würde, wenn sie mehr Selbstwertgefühl entwickeln könnten. Ich halte es für christlich, ihnen bei der Integration zu helfen, sie als gleichwertig zu behandeln. Eine Moschee ist eine schöne Umnutzung!

Mona Hasse (E-Mail)

 

Ein herrliches Beispiel einer derartigen Umwidmung finden Sie in der Hagia Sophia in Istanbul: Als christliche Kirche erbaut, wurde sie von den Türken zur Moschee umgebaut und dient heute als Museum. In Irland finden Sie eine Vielzahl heute sinnvoll genutzter vormals christlicher Gebäude. Die Jugendherberge in Dublin ist in einem ehemaligen Kloster, die Mensa ist das Kirchenschiff, in den Beichtstühlen sind Telefonzellen. Den deutschen Kirchen geht es finanziell zu gut, als dass etwas Derartiges hier denkbar wäre.

Lueder Gesse, Niedersteinbach/Frankreich

 

 

Ein Messias versöhnt - aber er spaltet auch die Gesellschaft

Religion für Einsteiger: Wie wird man Messias? Das hängt davon ab, ob man einen jüdischen König oder einen amerikanischen Präsidenten damit meint.   chrismon Nr. 1/2009

Der Autor liefert in seinem lesenswerten Beitrag zum medialen Messiasphänomen Obama zwei Charakterisierungen des Messiasbegriffs, denen er Allgemeingültigkeit unterstellt, die aber so verkürzt nicht stehen bleiben sollten. Erstens: Wohl wahr - ein Messias soll ein Versöhner sein. Aber ein Messias ist genau deshalb immer auch ein Spalter. Er spaltet die Gesellschaft in jene, die sich von ihm versöhnen lassen, und jene, auf die er keine attraktive Wirkung ausübt. Denn noch keinem Messias ist es je gelungen oder wird es je gelingen, die gesamte Menschheit mit ihm und mit sich selbst zu versöhnen. Zweitens: Ein Messias wecke die Hoffnung, "die bestehende Ordnung zu überwinden und an ihrer Stelle eine Ordnung allumfassender Gerechtigkeit und des Glücks zu errichten". Das ist belletristisch in des Wortes wahrer Bedeutung kaum zu überbieten. Mit der Projektion von absurd-utopischen Hoffnungen aus dem Reich der Poesie auf die Realität kann man vom Schicksal geplagte und deshalb dafür anfällige Menschen nur enttäuschen oder schlimmer: noch tiefer in ihr Unglück stürzen!

Dieter Eichrodt, Glengarriff/Irland

 

 

Ein besonderes Ereignis

chrismon-Umfrage: Was machen Sie an einem staatlichen Gedenktag?   chrismon Nr. 1/2009

Die Kirchen bieten zu Gedenktagen nicht gerade Überragendes. Umso dankbarer beteilige ich mich an einem besonderen Ereignis zum Tag der Deutschen Einheit: Seit sechs Jahren findet im Kloster Volkenroda, Thüringen, im Christus-Pavillon, der EXPO 2000-Kirche, ein festlicher Gottesdienst statt, dessen Predigt sich mit der Überwindung der deutschen Teilung auseinandersetzt.

Dr.-Ing. Richard A. Weber, Moers

Orientierungslose Eltern

Begegnung: Moderne Helden sind die ­Väter von heute, meint Philosoph Dieter Thomä. Für die feministische Theologin Claudia Janssen sollen Eltern und Kinder wie Geschwister sein   chrismon Nr. 12/2008
Die Aussage, Eltern und Kinder sollten wie Geschwister leben, finde ich geradezu absurd. Klingt wie zu Zeiten der 68er! Die Nichtanwesenheit meines Vaters, dann die fremdelnde Anwesenheit dieses Vaters nach dem Zweiten Weltkrieg empfinde ich (70) heute noch als einen gewissen Verlust. Die Andersartigkeit durch die Geschlechter sollte bei der Erziehung der Kinder ruhig zum Tragen kommen! Leider wird heute oft die Rolle der Mutter, insbesondere aber auch die Rolle des Vaters, nicht wirklich im Sinne der bestehenden Möglichkeiten wahrgenommen. Durch die Zerrissenheit und Orientierungs­losigkeit in unserer Zeit ist es für die heutigen Eltern nicht zum Besten bestellt.

Aribert Rüth, Heiden

 

 

Die Beste Nebenrolle

Josefs Geschichte: Ein erzählerischer ­Essay von Arnd Brummer und ein Weihnachts-Comic von Frank Schmolke über den Vater Jesu, einen stillen Helden   chrismon Nr. 12/2008
Für den Artikel möchte ich mich beim Autor und dem Zeichner herzlich bedanken. Auch mir ist seit langer Zeit immer wieder das in Schrift und Darstellung eigenartig gezeich­nete Bild Josefs aufgestoßen. Der Versuch, seiner Rolle in der "Heiligen Familie" gerecht zu werden, ist interessant, lesens- und lobenswert. Ganz so langweilig, alt und uninteressant kann er wohl nicht gewesen sein, der Josef, es ist ihm bei dem unbequemen ­(Pflege-)Sohn doch einiges abverlangt worden.

Dr. Bertold Klüser (E-Mail)

 

Ihr Artikel über Josef hat mir gut gefallen. Der arme Kerl wird doch im Allgemeinen recht stiefmütterlich behandelt. Das Problem ist freilich, dass man bei moderner Lesart über die Jungfräulichkeit Mariens hinwegkommen muss. Das ist für denjenigen, der nicht in der Position Sex gleich Sünde verharrt, leichter als für den traditionellen Dogmatiker. Als Protestant, der das Denken auch als Gottesgabe begreift, habe ich damit keine Schwierig­keit. Gottes Wunder können durchaus in der Natur wurzeln.

Jürgen Eicke (E-Mail)

 

Mit herzlicher Zustimmung habe ich Ihren Josef-Artikel gelesen. Der Einstieg über Ihren - dem Josef zweifellos ähnlichen - Großvater ist gekonnt und deckt Wesentliches von Josefs Person auf, worauf die Evangelien verzichten.

Dr. Ludwig Blendinger, Nennslingen

 

Fragwürdiges Zweites Leben

Doppelpunkt von Andreas Rosenfelder: "Und der Mensch sah, dass es gut war." Warum auch in der Welt der Computerspiele biblische Motive vorkommen und  die Moral regiert   chrismon Nr. 12/2008
Ihrer Logik, dass in den Computerspielen die Moral regiert, kann ich nicht zustimmen. So virtuell wie diese ganze synthetische Welt ist auch dort die Moral. Beispiel "Second Life": In dieser Wunschwelt, die ein zweites Leben verspricht, was allein schon verlogen ist, weil der Mensch nur ein Leben hat, gehört der Besucher dem geschlechtslosen Geschlecht der Avatars an und kann darin alles tun und erleben, wozu ihm im realen Leben die Lust vergangen ist, der Mut fehlt oder das Geld. Sich also auch - welche Lust! - der moralischen Verantwortung entziehen. Dass sich auch die Kirchen in dieser Scheinwelt tummeln, vielleicht in der Annahme, das Evangelium auf diesem Umweg jenen Menschen eher vermitteln zu können, die nicht mehr als Gottes Geschöpfe im wahren Leben, sondern nur noch als Avatars ansprechbar sind, halte ich für einen großen Fehler. Die Kirchen und verantwortungsvolle christliche Publizisten sollten intensiv vor dem Besuch dieser Internetfluchtburgen warnen.

Felix Heidenberger (E-Mail)

 

 

Im Schweisse des Angesichts

Begegnung: Gleiches Geld für alle? Unternehmer Götz Werner ist für ein Grundeinkommen, Soziologin Jutta Allmendinger dagegen   chrismon Nr. 10/2008
Als Ingenieur weiß ich: Von nichts kommt nichts. Seit der Vertreibung aus dem Paradies müssen wir unser Brot im Schweiße unseres Angesichts verdienen. Die Faulen, die sich die Freiheit nehmen würden, wegen des Grundeinkommens nicht zu arbeiten, müssten von den Fleißigen alimentiert werden. Das Grundeinkommen vertuscht den auch in einer arbeitsteiligen Welt gültigen Zusammenhang von Arbeit und Lohn.

Dr. Ulrich Tillessen, Waldshut-Tiengen

 

 

Nur ein Traum

Kreuz und quer: Künstlicher Motorensound für das Elektroauto   chrismon Nr. 10/2008
Solange besonders in deutschen Köpfen immer noch sportliches Fahrvergnügen herumgeistert, wird die Verbreitung des Elektroautos ein Traum bleiben. Bei dem Tesla reicht die Batterie von 55 kWh bei dem 185-kW-Motor für gerade einmal 17,8 Minuten, trotz der für die meisten Menschen unerschwinglich teuren Batterie. Mobilität ist ein Grundbedürfnis in unserer Gesellschaft, das von ADAC und auch von Ihnen gepriesene "Fahrvergnügen" ist es nicht.

Prof. Dr. Burkhard Schulz-Jander (E-Mail)

 

 

Liebgewordene Unterhaltung

chrismon allgemein
Als studierter Journalist bin ich nur zufällig an die Lektüre von chrismon gelangt, da unsere Firma Abonnentin ist. Obgleich ich mich mit den starren Formen einer Kirche nicht arrangieren mag und grundsätzlich wenig Berührungspunkte mit christlichen Inhalten habe, ist mir dessen ungeachtet dennoch der hohe journalistische Wert der in chrismon enthaltenen Artikel sehr angenehm und mit der Zeit liebgewordene Unterhaltung geworden.

Alexander Waldhelm (E-Mail)

 

 

Gesprengt, nicht zerbombt

Kreuz und quer: Interview mit dem Architekten Meinhard von Gerkan zum Wiederaufbau von Kirchen   chrismon plus Nr. 10/2008
Die Universitätskirche in Leipzig hatte zwar im Zweiten Weltkrieg eine Fliegerbombe im Dach zu verkraften. (Ein Theologieprofessor und einige Studenten haben den Brand verhindert.) Aber sie wurde am 30. Mai 1968 auf Beschluss des Stadtrates von Leipzig gesprengt. Die Kirche war voll funktionstüchtig. Sie wurde Opfer einer gott- und kulturverleugnenden Ideologie. Das ist eine andere Ausgangslage für die Diskussion um den Wiederaufbau, als wenn die Kirche im Krieg zerstört worden wäre.

Nikolaus Krause, Dresden

 

 

Der jungen Mutter eine Cahnce!

Anfänge: Regaltauchen? Wer mit wenig Geld auskommen muss, entwickelt darin bald Geschick   chrismon Nr. 10/2008
Wären Einkaufsmoral und Disziplin von Frau Frieß nicht schon Grund genug, ihr einen adäquaten Ausbildungsplatz anzubieten? Wenn ich Arbeitgeber wäre, würde ich dieser jungen Mutter sofort eine Chance geben.

Christa Horlitz, Göttingen

 

 


Der Tod kam durch die Menschen in die Welt

Religion für Einsteiger: Was kann man für die Toten tun?   chrismon Nr. 9/2008
Theologieprofessor Klaus-Peter Jörns schreibt, Geburt und Tod seien doch eigentlich Kennzeichen der ganzen Schöpfung, "und die ist, wie der Schöpfergott selbst erklärt hat, gut". Diese Erklärung des Schöpfers bezieht sich auf die Schöpfung vor dem Sündenfall, und dort gab es keinen Tod.

Ralf Bürzele, Hohenstein-Bernloch

 

 

Kinder brauchen Geld: Aber wie lange?

Im Vertrauen: Wenn Euros die Beziehung zwischen Eltern und Kindern bestimmen   chrismon Nr. 9/2008
Studium beendet und noch keinen Job? Das passiert überall.  Natürlich kann ich als Mutter anbieten, eine Durststrecke zu überwinden. Ich halte es für selbstverständlich, dass dieses Geld zurückgezahlt wird, wenn Arbeit gefunden ist. Das hat dann nichts mehr mit "Betüdeln" oder Abhängigkeit zu tun.

Brigitte Zauft (E-Mail)

 

 

Attraktiv für Abstinenzler

chrismon Nr. 9/2008
Herzlichen Glückwunsch zur redaktionellen wie gestalterischen Leistung der neuen Ausgabe. Als evangelische Christin freue ich mich, dass gleich drei Bischöfe in einer konzertierten Aktion ein solches Magazin herausgeben. Ich hoffe, dass durch die Beilage in den genannten Tageszeitungen der eine oder andere "Abstinenzler" positiv angesprochen wird und, wie beschrieben, im besten Fall wieder in die Kirche eintritt.

Eleonore Heuer, Frankfurt/M.

 

 

 


Evolution, richtig verstanden

Begegnung: Volker Mosbrugger, Paläontologe und Direktor des Senckenbergmuseums, Frankfurt am Main, und Volker Sturm, Hirnchirurg an der Uniklinik Köln, erklären ihr Bild vom Menschen   chrismon Nr. 8/2008
Für mich persönlich besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen Schöpfung und Evolution. Beides geschieht im göttlichen Zeitmaß, bei dem ein Tag 1000 Jahren oder besser einer Million Jahren entspricht. Und beides dauert meines Erachtens noch immer an. Vielleicht sollten wir uns angewöhnen, nicht immer in "entweder - oder", sondern in "sowohl - als auch" zu denken.

Dr.-Ing. Eckhard Hölscher, Seeshaupt


 

Man kann es nicht oft genug sagen: Die Frage nach dem Anfang versus Ursprung der Welt lässt sich nur mythologisch beantworten. Das ist keineswegs eine Schwäche, sondern der Sache eigen. Die Aussagen eines Schöpfungsmythos sind nun aber keineswegs beliebig, denn je nachdem, wie dieser Mythos beschaffen ist, hat er unmittelbare Auswirkungen auf das Weltverständnis heute. Schöpfung ja oder nein heißt zum Beispiel nichts anderes als: "Ist mein Dasein Zufall oder ist es gewollt?", "Welchen Platz nimmt der Mensch in der Schöpfung ein?", "Was gibt mir Vertrauen in die Welt, in der ich lebe?" Diese Fragen werden in den Schöpfungsaussagen der Bibel einzigartig und bis heute hilfreich, differenziert und fortschrittlich geklärt und beantwortet. Es sollte sich herumgesprochen haben, dass die biblischen Schöpfungstexte niemals den Anspruch haben, eine in unserem Sinne wissenschaftliche Erklärung für den Anfang der Welt zu sein.

Reinhard Wick, Geltendorf

 

 

Nichts ohne Glauben

Religion für Einsteiger: Was ist ein Sakrament?   chrismon Nr. 8/2008
Der Autor behauptet, dass nach katholischer Lehre ein Sakrament allein aufgrund der Handlung (Zeichen und Wort) "funktioniere", während Martin Luther und die Reformatoren mit diesem stark materiellen Verständnis brachen und den Glauben des Menschen, der das Sakrament empfängt, als drittes Kriterium hinzufügten. Dies stimmt nicht. An vielen Stellen des Katechismus der katholischen Kirche kommt klar zum Ausdruck, dass der Glaube nötig ist.

César Ortiz (E-Mail)

 

 

Deklination von "Autor"

Was ich notiert habe: über den Umgang mit der deutschen Sprache   chrismon Nr. 8/2008
Auch mich schmerzt es, wenn Zeitgenossen leichtfertig mit den Regeln der geliebten deutschen Sprache umgehen. Meist begnüge ich mich damit, das mit meiner Partnerin durchzuhecheln. Wenn Journalisten Sprache  ungeschickt einsetzen, ist der Reflex bei mir allerdings stärker und von Empörung durchsetzt - so geschehen, als kürzlich ein Moderator des Südwestrundfunks erklärte, dass sich jemand "den Olympischen Spielen angenommen" habe. Schon kurz davor hatte er angeführt, "aus dem Aspekt von xy" sei dies oder jenes anzumerken. Wenn ich nun in Ihrer Kolumne eine falsche Deklination des Wortes "Autor" ("Autoren") vorfinde, bin ich dann doch platt. Oder sagen Sie jetzt wie Hobbykoch Manne: "War Spaß, wollte die Leser nur mal testen"?

Johannes Paesler, Mannheim

 

 

Kompliment

Leserlob für Inhalt und Gestaltung   chrismon allgemein
Bei jeder Ausgabe Ihrer Zeitschrift denke ich: Ach ja, schon wieder die Kirchenbeilage, was kann da schon drinstehen. Aber dann siegt die Neugier, ich fange an zu blättern, bleibe hängen. Respekt vor Ihrer Themenauswahl, der Blattgestaltung und dem ansprechenden Schreibstil, ohne Tiefe oder Nachdenklichkeit zu verlieren. Sie machen eine tolle Zeitschrift. Ich finde es bewundernswert, dass so etwas heutzutage noch gelingt.

Axel Nieder-Vahrenholz (E-Mail)

 

 

Hören statt singen

Freie Gedanken und ein Lied vom Mond: Titelgeschichte über das Volkslied   chrismon Nr. 7/2008
Das Aufkommen der Konservenmusik forderte keine Eigentätigkeit, sondern nur Zuhören, dadurch wurde das gesungene Volkslied in die Enge getrieben. Dass seine Chancen wieder steigen, ist eine erfreuliche Reaktion auf die Konserven.

Johannes Wildenhain, Berlin

 

 

Viel Streit um keine Ehe

Religion für Einsteiger: Was soll der Zölibat?   chrismon Nr. 7/2008
Manches in chrismon kommt recht flott, um nicht zu sagen leichtfertig daher, vor allem wenn es um katholische Themen geht. Warum war Martin Luther Mönch? Weil er wegen eines Gewitters in seiner Teufelsfurcht im Wald gelobte, "heilige Anna rette mich ich werd ein Mönch". Er war dann Mönch, was er nie sein wollte, er heiratete nach gebrochenem Gelübde und befreite gleich noch die Ehe vom Joch des Sakramentes. Aus dieser Folge waren dann die, wie Sie schreiben, "theologischen Begründungen" fällig.

Helmut Grab, Gerhardshofen

 

Die allgemeine Einführung des Zölibats in der Kirche wurde von den damaligen staatlichen Herrschern (die ja zum Teil Bischöfe waren) befürwortet, da Geistliche damals schreiben und lesen konnten und als familienlose Personen gut nach Bedarf zu versetzen waren. Natürlich war das nicht der einzige, aber ein wichtiger Grund.

Herbert Birett (E-Mail)

 

Wenn Ökumene nicht darin bestehen kann, den jeweils anderen zu bevormunden und voreilig (als evangelisches Magazin über ein katholisches Thema) im Namen "der" Kirche zu sprechen, dann scheint Ihr Beitrag eine ökumenische Fehlleistung zu sein: Kontroverstheologie mit ökumenischem Etikett. Halten Sie das für nötig und angemessen?

Prof. Dr. Peter Hofmann, Koblenz

 

Warum sollten Männer, die homosexuell veranlagt sind, häufiger als heterosexuell veranlagte Männer den Priesterberuf ergreifen, um ihre Neigungen auszuleben? Das Gegenteil wäre eher einleuchtend. Warum soll der Anteil junger Männer, die den Priesterberuf ergreifen, überdurchschnittlich stark (gemessen an allen Männern) mit solchen homosexueller Veranlagung durchsetzt sein? Stellt der Priesterberuf etwa den "Idealberuf" für homosexuell veranlagte Männer dar? Eine Begründung für seine These bleibt der Autor schuldig.

Klaus Treiber, Gehrden

 

 

Borderline

Oh, schöner Schmerz: Titelgeschichte über eine facettenreiche Krankheit   chrismon Nr. 6/2008
Damit kein Missverständnis bleibt: Ich hege keine Geringschätzung derer, die wirklich an dieser Krankheit leiden -  vielmehr Repekt vor denen, die mit diesen Menschen therapeutisch arbeiten. Ich kritisiere aber den kontraproduktiven Missbrauch des Begriffs "Borderline". Das Wort "Hundesch..." stammt nicht von mir.

Dr. Klaus Neumann, München

 

 

Never walk alone!

Begegnung: Eine Fußballerin und ein Sportreporter über die Lust an der Gemeinschaft   chrismon Nr. 7/2008
Ich schätze Manni Breuckmann als wirklichen Fußballfachmann. Und jetzt spricht er mir sogar einmal so richtig aus der Seele. Ich dachte schon, dass ich altmodisch bin, weil ich diese "superpositive EM-Stimmung" einfach nur noch albern fand. Hier toben Leute bei den sogenannten Public Viewings herum und machen einen auf tolle Stimmung.
Vom Fußball null Ahnung, aber Hauptsache Party. Und das ist auch genau das Thema, was zurzeit in den deutschen Fußballstadien abgeht. Die größte Nebensache ist das Spiel.

Klaus Mayer, Hannover

 

 

Diagnose Borderline

Oh, schöner Schmerz. Sich ritzen, sich selbst verletzen - ist das krank oder cool? Im Internet spielt jeder den Therapeuten   chrismon Nr. 6/2008
Der Aufmacher ist mir direkt ins Auge gesprungen. Ich habe das Heft sofort aufgeschlagen, im Kopf darauf eingestellt, einen flammenden Leserbrief zu schreiben, wie unseriös und schlecht recherchiert der Artikel ist. Und was geschieht? Ich möchte mich bedanken für die richtige, umsichtige und vor allem sinnvolle Darstellung des Themas. Ich habe selbst viel mit Betroffenen zu tun gehabt und einige Zeit lang als eine Art Streetworker in den angesprochenen Foren versucht, die Leute vom Bildschirm wegzuholen. Ein rundum gelungener Artikel.

Nicolas Höbel (E-Mail)

 

Betroffene muss eine Lektüre über die Borderline-Persönlichkeitsstörung schmerzen, wenn die Krankheit als ein Spleen um Aufmerksamkeit ringender oder zu überbordenden Gefühlen neigender Jugendlicher dargestellt wird. Freilich stellen Sie auch dar, dass Borderline im eigentlichen Sinne eine ernstzunehmende Krankheit ist, doch wird über weite Strecken des Artikels insinuiert, dass "Borderlinertum" gegenwärtig eine Art schicker Modewelle bei Teenies darstellt!

Julia Mitko (E-Mail)

 

 

Laut, aber harmlos

Begegnung: Lauter kleine Terminators? Über die Aufrüstung im Kinderzimmer und am heimischen Computertisch streiten Pfarrer Thomas Hartmann und der Hirnforscher Gerald Hüther   chrismon Nr. 6/2008

Der Altersunterschied der beiden beträgt gerade mal neun Jahre; doch den Anliegen des Älteren, des Hirnforschers Gerald Hüther, merkt man noch an, dass er in seinen Erkenntnissen wohl ein Spätachtundsechziger und gewaltfreier Deeskalierer der frühen Achtziger geblieben ist. Eine Aufbruchzeit, die auch mich stark beeinflusst hat, deren Credo allerdings nur bedingt richtig sein mochte. Tatsächlich beeindruckt mich die Meinung des Pfarrers Thomas Hartmann mehr - allein schon wegen ihrer Wirklichkeitsnähe. Die praktische Erfahrung bestätigt sie: Mein Enkel und seine kindlichen Freunde brauchen geradezu Gelegenheiten zum Kräftemessen. Und dabei geht es zwar laut, aber meist doch harmlos zu.

Heinz Bartels (E-Mail)

 

 

Der Bürger zählt

"Doppelpunkt" von Tissy Bruns: Schade, dass am politischen Diskurs immer nur die gleichen Menschen teilnehmen   chrismon Nr. 6/2008

Die Gesellschaft spaltet sich nicht zwischen umtriebigen Städtern und Normalbürgern, wie die Autorin feststellt, sondern zwischen denen, die das Bruttosozialprodukt täglich erarbeiten und einem großen Teil der Transferempfänger. Was die Politiker fast ausnahmslos und ein Teil der Medien gemeinsam nie versäumen, ist das ständige Ausweiten ihres Einflusses und ihrer Macht. Die Bürger sind nur noch als Steuer-, Gebühren- und Beitragszahler gefragt. Wo bleibt eigentlich der gesunde Menschenverstand in diesem Club von Politik und Medienwelt?

Johannes Dittmar, Bad Vilbel

 

 

Sprung über den Schatten

Fragen an das Leben: Der Romanautor und Juraprofessor Berhard Schlink glaubt eher an die Kirche als an Gott   chrismon Nr. 6/2008

Obwohl ich 1973 (nicht wegen der Kirchensteuer, sondern aus religiösen Gründen) aus der evangelischen Kirche ausgetreten bin, beschäftige ich mich nach wie vor intensiv mit Fragen des Glaubens. Das Interview mit Bernhard Schlink verdient allen Respekt! Ich fühle mich ihm in vielen Dingen nahe. Es hat mich nachdenklich gemacht, seine Gründe zu hören, warum er sich noch immer der Kirche verbunden fühlt. Dass Sie als Redaktion eines christlichen Magazins über diesen Schatten springen können - Danke!

Ulrich Waack, Berlin

 

 

Ein Bericht, der begeistert

Mama und ihre wilden Prinzessinen: Reportage über eine Familie mit drei eigenen und drei Pflegekindern   chrismon Nr. 5/2008
Ich bin von Ihrer Darstellung des Pflegekinderwesens am Beispiel einer Familie sehr begeistert. Leider liest man selten einen so guten und sachlich korrekten Bericht. Durch meine ehrenamtliche Mitarbeit in Pflegekindervereinen und auch beim Pflegeelternforum bin ich als Pflegevater daran interessiert, dass dieser Artikel auch einer Vielzahl von Pflegeeltern und Interessenten zugänglich gemacht wird.

Stefan Kubath, Henstedt-Ulzburg

 

 

Nierenkranke und Radler

Begegnung: Stasi-Aufklärer Joachim Gauck und Radsportchef Hans-Michael Holczer über die Liebe zur Wahrheit   chrismon Nr. 5/2008
Die Liebe zur Wahrheit erfordert Mut - und die Erkenntnis eben dieser: Erstens, Herrenberg liegt nicht im Schwarzwald, sondern am Rande des Schönbuch. Zweitens: Epo wurde sicher nicht für Radfahrer entwickelt. Erythropoietin, so der volle Name, wird von vielen chronisch Nierenkranken dringend benötigt. Die Radler verwenden und die Sportärzte verordnen es widerrechtlich. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Gerhard Kugler, Weinsberg

 

 

Theorie und Praxis

"Doppelpunkt" von Markus Orths über den Schulalltag: überall Standards, Regeln, Kontrollen   chrismon Nr. 5/2008
Ihre Ideen sind prima. Warum nur haben Sie Ihren Beruf als Gymnasiallehrer aufgegeben und arbeiten nicht wenigstens in Teilzeit weiter, um Ihre Ideen in der Praxis durchzuführen? Ich habe selbst in meiner langen Zeit als Gymnasiallehrerin leider feststellen müssen, dass der Unterschied zwischen Theorie und Praxis himmelhoch ist.

Elisabeth Kirrmeir (E-Mail)


Mir hat der Artikel aus der Seele gesprochen. Ich arbeite im Kindergarten und erlebe täglich, wie die Eltern mit den größeren Geschwisterkindern in der Schule verzweifeln. Es ist sehr traurig, dass an unseren Schulen nur abgefragtes Wissen gepaukt werden muss, wo doch Lernen an sich Spaß macht.

Gretl Föppl, Wolfratshausen

 

 

Ein Herrschaftsanspruch

Auf ein Wort: der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich über Muslime in Deutschland: "Wer Integration will, muss auch den Neubau von Moscheen und islamischen Religionsunterricht wollen"   chrismon Nr. 5/2008

Koran und Scharia betrachten andere Religionen als minderwertig und gestehen ihnen nur sehr eingeschränkte Rechte zu. Die Moscheen werden häufig nach Eroberern benannt oder nach zu Moscheen umgezwungenen Kirchen (wie die Hagia Sophia in Istanbul). Damit wird ganz klar ein Herrschaftsanspruch vertreten. Ich lehne es daher rundweg ab, einer Religionsgemeinschaft wie dem Islam, die prinzipiell nicht bereit ist, tolerant mit uns und anderen Religionsgemeinschaften umzugehen, den Bau repräsentativer Gotteshäuser zu erlauben. Sie bekäme dadurch ein Recht, das sie ihrerseits nie gewähren würde und auch nicht gewähren darf.

Dr. Andreas Frick (E-Mail)

 

 

Frech und spritzig

Hempel, der Cartoon, diesmal zu den Themen Dreifaltigkeit und Frauenquote   chrismon Nr. 5/2008
Ich finde den Hempel einfach spitze! Eine echt tolle Idee, so trocken, frech und spritzig. Judith Demmin trifft den Nagel auf den Kopf. Freue mich schon auf die nächsten "Unterm-Sofa-Geschichten".

Ute Reckzeh, Hongkong

 

 

Bruchstücke des Lebens

"Was tun, wenn die Zeit knapp wird?" Todkranke und ihre Kunst zu leben   chrismon Nr. 4/2008
Ihr Artikel hat mich tief berührt, habe ich doch an der Seite meiner Frau dieses so ähnlich erlebt. Als Ärzte uns die letzte Runde einläuteten, haben wir uns vorgenommen, dass die verbleibende Zeit, vier Monate, die beste unserer Ehe werden soll. Dieser Artikel hat so viel Wahres. Der Satz "Christen hoffen, dass sie dereinst Gott die Bruchstücke ihres Lebens hinhalten können, damit er vollende, was er an ihnen begonnen hat" wird mich noch lange begleiten und irgendwo in der Wohnung zum Hängen kommen.

Norbert Schölkens, Großkrotzenburg

 

Vielen Dank für diesen interessanten Bericht. Natürlich stellt man sich auch als nicht unmittelbar Betroffener manchmal die Frage, was wäre, wenn... Ich fand es hilfreich, durch Ihren Artikel einmal Antworten von Betroffenen zu bekommen. Auch damit man im Bedarfsfall weiß, wie man sich am besten verhält. Also zum Beispiel lieber einen Krimi als einen Ratgeber schenken oder einfach mal für Ablenkung sorgen. Das wäre mir ohne Ihren Text so oberflächlich und egoistisch erschienen (bloß nicht mit dem Thema befassen!), aber so kann ich es gut nachvollziehen.

Ellen Krause (E-Mail)

 

 

Eine ewige Kerkelei

Erledigt - Frau Otts endgültige Ablage. Diesmal: Pilgern   chrismon Nr. 4/2008
Wie wohltuend klar und längst überfällig: Ihre Absage an den Pilgerei-Hype! Ich setze noch einen drauf: Nach "Hilfe, mein Ziel ist weg" und "Der Weg ist / nicht das Ziel" jetzt noch: "Das Ziel ist im Weg!" (Motto des Alternativen Karnevals Dortmund 2007). Mir geht die ewige Kerkelei langsam auf die Nerven, aber es sind eher die Auswüchse wie der Pilger-Tourismus. Kerkeling selbst hat sicherlich niemals mit diesen Auswirkungen seines Erfahrungsberichts gerechnet. Ich denke, dieses Diffuse sollte uns zu denken geben. Insofern ist es positiv zu werten, dass die Kirche in Thüringen jetzt sogar einen Luther-Wanderweg eröffnet hat. Fernab von Aberglaube kann man auf den Spuren des Reformators sicherlich auf gute Ideen kommen. Ich finde, da geht Kirche mal positiv auf einen Trend ein!

Sabine Henke, Dortmund

 

 

Von wegen Eifersucht

Fragen an das Leben: der Schauspieler Armin Rohde zum Thema Liebe   chrismon Nr. 4/2008
Nachdem Armin Rohde erklärt hat, dass er seine Frau "heiß und innig" liebt, lässt er durchblicken, dass er durchaus auch fremdgeht, da er nicht zu den "Besitzergreifenden und Eifersüchtigen" gehören wolle. Leider fragen Sie nicht nach, wie es denn wohl seine Frau empfinden mag, die er als seine "Süße" bezeichnet, wenn er damit in aller Öffentlichkeit prahlt. Das zu erfahren wäre doch sehr interessant.

Gottfried Reiß, Berlin

 

 

Das Leben schützen

Begegnung: der Politiker Gerhart Baum und der Kabarettist Georg Schramm, hier zur Frage, ob ein gekapertes Flugzeug abgeschossen werden darf   chrismon Nr. 4/2008
Aus dem Mund von Herrn Gerhart Baum liest man: "Auch das todgeweihte Leben ist bis zum Schluss geschützt. Es darf nicht gegen anderes Leben abgewogen werden." Ist die Annahme falsch, dass Herr Baum die am 11. September 2001 im entführten Flugzeug zur Tat schreitenden Passagiere, die - nach allem, was man weiß - die Terroristen in der Pilotenkanzel überwältigten und die Maschine über freiem Feld zum Absturz brachten, als Verbrecher ansieht?

Dr. Georg Massion, Bonn

 

 

Was Luther unterschlug

Religion für Einsteiger: Die Zehn Gebote - wo kommen sie her? In diesem Text  ging es auch um die unterschiedliche Zählung der Gebote.   chrismon Nr. 2/2008
Als im dritten und vierten Jahrhundert nach Christus der Reliquien- und Devotionalienhandel aufkam, konnte man das zweite Gebot, das verbot, ein Bildnis anzufertigen, um es anzubeten und kniend zu verehren, nicht mehr gebrauchen. Die katholische Kurie hat es zuerst abgestuft und später ersatzlos gestrichen. Um wieder auf die Zahl zehn zu kommen, wurde einfach der Vers 17 mit dem Schlussgebot geteilt, sachlich den Sinn verfehlend. Der Noch-Katholik Martin Luther hat zwar die Bibel an der besagten Stelle richtig übersetzt mit "du solt (sic) dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen", aber in seinem Kleinen Katechismus geflissentlich dieses zweite Gebot außen vor gelassen. Denn immerhin besaß sein Schutzherr Friedrich der Weise über 5000 Reliquien mit einem Ablasspotenzial von etwa zwei Millionen Fegefeuerjahren und folglich mit einem hohen Verkaufswert. Ein Verbot der Verehrung dieser Reliquien hätte vermutlich eine Preisbaisse ausgelöst und Luther wäre in Ungnade gefallen.

Wolfgang Nies, Luxemburg

 


 

Schlimmes Wortgebilde

Kreuz und quer: Erledigt. Frau Otts endgültige Ablage. Diesmal: die Katastrophe   chrismon Nr. 3/2008
Die "humanitäre Katastrophe" fehlt in der Betrachtung über den inflationären Gebrauch des Wortes. Das schlimme Wortgebilde ist ein Widerspruch in sich selbst, eine contradictio in adiecto; es entstand durch dummes, eingedeutschtes Nachplappern des englischen Begriffs ("humanitarian catastrophe"). Die englische Sprache verfügt über weniger Nuancen und ist sprachlich ärmer als das Deutsche. Warum tun wir uns das an? Früher waren "humanitäre Katastrophen" menschliche Tragödien.

Chris Schuth, Mainz

 

 

Im Sprachtest gescheitert

Anfänge: Der hessische Taxifahrer Salih Altunçiçek nimmt zum ersten Mal an einer Wahl in Deutschland teil und erzählt von seiner Familie.   chrismon Nr. 3/2008
Es ist doch trostlos, dass seine Ehefrau, die 20-jährig nach Deutschland kommt und hier seit mindestens 20 Jahren lebt, nicht in der Lage ist, den Sprachtest zu bestehen. In jedem Land der Erde müssen Einwanderer oder Gastarbeiter die Landessprache lernen. Offensichtlich hat der Ehemann keinen Einfluss auf seine Frau, sich im Gastland so heimisch zu machen, dass sie kommunizieren kann. Da fehlt mir jedes Verständnis.

Karin Trepel, Karlsruhe

 

 

Lektüre mit Genuss

Leserlob allgemein sowie zur Kolumne von Chefredakteur Arnd Brummer "Was ich notiert habe"
Auch wenn ich vielleicht die 150. Leserin bin, die Ihnen dies schreibt: Ich freue mich jedes Mal, wenn das Magazin chrismon meiner Zeitung beiliegt. Die Kolumnen von Arnd Brummer und alle anderen lese ich mit Genuss.

Eva Opl, München

 

 

Ostern und der Mond

Von Abel bis Zadok: Tausendundeine Frage im chrismon-Quiz   chrismon Nr. 3/2008
Die Erklärung zur Berechnung des Osterdatums ist fehlerhaft. Ostern ist jeweils am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond und nicht nach dem ersten Frühlingsneumond. Bei der Berechnung liegt der 21. 3. als Frühlingsanfang zugrunde. Ostern kann also frühestens auf den 22. 3. und spätestens auf den 25. 4. fallen. Wer sich in diesen Tagen, anderthalb Wochen vor Ostern, den Himmel anschaut, sieht, dass der Mond zunimmt.

Gertraud Steinhaeusser, München

 

Stimmt. Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühlings"voll"mond gefeiert.

Die Redaktion

 

 

 

Des Menschen Freiheit

"Das erste Gebot", eine Erzählung von Doris Dörrie, sowie der Beitrag in der Rubrik Religion für Einsteiger: Woher kommen die Zehn Gebote? chrismon Nr. 02/2008
Für mich enthält das erste Gebot ("Ich bin der Herr, dein Gott...") eine Unlogik. Wenn es heißt, "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben", so entwertet gerade der Befehlston dieses Gebots die ethisch-moralische Forderung. Auf diese Weise wird die Freiheit des Menschen eingeschränkt. Dieses Gebot setzt außerdem logisch voraus, dass es noch andere Götter gibt... Ist das erste Gebot nicht ein Widerspruch in sich, ein Zirkelschluss?

Armin Overbeck, Wuppertal

 

 

Fundamentaler Gegenstz

Begegnung: Die Fotografin Herlinde Koelbl und der Werbefachmann Sebastian Turner (Scholz & Friends) sprechen über die Macht der Bilder chrismon Nr. 02/2008
Sie haben Herrn Turner mit zweien seiner Kampagnen vorgestellt. Mich irritiert, dass Sie die bei weitem wichtigste und erfolgreichste seiner Kampagnen, die Vermarktung der neoliberalen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der Metall-Arbeitgeber, nicht erwähnen. Das ist bemerkenswert angesichts des fundamentalen Gegensatzes des Neoliberalismus zum Wirtschafts- und Sozialwort der Kirchen vom Februar 1997 und angesichts der Mitgliedschaft von Herrn Turner im Präsidium des Kirchentags.

Dr. Wieland Hempel, Berlin

 

 

Register für Widersprüche

Soll man die Bereitschaft zur Organspende belohnen? Interview mit der Medizinethikerin Alena Buyx von der Universität Münster chrismon Nr. 02/2008
Über das Interview mit der Medizinethikerin Alena Buyx habe ich mich geärgert. Weiß sie  nicht, wie das Thema Organspende in anderen Ländern gehandhabt wird, oder lehnt sie diese Lösung ab? In Österreich zum Beispiel gilt die sogenannte Widerspruchslösung. Ein Organ, ein Organteil oder Gewebe dürfen einem "Organspender" nur dann entnommen werden, wenn kein zu Lebzeiten abgegebener Widerspruch vorliegt. Sämtliche Transplantationszentren in Österreich sind verpflichtet, vor einer geplanten Organentnahme das Vorliegen eines Widerspruches im sogenannten Widerspruchregister zu prüfen. Diese Lösung käme vielleicht auch uns Deutschen entgegen. Warum komplizierte Lösungen wie Steuerersparnis überlegen, wenn es auch einfacher geht?

Gisela Joelsen, München

 


Zum Hirntod ist zu sagen, dass dieser nicht der Tod des Menschen ist. Ein Christ weiß, dass der Mensch nicht der Herr über Leben und Tod ist, sondern Gott allein. Niemand, auch nicht ich selbst, hat darüber zu befinden. Man sollte einen Ausweis dabeihaben, der deutlich zum Ausdruck bringt, dass man innerhalb des Hirntodkonzeptes nicht für eine Organspende zur Verfügung steht. Es ist unbedingt nötig, sich umfassend kundig zu machen.

Johanna Groebl (E-Mail)

 

 

Danke und Bitte sagen?

Im Vertrauen: Freiwillig muss er kommen, der Dank, sonst hat er keinen Wert, sagt die Theologin Susanne Breit-Keßler chrismon Nr. 02/2008
Wenn ich als Außenstehende miterlebe, dass die Enkel zu der Oma kommen, ohne Gruß gleich zur Gefriertruhe laufen mit den Worten: "Hast du ein Eis?", es dann ohne Danke und Bitte verzehren, dann tut mir das weh. Ich denke, wenn man nicht zu bitten und zu danken lernt, wird es wohl nicht so freiwillig kommen, wie die Autorin es hofft. Jeder freut sich über ein Dankeschön. Daran, wie es gesagt wird, erkennt man doch auch, wie es gemeint ist. Aber schaden tut es nie, auch wenn es nicht ganz so freiwillig kommt.

Waltraud Krebs (E-Mail)

 

 

Friede dauert Generationen

Das zweite Leben des Yehuda Shaul. Wie ein ehemaliger israelischer Soldat seine Zeit beim Militär verarbeitet chrismon Nr. 01/2008

Der Beitrag enthält Schwarz-Weiß-Denken par excellence: auf der einen Seite die bösen Besatzer, auf der anderen Seite die leidende Zivilbevölkerung. Und natürlich sind die Rollen klassisch verteilt: Israel schickt Militär, um die Bewohner von Hebron zu unterdrücken. Es passt so ganz in den bundesrepublikanischen Mainstream der Berichterstattung. Als evangelischer Christ kämpfe ich aber für ein ausgewogenes und differenziertes Bild von Israel. Dabei streite ich den Inhalt des Artikels gar nicht ab. Ganz im Gegenteil: Ich finde es bemerkenswert, dass Israel auch nach 60 Jahren, in denen seine Existenz von seinen Nachbarn regelmäßig bestritten und bekämpft wurde, eine der stabilsten Demokratien in der Welt ist; ein Staat, in dem Menschen wie Yehuda Shaul für ihre Vorstellungen kämpfen können, ohne sich vor Verfolgung fürchten zu müssen! In welchem Land der Welt kann ein Bürger die Aktivitäten des Militärs seines Landes so offen kritiseren, ohne Verhaftung fürchten zu müssen? Es sind nicht viele. Warum aber ist dies dem Autor des Artikels keinen einzigen Satz wert? Warum erwähnt er auch die kleineren und größeren Sticheleien, Provokationen und Terroraktivitäten vonseiten der Palästinenser nicht, die mit dazu beitragen, dass die Situation so ist, wie sie ist?

Hannes Greiling, Mannheim

 

Der Autor ist den "Palästinensern" propagandistisch beigesprungen. Wer hat den Konflikt angefangen? Hat Israel die Kriege in 1948, 1956 und 1972 vom Zaun gebrochen? Droht Israel seinen Nachbarn seit Jahren mit der Auslöschung oder Vertreibung ins Meer? Wer hat zur zweiten Intifada aufgerufen? Wo sind die unzähligen Attentate auf Israelis erwähnt, die Israel keine Wahl lassen, als sich wehrhaft zu verteidigen? Dass dabei unter dem psychischen Druck, dem zweifellos beide Seiten ausgesetzt sind, Exzesse vorkommen (müssen?), sollte gerade in Deutschland nicht ganz außer Acht gelassen werden.

Rudi Frösch (E-Mail)

 

Ich finde diesen Beitrag sehr positiv. Und ich glaube, dass auf beiden Seiten eine Mehrheit den Frieden will. Aber gibt es zu Yehuda ein Gegenbeispiel? Bereuen könnten jene, die die jungen Menschen als Selbstmordattentäter zur Befriedigung ihres Judenhasses missbrauchen. Ein Wunder kann jederzeit geschehen. Ein menschengemachter Frieden jedoch dauert bestimmt zwei Generationen. Die erste erkennt, was schief läuft, die zweite beginnt, es aufzuarbeiten.

Hermann Angstl, Dachau

 

 

 

Weniger Pathos

Begegnung: SPD-Fraktionschef und Exverteidigungsminister Peter Struck diskutiert mit Publizist Bahman Nirumand über Krieg, Frieden und das deutsche Engagement in Afghanistan chrismon Nr. 01/2008

Peter Struck schildert sehr gut das Dilemma, in dem sich die Bundeswehr in Afghanistan befindet. Aber er übt zu viel Nachsicht mit seinem Gesprächspartner. Seit etwa 40 Jahren will Bahman Nirumand uns die Welt erklären. Seine Vorschläge für eine neue Strategie in Afghanistan sind weltfremd: Friedenstiftender Militäreinsatz der UNO? Hat es noch nie gegeben. Verbreitung von Schriften und öffentliche Diskussionen? Das Spezialgebiet von Herrn Nirumand hat sich leider bisher in islamischen Ländern als wenig praktikabel erwiesen. Europa als Fahnenträger des Friedens? Man wünschte sich von Herrn Nirumand weniger Pathos und mehr Realismus!

W. Paul Biermann, Bad Soden

 

 

 

Verschwendung kann kränken

Genug kann nie genügen: Ursula Ott findet, dass wir ruhig verschwenderischer sein sollten chrismon Nr. 01/2008

Ich stimme Ihnen von Herzen zu. Aber mir kam eine Erinnerung an meinen Vater, die ich mitteilen möchte: So ein Büchlein, in dem der Gabenwert eingetragen wurde, gab es auch bei uns daheim eine Zeit lang. Eines Tages fragte ich empört meinen Vater, warum wir nicht einfach so aus vollem Herzen schenken, sondern uns am Büchlein orientieren. Er antwortete mir: "Um die Beschenkten nicht zu kränken. Beim Schenken darfst du nicht nur an dich selbst denken, an das gute Gefühl, mit vollem Herzen ein Geschenk zu machen. Sieh genau hin! Denn Menschen werden in ihrer Würde verletzt, wenn sie deine Gabe als zu großzügig empfinden. Vielleicht fühlen sie sich nicht in der Lage, in irgendeiner Form zu dir auch mal großzügig zu sein? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass die Einschätzung meiner Geschenke, ob ich großzügig bin oder nicht, nicht in meiner Hand liegt. Und manchmal brauche ich dann eben das Büchlein."

Irmgard Hodes (E-Mail)

 

 

 

Wandern die Jungen aus?

Hallo, jetzt kommen wir! Ursula Ott freut sich, dass sie ältere Menschen an Plätzen trifft, wo früher die Jungen unter sich waren, fragt sich aber auch: Geht's vielleicht ein bisschen leiser? chrismon Nr. 12/2007

Dass die Kriegskinder von einst die Glückskinder von heute sind, ist eine Vorstellung von Frau Ott. Wenn man in den siebziger Jahren mit drei Kindern unterwegs war, wurde man schon mal als "Umweltverschmutzer" bezeichnet. Es gab kaum Möglichkeiten, qualifizierte und bezahlbare Kinderbetreuung zu organisieren, so dass man den Beruf ruhen ließ und sich (übrigens gern!) seinen Kindern widmete. Die waren noch nicht aus dem Haus, da stellte sich das Problem der Elternpflege. Nun ist man über sechzig Jahre alt und hilft der nächsten Generation als Babysitter. Das "Altenland Deutschland" hat meine Generation nicht zu verantworten. Uns ist unser Leben geschenkt worden, ohne dass wir gefragt wurden, ob wir zur Welt kommen wollten. Und auch für die jetzige Kinderarmut kann man uns nicht verantwortlich machen.

Renate Häcker-Oßwald, Sindelfingen

 

Wie hätten Sie's bitte schön gerne? Hätten Sie gerne graue Mäuse, die ständig vom Arzt zur Apotheke pendeln? Das fröhliche Gesicht von Karl-Heinz Jebok, 92, in Ihrem Heft ist mir lieber. Er muss  vermutlich keinen Psychotherapeuten bemühen und ist deshalb vielleicht billiger für die Gemeinschaft als manch junger Mann. Sie scheinen vergessen zu haben, dass die von Ihnen beschriebene Generation vielleicht ihre Jugend nachholen will, um die sie durch den Krieg betrogen wurde.

Irmgard Unfried, Reutlingen

 

Das Thema gehört dringend in die öffentliche Debatte. Es beschäftigt mich (54, zwei erwachsene Kinder, voll erwerbstätig) schon einige Zeit: Wie fühlen sich Heranwachsende und Menschen, die im Beruf einem stringenten Zeitmanagement unterworfen sind, inmitten eines wachsenden Heeres von "jungen Alten"? Vor allem, wenn diese laut, fordernd und platzgreifend auftreten im Vollbewusstsein der Mehrheitsmacht und einem Überfluss an verfügbarer Zeit? Werden die Jüngeren und die immer weniger werdenden Familien mit Kindern frustriert dem Altenland Deutschland den Rücken kehren und in weniger ergraute Länder auswandern?

Marianne Walz, Gernsheim

 

 

 

Ohne das übliche Geschnatter

chrismon allgemein:

In Budapest kaufte ich am Flughafen die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Prompt fiel eine Beilage aus meiner Zeitung, die ich eigentlich sogleich entsorgen wollte. Ein flüchtiger Blick genügte aber, und ich nahm chrismon mit ins Flugzeug. Ich habe das Heft gerne gelesen. Was mir gefiel: die Abwesenheit des üblichen redaktionellen Geschnatters. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg als neue Beilage der FAZ!

Werner Arnswald (E-Mail)

 

Ich habe Ihre Zeitschrift beinahe durchgelesen - ganz hervorragend, interessant, tiefgründig. Besonders beeindruckend war der Beitrag "Genug kann nie genügen" über Verschwendung.

Rudolf de Baey, Riga

Nur gültig mit Weihe

Religion für Einsteiger: Protestanten unterschiedlicher Bekenntnisse teilen miteinander Brot und Wein. Warum will das mit den Katholiken nicht gelingen? chrismon Nr. 11/2007
Sie schreiben, die katholische Kirche erkenne die evangelischen Amtsträger nicht an, und Sie führen dies auf den Führungsanspruch der katholischen Kirche zurück. Dies ist definitiv falsch. Ich darf hier nur an die Orthodoxie erinnern, deren Abendmahlsfeiern ohne Zweifel solche im Sinne der katholischen Kirche sind. Der Grund ist ein anderer und ebenfalls ein theologischer: Die katholische Kirche kennt, anders als die protestantische, die sakramentale Weihe. Und die Zelebration des Abendmahles ist nach katholischem Verständnis an die sakramentale Weihe gebunden. Da die evangelische Kirche keine Weihe kennt, kann sie logischerweise auch kein Abendmahl im Sinne des katholischen oder auch orthodoxen Abendmahles feiern.

Reinhard Peters, München

 

Es ist in der Tat katholische Auffassung, dass beim Empfang des Altarsakraments die reale Trennung der Kirchen noch spürbar bleibt, hoffentlich aber bald überwunden wird. Dass die Praxis hier weitgehend eine andere ist, erwähnen Sie nicht. Viele katholische Priester reichen aus pastoralen Gründen bewusst auch evangelischen Gläubigen die Kommunion, wenn diese es wünschen.

Oliver Schütz, Ulm

 

Bach-Toccata, gepiepst

Erledigt - Frau Otts endgültige Ablage.Diesmal: kindische Klingeltöne chrismon Nr. 11/2007
Ähnliches habe ich auch schon erlebt, im Abteil in der zweiten Klasse. Der Mann war für kleine Jungs, und das Handy nervte minutenlang mit einem kindlichen und falsch gesungenen "Jippi jai jai jippi jippi jeh!". Na ja, bei mir kräht ein Hahn, da grinsen die meisten Leute. Geschäftliche Handys sollten nicht kindisch klinge(l)n. Oder doch? Es gibt auch Furzgeräusche, die man ja einstellen kann, wenn der Chef anruft, ein subtiles Vergnügen auch für Mithörende: "Ach, hallo Herr Mehdorn! Ich sitze gerade im ICE!" Ich fühle mich allerdings auch von einer gepiepsten Bach-
Toccata gestört. Andererseits: Dürfen nicht auch Geschäftsleute Eltern sein? Und wo steht geschrieben, dass ein Erste-Klasse-Abteil ein Büro ist, ohne Zutritt für Kinder?

Dr. Rolf Klein, Speyer

 

Wenn ich zur Arbeit gehe und mein Handy klingelt, dann bin ich froh, dass Frau Ott nicht in der Nähe ist. Denn statt Mozartverschnitt oder Cyberklänge rufen meine Kinder: "Papa, dein Handy klingelt!" Ich will damit keine "Nabelschnur zur Geborgenheit" herstellen, wie sie schreibt, sondern schlicht telefonieren. Und wenn dann noch meine Kinder dran sind, freue ich mich besonders.

Thomas Morell, Kiel

 

Zuerst einmal Grenzen setzen?

Doppelpunkt: Fulbert Steffensky über die Frage: Ist die Kirche zu wenig spirituell? chrismon Nr. 11/2007
Fulbert Steffenskys These, dass wir "den Fortschritt der Freiheit mit einem narkotischen Gefühl der Welt und dem Leben gegenüber" bezahlen, stimme ich nicht zu, denn dies würde bedeuten: Dem Menschen geht es besser und er fühlt mehr, wenn ihm Grenzen gesetzt sind, innerhalb deren er sich bewegt. Besonders aufschlussreich erscheint mir der Schlussabsatz, in dem der Autor auf den erotischen Gottesdienst mit dem Rosenblätter-Regen beim evangelischen Kirchentag 2007 zu sprechen kommt: ". . . von Rosenblättern lebt man auf Dauer nicht, wohl aber von dem Schwarzbrot, den unscheinbaren und unspektakulären Überlieferungen, die diese Kirche hat." Hier zeigt sich, was Steffensky wirklich sagen will und was sich in der "Feuerzangenbowle" in den Worten des Professors Schnauz so liest: "Met der Schole ist es wie met einer Medizin - sä muss better schmecken, sonst nötzt sä nechts!"

Natalie von Zadow (E-Mail)

Das Los der Deutschen

Eine Kathedrale für Odessa. Die "Kircha" der Schwarzmeerdeutschen, St. Paul, wird wieder aufgebaut.chrismon Nr. 11/2007
Sie beschreiben die historische Situation und sagen, dass es den Deutschen nach der Revolution immer schlechter ging. Galt das nicht auch für die Ukrainer und Russen? Die Hungersnöte betrafen doch alle in der Ukraine Lebenden. Tatsächlich waren die Deutschen "gedemütigt und ihrer Traditionen beraubt" - das ist kein Wunder nach diesem Mord- und Raubzug der Deutschen im Krieg.

Heide Moldenhauer (E-Mail)

 

Sie ernennen Odessa zur neuen Hauptstadt der Ukraine. Ihnen ist hoffentlich nicht entgangen, dass sich Kiew als Hauptstadt offiziell etabliert hat.

Daniel Ecke (E-Mail)

Anmerkung der Redaktion: Kiew ist weiterhin  die Hauptstadt der Ukraine, Odessa das Zentrum der Schwarzmeerdeutschen.


 

Schuldzuweisungen

Religion für Einsteiger: Protestanten unterschiedlicher Bekenntnisse teilen miteinander Brot und Wein. Warum sind die Katholiken auf Distanz? chrismon Nr. 11/2007
Nun spricht auch Ihr Autor - was eigentlich nur der Papst kann - "ex cathedra": "Der Vatikan" und die katholische Kirchenspitze in Rom sind wegen ihres Führungsanspruchs schuld daran, dass immer noch kein gemeinsames Abendmahl zwischen Katholiken und Protestanten möglich ist, auch nicht bei ökumenischen Kirchentagen. Warum können wir nicht zufrieden sein mit dem, was wir jetzt schon haben? Das ist doch, bedenke ich die Zeit meines Lebens, sehr viel. Aber Schuldzuweisungen und vor allem die Aufforderung an andere: Kommt doch zu uns, es ist egal, was der Papst sagt - glauben Sie wirklich, dass uns das weiterhilft? PS: Ihr Magazin ist ein wirklicher Gewinn.

Dieter Hanky, Berlin-Wilmersdorf

 

Es ist wohl eine Unterstellung, Christus wäre es einerlei, wie einer mit seinem allerheiligsten Fleisch und Blut umgeht. Dieses Sakrament unwürdig zu empfangen, ist für uns Katholiken eine der schwersten Sünden.

Egbert Rindfleisch, München


 

Dosierter Gottesbezug

chrismon allgemein: klare Sprache, relevante und aktuelle Themen
Obwohl wir keiner Kirche angehören, ist es uns inzwischen zur Gewohnheit geworden, chrismon nach interessanten Themen zu durchforsten; und sehr häufig werden wir fündig. Das liegt wohl auch daran, dass Sie gesellschaftlich relevante und aktuelle Themen aufgreifen und dazu verschiedene bekannte oder weniger bekannte Menschen Gespräche führen lassen, ohne dass Sie es dabei nötig hätten, in jedem zweiten Satz einen Gottesbezug herzustellen. Als angenehm empfinde ich persönlich die klare Sprache und die für jedermann verständliche Präsentation der Themen. Dass die Artikel dabei nicht banal oder betulich wirken, können Sie sich als großes Verdienst anrechnen.

Stephan Schmidt, Berlin


 

Die Kinder wegretuschieren?

Erledigt - Frau Otts endgültige Ablage: kindische Klingeltöne chrismon Nr. 11/2007
Ursula Ott stößt sich in ihrer Kolumne ganz offenbar nicht an den lästigen und störenden Handyklingeltönen per se, sondern an der Tatsache, dass "der Mensch, vorwiegend männlich", Kinderstimmen als Klingeltöne verwendet. Wie ist das bei Menschen "vorwiegend weiblich"? Stören da Kinderklingeltöne weniger? Müssen ManagerInnen die Familie verneinen und möglichst wegretuschieren?

Dr. Dunja Mohr (E-Mail)

Rabenmutter kontra Hausfrau

Begegnung: die Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin (FDP) und Christa Müller von der saarländischen Linkspartei zu den Fragen: Zu Hause bleiben? Arbeiten gehen? chrismon Nr. 10/2007
Die Emanzipationsgurus der 60er und 70er Jahre wussten keine andere Richtung aus dem Hausfrauenleben als: Nur die berufstätige Frau ist emanzipiert. Dabei ging es uns damals darum, dass wir uns als Hausfrauen ausgebeutet fühlen, weil wir oft nur widerwillig oder gönnerhaft Anerkennung bekommen für die Lebensleistung in Familie, Altenbetreuung, nachbarlicher Hilfe, aktiver Freundschaftspflege, auch in Kindergärten, Eigentümergemeinschaften, Schulen und Vereinen, und den ehrenamtlichen Tätigkeiten, obwohl das Sozialwesen dieses Landes ohne unsere unentgeltlichen Leistungen nicht funktioniert. Und es ging darum, dass wir Frauen es einfach satthaben, unsere Fähigkeiten nicht auszuschöpfen. Wesentliche Ziele der Frauenbewegung sind also in unserer Gesellschaft noch lange nicht erreicht, währenddessen aber boomen die Debatten "Rabenmutter gegen Hausfrau"! Wir Frauen verstreuen damit nur unsere Kräfte.

Irmgard Hodes, Poing


Vielen Dank, Frau Koch-Mehrin. Hoffentlich baut ganz bald jemand ein Archiv, das dann über Nacht zum Historischen wird und sich mit einem zufriedenen Schmatzen solche Streitgespräche einverleibt und zu Geschichte werden lässt.

Dr. Insa Gülzow, Berlin


 

Zum Kopfschütteln

Danke, uns geht's gut: eine Reportage über das Leben einer glücklichen Familie mit ihrer schwerstbehinderten Tochter Marit chrismon Nr. 10/2007
Von unseren drei Kindern sind zwei schwerbehindert. Manchmal hören wir so Sätze wie: "Wie schrecklich, so etwas lässt sich heute doch verhindern." Mit "so etwas" sind unsere geliebten Kinder gemeint und "verhindern" möchte man ihre Existenz. Und die Tatsache, dass wir beim zweiten Mal bereits vor der Geburt unseres Kindes von seiner Behinderung wussten und dennoch nicht abgetrieben haben, wird - wenn überhaupt - nur damit entschuldigt, dass die gesunde Zwillingsschwester bei einer Abtreibung ja auch gefährdet gewesen wäre. Als ob ihr Leben mehr wert ist als das ihres behinderten Bruders. Über "so etwas" können wir wiederum nur den Kopf schütteln!

Thekla Krater, Osnabrück


Der Text hat mich sehr berührt, weil ich selbst Vater einer 12-jährigen, mehrfach schwerbehinderten Tochter bin. Und genau das erlebt habe und erlebe, was Familie Krall da beschreibt. Auch meiner Frau und mir ist Mitleid zuwider, wir sind eine glückliche, kleine Familie - halt nur mit einem behinderten Kind, das nicht sprechen, nicht gehen, sich nicht selbst versorgen kann und sein Leben lang Hilfe brauchen wird. In dem gesamten Text könnte man die Namen gegen unsere austauschen, und wir würden unsere Story lesen. Trotzdem: Unsere Tochter Pia ist ein sehr glückliches Kind, versteht mehr, als wir ahnen, kommuniziert mit uns in ihrer sehr eigenen Art. Die Reportage hat mir sehr geholfen.

Hans Onkelbach, Düsseldorf


 

Kinder als Nervensägen

Fragen an das Leben: Thea Dorn, Krimiautorin und TV-Moderatorin chrismon Nr. 10/2007
Was lernen wir aus dem Interview mit Frau Dorn? Zum Beispiel dass Kinder, unzivilisiert und weit entfernt vom Dorn'schen Perfektionismus, nur Nervensägen sind, die die Privatsphäre der Denkerin einfach nicht respektieren wollen. Ihnen ist eine treffende Darstellung des Narzissmus, der Lebensfremdheit und expliziten Kinderfeindlichkeit einer typischen Vertreterin der "Chattering Class" (der plappernden Klasse, d. Red.) gelungen!

Dr. Frank Eblen, Hilden

Falsche Erwartungen

Bloß nicht ins Heim! Gemeinschaftliches Wohnen im Alter. - Doppelpunkt: Wie ich als Kind an meiner Kirche litt. chrismon Nr. 09/2007
Ihr Artikel hat mir sehr gefallen, weil er mit einigen falschen Vorstellungen aufräumt. Zum einen mit der Erwartung älterer Leute, dass sie in einer Wohngemeinschaft später von den anderen betreut werden, gleichgültig wie umfangreich diese Betreuung ist. Zum anderen, dass die anderen sich in einer Seniorengemeinschaft schon anpassen werden. So ist es eben nicht: Man muss selbst noch offen für Neues und daher noch nicht zu alt sein. 
Der Artikel von Claudia Schreiber über ihre religiöse Erziehung hat mich außerordentlich berührt. Ich war katholisch, musste mit neun Jahren beichten. Ich musste auf einen Zettel meine Sünden schreiben, und meine Mutter half dabei. Wenn ich nicht genug zusammenbekam, schrieb ich einfach "unkeusche Gedanken" auf. Ich wusste nicht, was das war, es hörte sich aber interessant an. Ich werde wohl nicht mehr zur Kirche zurückfinden.

Regina Kröning, Berlin


 

 

Böse Menschen

Religion für Einsteiger: Was ist in der Hölle los? chrismon Nr. 09/2007

Der Theologe Karl Barth hat recht: Es ist besser, sich mit dem Guten als mit dem Bösen zu beschäftigen. Dennoch, es sind nicht nur die Ängste, die aus dem Unbewussten aufsteigen. Ich habe vor langer Zeit, vermutlich bei Sartre, gelesen: "Die Hölle, das sind die Anderen." Schaut man sich in den Krisenherden dieser Welt um, muss man diese These ernst nehmen.
Gerhard Kugler, Weinsberg

 


 

Nachdenkliches

Zur Ausgabe allgemein chrismon Nr. 09/2007

Die Kolumne "Tedesco", die "Begegnung" von Wladimir Kaminer und Wolfgang Schäuble, der Essay von Claudia Schreiber, der Autorin von "Emmas Glück" (zugleich auch wunderbarer Film): Alle Beiträge fand ich gut, manche besser als gut. Danke für intelligente, nachdenkliche Beiträge zu Religion und Gesellschaft.

Dirk Müller (E-Mail)


 

 

Meisterleistungen

Jahrzehnte lebten eine Frau  und ihr Vergewaltiger nebeneinander in einem Dorf. Dann begann sie zu reden. chrismon Nr. 09/2007

Diese Reportage ist eine Meisterleistung Ihrer feinfühligen Mitarbeiter. Das Dorfleben habe ich nur kurze Zeit kennengelernt -  es ist hervorragend dargestellt.

Jürgen Fritz, Frankfurt/Main

 

 

Freiheit für die Kinder

Doppelpunkt: Kindertherapeut Wolfgang Bergmann fordert einen neuen Lehrertyp - autoritär, aber nicht spießig chrismon Nr. 08/2007

Unser Problem in der Bildung liegt in der absoluten Abhängigkeit der Schüler von der Lehrerpersönlichkeit. Daher kann die Lösung nicht darin liegen, noch mehr ganz bestimmte Charaktereigenschaften oder "interessante Persönlichkeiten" zu fordern, sondern es ist eine grundlegende Systemänderung erforderlich. Wir müssen vom Kind ausgehen, nicht vom Lehrer. Lassen wir die Kinder endlich frei, lassen wir sie ihren eigenen Interessen folgen statt einem vorgegebenen Lehrplan.

Anne Blauth, Dipl.-Pädagogin, München

 

"Autoritäres" Gehabe reduziert Schüler zu Objekten, lässt sich nicht hinterfragen, sondern ist selbstherrlich, verlangt unkritische Gefolgschaft. Schulen stehen heute im Dienste der Aufklärung und sollen den He-ranwachsenden helfen, sich zu kritischen, verantwortungsfähigen und nicht verführbaren Persönlichkeiten zu entfalten. Dies können überzeugende, autoritative Lehrer, die ihre Schüler als Subjekte ernst nehmen und zum Selber-Denken ermutigen, leisten. Und diese dürfen dann auch "streng" im Sinne von konsequent und klar sein. Hier zählen dann Argumente und nicht bloße (Amts-)Macht. Ich hoffe, dies hat Herr Bergmann gemeint!

Dr. Helmut J. Serve,
Lehrstuhl für Schulpädagogik,
Ludwig-Maximilians-Universität, München


 

"Bild" und Luther

Doppelpunkt von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann: Was Martin Luther und  den Boulevardjournalismus verbindet und unterscheidet chrismon Nr. 07/2007

Kürzlich stieß ich auf ein Konterfei von Martin Luther. Eine Werbefläche, mit dem Schriftzug: "Bild Dir Deine Meinung". Vermutlich hätte ich den dreisten Gag des Zentralorgans der Vulgarität, sich mit Luther zu vergleichen, rasch als peinlich abgetan; doch da wusste ich schon: Die Anmaßung hat Methode. Denn ich hatte zuvor in chrismon gelesen, dass "Bild"-Chef Kai Diekmann für sein Blatt den Anspruch auf die Luther-Nachfolge erhob.
Nun genügt ein flüchtiger Blick, um die Absurdität des Vergleichs offenzulegen: hier das existenzielle Ringen des Reformators um einen gnädigen Gott und die unermessliche religiöse und kulturelle Leistung der Bibel-übersetzung; dort das tägliche große Geschäft mit Sex, Crime, Unglück und Niedertracht. "Preßjauche" nannte der wortmächtige Karl Kraus einst diese Melange.
Dass Kai Diekmann den Zuchtmeister der deutschen Jugend gibt und dem Sprachprekariat die Leviten liest - ein aparter Fall der geläufigen Bock-Gärtner-Konstellation.
Was mich quält, ist die allenthalben zu beobachtende Vergröberung und Verrohung unserer Sinne, die uns "Bild" als eine normale Zeitung erscheinen lassen.
Nicht dass ein Boulevardblatt existiert, das seine dumpfe Vorsprachlichkeit schon im Titel anzeigt, ist der eigentliche Skandal, sondern dass und wie eine Kulturnation vor ihm kuscht - und mit ihm kuschelt. Sind uns Scham und Takt längst zu deutschen Fremdwörtern geworden? Wer oder was hat unser Herz anästhesiert, so dass wir das Vulgäre für das Normale halten?
Bestürzend vollends, wie das geistliche Immunsystem der großen Kirchen vor "Bild" versagt: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! (Mt 7,20); der Verfasser des Evangeliums warnt an dieser Stelle vor falschen Propheten. Päpste gewähren "Bild"-Chefs freudig Audienzen, als hätten sie nie einen Blick in dieses Blatt geworfen. Aber die Evangelischen - jeder rede von seiner eigenen Schande - sind auch nicht besser; Hauptkirchen überlassen Herrn Diekmann beflissen ihre Kanzeln, und nun eben ein evangelisches Magazin. Das Paradoxon soll mir mal einer erklären, dass eine Gesellschaft, die ständig nach Debatten über Werte, Würde und ethische Fundamente ruft, zur selben Zeit die Leute für moralisch satisfaktionsfähig hält, die ein Blatt wie "Bild" zu verantworten haben; mehr noch: sie als Gäste und Gesprächspartner schätzt und nobilitiert.

Prof. Wolfgang Hegewald, Hamburg

 

Die "Bild"-Zeitung glänzt auch nicht gerade durch eine gute Sprache. Ich kann mich noch gut an einen Aufkleber der "Bild"-Zeitung erinnern mit der Aufschrift: "Ich hab die Schnauze voll!" Ach ja: Da Herr Diekmann so gern verbal auf die Jugend schießt ("Bild" hätte wohl "ballern" gewählt): Ich bin 19 Jahre alt.

Simon Hillebrand (E-Mail)


 

Wie Kinder fliegen

Superman träumt: Fotos von Jan von Holleben zum Text von Arnold Stadler chrismon Nr. 08/2007

Mit 66 Jahren muss ich den zweiten Leserbrief dieses Lebens schreiben. Danke für Ihre Zeitschrift, die mir altem Atheisten viel Freude macht, und doppelten Dank für "Komm, fliegen wir". Ich bin hingerissen von dem Artikel und den bezaubernden Fotos. Bei aller artifiziellen Komposition schaffen sie es ganz natürlich, die fantasierte Welt des Spiels wirklich darzustellen. Lob dem Mann hinter der Kamera, aber noch mehr Lob den Kindern, ohne deren deutlich erkennbare Freude am Spiel die Lebendigkeit der Bilder wohl nicht entstanden wäre.

Günter Guddat (E-Mail)

 

Da ich ebenfalls in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin, konnte ich mich in jeder Zeile wiederfinden. Jeder Satz, jede Stimmung,  jede Begebenheit ist zutreffend beschrieben.

Hubert Belz, Frankfurt am Main


 

Späte Begegnung

Anfänge: Sein Vater war GI, angeblich jung gestorben. Jetzt hat Ronald Tietze herausgefunden, wo sein Vater lebt. Soll er in die USA fliegen? chrismon Nr. 07/2007

Ich selbst hatte nicht die Möglichkeit, meinen Vater in die Arme zu schließen. Er fiel in Russ-land nur vier Wochen nach meiner Geburt. Deshalb möchte ich Herrn Tietze ermuntern, unbedingt mit seinem Vater in den USA Kontakt aufzunehmen. Er sollte ihm schreiben, dass er ihm keine Vorwürfe machen will, sondern dass Verzeihung sein Handeln bestimmt und die Sehnsucht, ihm wenigstens einmal zu begegnen.

Marita Sommer, München

 

Neuzeitliche Propheten

Religion für Einsteiger: Wie arbeiten eigentlich Propheten? chrismon Nr. 08/2007

Ihre Beispiele beschränken sich leider auf die Heilige Schrift. Ich fände es sehr bedauerlich, wenn sich kein solches Phänomen in der Neuzeit finden ließe. Ganz ausgeschlossen haben Sie es ja nicht, wenngleich offengeblieben ist, wie Gott diese Berufung zuteil werden lässt.

Jürgen Göhler, Höckendorf


 

Eine andere Seite

Fragen an das Leben: Guildo Horn chrismon Nr. 08/2007

Kompliment für Ihr Magazin! Ich finde Ihre Artikel sehr interessant, zum Beispiel: Guildo Horn - Fragen an das Leben. Da erlebt man Personen von einer ganz anderen Seite.

Sybilla Wäschenfelder (E-Mail)


 

Doppelpunkt

Kai Diekmann: Wenn der "Bild"-Chef dem Volk aufs Maul schaut - dann gruselt ihn manchmal vor dem, was er da hört
chrismon Nr. 07/2007

Wurde vom Evangelischen Pressedienst (epd) unlängst versäumt, den Chefredakteur der "Bild"-Zeitung Kai Diekmann in einem Gespräch mit dem Inhalt des von ihm verantworteten Produktes zu konfrontieren, ist diesem nun in "chrismon" Gelegenheit gegeben worden, sich ungehemmt und ohne zumindest fragende Nachdenklichkeit über seine "Lieblingsthemen" zu verbreiten. Optisch zwar im Kleindruck, aber immerhin neben Lutherzitaten, in Großdruck, platziert, darf er eine schier unerträgliche Mixtur aus vielleicht weit verbreiteten, aber dennoch keiner rationalen Prüfung standhaltenden Vorurteilen, Ressentiments und Hetzparolen über die Lesenden ausschütten.
In scheinheiligem Verständnis für Menschen, die nicht richtig sprechen und schreiben können, also nicht an den Möglichkeiten zivilisierter Artikulation und Sprachfähigkeit, geschweige denn der Kultur der Hochsprache teilhaben, deren sie zuallererst um ihrer selbst willen bedürften, macht er diese in der Auflistung grellster Defizite lächerlich. Auf einer Stufe mit "Urwaldvölkern" (!) stünden sie und sind ihm Zeichen für die "voranschreitende (nicht, wie es korrekt heißen müsste, fortschreitende) Analphabetisierung der deutschen Gesellschaft".
Wer ist Diekmann zufolge dafür verantwortlich? Natürlich, neben Kultusministerkonferenz, GEW oder reformwütigen Lehrerverbänden "diejenigen Leute, die jahrelang die soziale Frage (in Anführungszeichen) im Munde führten", dies das "Lieblingsthema", die Schmähung aller Personen und Personengruppen, die in irgendeiner Weise links, linksliberal, gewerkschaftlich oder sonst wie nicht konform sind, die das verordnete "Glück der eigenen Leistung" als Sinn von Bildung und Ausbildung, als ausbeutbares Gut in Frage stellen. Und das alles bei "höchsten Ausgaben für Bildung", wo doch Allgemeingut ist mittlerweile, dass dieses Land im europäischen Vergleich der Bildungsausgaben in seinem ganzen Güterreichtum einen beschämend nachrangigen Platz einnimmt.
Wohin das vor allem führt? Dass die "Bild"-Zeitung das umsatzträchtige Massenpublikum für ihre nationalistischen Späße verliert, die man nur mit einem gewissen Sinn für Syntax und Grammatik verstehen kann. Dann droht das Blatt mit seiner 3,4 Millionen Auflage, das schon jetzt zu den unästhetischsten Druckerzeugnissen dieses Landes gehört, endgültig in einen Pfuhl zu versinken.
Was das alles mit Martin Luther zu tun hat? Gar nichts!

Gerda Kunkel

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Heute einmal ein paar nette Grüße verbunden mit einem herzlichen Dankeschön für die wunderbaren Ausgaben der Chrismonzeitschrift, die immer meiner SZ beiliegt. Alle, die sie noch von mir bekommen, sind begeistert - obwohl katholischen Glaubens. Aber sie ist ja in ihrem Inhalt auch einmalig. Also weiter so und frohes Schaffen wünscht

Sigrid Barth, Dresden

Papa-Tage ... Mama-Tage

Geschiedene Eltern teilen sich die Kindererziehung
chrismon 07/2007
Über die Titelgeschichte "Eine Woche Papa, eine Woche Mama" habe ich mich ausgesprochen geärgert. Mit den Bildern und dem Artikel suggerieren Sie: Trennung und Scheidung sind für Kinder doch ganz gut zu bewältigen. Sie leisten damit dem gesellschaftlichen Trend, bei Partnerschaftsproblemen die "Problemlösung" Trennung und Scheidung zu wählen, Vorschub. Die Befundlagen zu den Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf betroffene Kinder (und natürlich auf die Partner selber auch) sind empirisch sehr gut belegt.

Seit 1990 leite ich die Eheberatungsstelle Hagen & Iserlohn. Aufgrund der eindeutigen Befundlage bin ich in meiner Arbeit nicht "ergebnisoffen", sondern ich setze alles daran, eine Ehe und Familie zu sanieren und zu stabilisieren. Im Erstgespräch mit einem Paar vertrete ich offensiv dieses Ziel - zur überwiegenden Freude meiner Ratsuchenden! Aufgrund der zuvor genannten Auswirkungen ist es mir professionell nicht egal, ob eine Ehe in einer Scheidung und Trennung endet oder nicht.

Dr. Rudolf Sanders, Iserlohn

 

 

Da ich mich selbst acht Jahre meiner Jugend mit einem ähnlichen Familienmodell arrangieren musste, bin ich sehr erfreut, einen so sensiblen Artikel über das Thema zu lesen. Wenn nicht ein Elternteil zum geldverdienenden Wochenend-Elternteil degradiert werden will, gibt es kein anderes Modell. Leider bleiben in dem Artikel die Komplikationen, die durch neue Lebenspartner der geschiedenen Eltern entstehen, unerwähnt. Gerne hätte ich auch gelesen, was für eine enorme Unterstützung in einer solchen Lebenssituation die Solidarität der Geschwister bedeutet.

Eva Fastabend, Berlin


 

Tod am Straßenrand

Unfälle: Kreuze und Blumen erinnern an Verkehrsopfer
chrismon 07/2007
Vielen Dank für diesen einfühlsamen Bericht. Ich bin selbst 25 und finde schon, dass diese Kreuze eine Warnung oder ein Hinweis dafür sind, vorsichtig und überlegt zu fahren, gerade für junge Autofahrer!

Anna Endreß, Köln


 

Russischer Winter

Was ich notiert habe: Kriegsteilnehmer
chrismon 07/2007

Da haben Sie sich in einer sehr angemessenen Weise an eines der tragischsten Themen der Geschichte Deutschlands nach 1945 gewagt. Mit unserer unheilvollen Tendenz zur Pauschalierung vergessen wir jene, die noch zu jung waren, um sich gegen Hitlers Macht-ergreifung wehren oder das Unheil hinter ihm erkennen zu können, aber schon alt genug, um für ihn sterben zu dürfen. Sie hat man zwei Mal zum Schweigen gebracht: einmal in der Diktatur, ein zweites Mal in der Demokratie. Mit ihnen versinkt ein unermesslicher Erfahrungsschatz.

Kurt Braatz (E-Mail)

Doppelpunkt

 

Kai Diekmann: Wenn der "Bild"-Chef dem Volk aufs Maul schaut - dann gruselt ihn manchmal vor dem, was er da hört

chrismon Nr. 07/2007

 

 

Jemand wie Kai Diekmann, der in vielen seiner Artikel, so auch in dem o.a. in Chrismon ständig gesellschaftliche Gruppen diffamiert, wie z.B. Frauen, Migranten, Schwache und Kranke, "reformwütige Lehrerverbände" die angeblich keinen fehlerfreien Satz schreiben können und Gewerkschaftler, Lehrer/-innen kann m.E. kein kompetentes Urteil abgeben, was die Sprach-und Ausdrucksfähigkeit von Jugendlichen angeht.
Pauschalurteile zu fällen ist m.E. schlimmer als orthographische Fehler zu begehen in einer multikulturellen Gesellschaft voll mit neuen Vokabeln, voll mit unverständlicher Sprache der Werbung.
In dem m.E. eher lustigen Rapptext "allta gangstarappa" geht es um verschiedene jugendspezifische Begriffe:
"Allta steht für "Alter" - darin enthalten sind auch noch : Alltag, Gang, Star, Rapp - Begriffe aus dem HipHop. Vielleicht können viele Schüler/-innen den Text von Herrn Diekmann besser entlarven als er ihren. Sein Text ist voller unbewiesener Behauptungen, Rundumschläge, die sich sowohl ganz allgemein gegen Schüler/-innen, Schule, Lehrer/-innen, ganze Landstriche Deutschlands, Städte , Gewerkschaften richten und z.T. Falschbehauptungen enthalten: Wir hätten ein gut finanziertes Bildungssystem, es gäbe eine Bildzeitung, die aufklärt, die nicht dem Volk nach dem Mund redet.
Mit diesem Artikel hat er das Gegenteil bewiesen und plumpen Populismus gezeigt.
Schade, dass Chrismon einen Artikel mit so einer niedrigen Qualität abdruckt.

Eine Leserin von Chrismon

 

 

 Selten habe ich etwas Verlogeneres gelesen als das Lamento eines Bild-Redakteurs über den Niedergang der deutschen Sprache. "Wir sind Papst" - dieser (bewusste?) Rückgriff auf den mittelalterlichen pluralis majestatis zeigt, dass bei BILD gebildete Zyniker am Werke sind, die ihre LeserInnen  im Grunde als Bildungsproletariat verachten. Und als Verursacher der allenthalben konstatierten Bildungsmisere diejenigen zu benennen, die für soziale Gerechtigkeit eintreten, treibt den Zynismus auf die Spitze. Herr Diekmann ist einer derjenigen Zyniker, die - um mit Oscar Wilde zu sprechen - von allem den Preis kennen und von nichts den Wert. Dabei ist er nicht dumm: er benennt selbst einen Grund für die mangelnde Schulbildung; nämlich die missglückte Integration der von uns seinerzeit gerufenen "Gastarbeiter" und ihrer Kinder. Einen weiteren Grund blendet er aus: unseren unmenschlichen Städtebau (auch auf dem Lande), der Kinder aus dem öffentlichen Raum hinaus- und vor Fernseher und PC drängt. Echtes Erleben wird hier durch Erleben aus zweiter Hand ersetzt. Denn wo Kinder dennoch auftreten - mit mutigen Eltern in Restaurants oder auf Schulhöfen des Nachmittags Basketball spielend - werden sie sofort als störend empfunden und weggescheucht. Bewegung im Körper geht aber der geistigen Beweglichkeit in der kindlichen Entwicklung voraus. Kinder, die nicht einmal mehr rückwärts gehen können, können sich auch nicht im mathematischen Raum bewegen. Aber an den medienkonsumierenden Kindern und Jugendlichen verdient ja wohl nicht zuletzt der Springer-Konzern. Und die Kinder und Jugendlichen sind erstmal auch schön ruhig, so dass niemand so recht ein Interesse hat, an dem jetzigen Zustand etwas zu ändern.

 Mit freundlichen Grüßen

Marlies Weidenfeller

 

 

---------- Dienstag, 24. Juli 2007 -----------

 

Wozu macht sich Herr Diekmann solche Sorgen? Solange Millionen die Bildzeitung lesen, braucht ihm um das Bildungsniveau und die Sprachkompetenz der Bevölkerung doch nicht bange zu sein.

Aber mal im Ernst: Was haben Sie gegen Herrn Diekmann? Warum veranlassen ihn dazu, seine bescheidene Sachkenntnis und sein Ringen mit den grammatikalischen und semantischen Bezügen der Sprache ohne Not vor einer breiten intellektuellen Öffentlichkeit derart zu entblößen? Als christliches Magazin sollten Sie sich in Nächstenliebe und Demut üben. Sie wissen doch, dass man sich über solche Menschen nicht lustig machen darf.

Mit freundlichen Grüßen

 

Norbert Westkamp

 

---------- Dienstag, 17. Juli 2007 -----------

Die "Bild"-Zeitung ist ein permanent sexistisches, mitunter auch rassistisches Blatt, das täglich die niedersten Instinkte des Publikums bedient. Ausgerechnet der Oberschreiber einer solchen Gazette erhält in chrismon Gelgenheit, sich über den Niedergang der Sprech- und Schreibkultur in unserem Land uaszulassen. Und der "Haltet den Dieb"-Rufer aus Hamburg hat auch längst die Verantwortlichen für die Misere ausgtemacht: wieder mal die "68-er", die, glaubt man manchen Springer-Leuten, ja an allem schuld sind, was in der Bundesrepublik schiefläuft. Wenn sich die Blödzeitung jetzt in Gestalt von Herrn Diekmann als Nachfolgerin Martin Luthers geriert, dann passt das zwar zum "journalistischen" Größenwahn des Blattes wie die Faust aufs Auge, sollte aber in einem Magazin wie chrismon allenfalls unter der (neu zu schaffenden) Rubrik "Realsatire" erscheinen.

Uwe Tünnermann, Frankfurt am Main

 

 

Prächtige Satire, und dazu das Photo von jemandem, der eher nach Vorstadt-Anzeigenblatt aussieht: köstlich gemacht und außerordentlich anregend. Danke dafür!

Um ernst zu werden: Das Deutsch der "Bild"-Zeitung, verehrter Herr Brummer, changiert zwischen Dummheit, Brutalität und Geilheit.
Dass Herr Diekmann (wenn er den Text denn selbst verfasst hat) über die Fähigkeit verfügt, ganze Sätze zu schreiben, hält er vor den Lesern seines Blattes recht gut geheim.

Man beobachtet derzeit eine Kampagne, die hierzulande bis in das liberale Denken hineinzureichen beginnt: dass "Bild" nur abbilde und nicht etwa Meinungsmacht ausübe. Gröber darf der Unfug aber bitte nicht werden.

Man weiß, dass Journalisten um der Debatte willen zu provokantem Auftreten neigen. Man weiß auch, dass viele kluge Menschen den Unsinn herstellen, der in der "Bild" veröffentlicht wird - wenn man Klugheit nennen will, dass professionelle Schreiber ihre Ausdrucksweise so sehr herunter- schrauben, dass Gebrüll, Plattheit und Sensationslust den Tenor des Boulevards bestimmen.

Der Leser will so etwas? Die Zeitung schaue bloß dem Volk auf's Maul? Die Jugendsprache deute auf Bildungs- und Ausdrucksverlust?

Wie wäre es denn, wenn Herr Diekmann sich für bessere Bildung einsetzte? Er könnte beginnen, den Sprachmüll seiner Zeitung zu reformieren. Alles andere ist so scheinheilig wie die Klage über die stammelnde Jugend.
Die haben Mönche im ausgehenden Mittelalter schon genauso geäußert; das Thema ist hinfällig. Ich selbst ziehe jede Jugendsprache dem Unfug der "Bild"-Zeitung vor. Wäre Herrn Diekmanns Glosse als Reflexion über sein eigenes Blatt ("Zeitung" zu sagen, weigert man sich instinktiv) veröffentlicht worden, hätte sie Aufmerksamkeit hervorrufen können. So reizt sie zu Gelächter.

Mit besten Grüßen,

Ihr Lübbertus Rehwinkel, Mölln

 

 

Außer Rechtschreibung, Synthax und Grammatik gibt es noch etwas Viertes und Wichtigeres innerhalb eines Textes. Das ist der Geist, welcher aus ihm spricht. Wenn Sprache zur Diffamierung benutzt wird, herrscht ein böser Geist. Und in dieser Beziehung ist gerade die BILD-Zeitung ein übles Beispiel. Sie setzt diffamierende Aussagen über Persönlichkeiten, welche BILD nicht passen, oder welche ihr mal auf den Schlips getreten sind, in Frageform auf ihre Titel (man wird ja mal fragen dürfen...), weil man weiß, dass die Betroffenen es sich drei mal überlegen, bis sie gegen diese Pressemacht angehen.

Werner Mohrlok, Trossingen

 

 

Danke für den Satz: "Orthografisch korrekt sind meist nur Briefe, die aus den neuen Bundesländern stammen ..."
Heißt natürlich auch: der Osten liest "Bild". Da würde mich sehr ein Beitrag eines "Spiegel"-Redakteurs zu diesem Thema interessieren.
Im Osten ist lange klar "Wir sind das Volk" und politische Weichenstellungen werden kritisch verfolgt. Das Volk spürt als erstes, wenn sich etwas nicht richtig entwickelt. Insofern kann man ihm schon "aufs Maul schauen".

Liebe Redaktion, danke für die "Chrismon".

Herzliche Grüße aus Dresden sendet

D. Gerlach, E-Mail

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich empfinde Ärger und Unverständnis darüber, dass ein christliches Magazin, das zudem den Anspruch erhebt, differenziert zu berichten, den Bild-Chefredakteur zu Wort kommen lässt. Was Herr Diekmann schreibt, empfinde ich - gelinde gesagt - als Unverschämtheit, egal, wie man zu Luther stehen mag. Bild betreibt seit Jahrzehnten Hetze gegen Minderheiten, versteht unter Christentum ungebrochene Anbetung der Obrigkeit, was auch immer diese verzapfen mag, hat zur Unkultur der Sprache in diesem Land beigetragen wie wenige Publikationen.
Wenn sich so etwas in Ihrem Magazin wiederholen sollte, werde ich chrismon künftig nicht mehr in meinem Arbeitsbereich (ich bin Gefängnisseelsorger) den mir anvertrauten Menschen zur Verfügung stellen, auch wenn meine Haltung von Ihnen wahrscheinlich nicht verstanden wird. Es ist m.E. schlimm genug, dass täglich millionenfach dieses primitive Hetzblatt gelesen wird und die Köpfe verwirrt bzw. entleeren hilft.
Hochachtungsvoll

Ulrich Tietze, E-Mail

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich meine, Herr Diekmann beschreibt den Zustand beim Sprachvermögen vieler Deutscher, der eigentlich ein Notstand ist, völlig korrekt.
Er stellt einen Unterschied zwischen meist orthografisch korrekten Zuschriften aus den neuen Bundesländern und Kauderwelsch bei solchen von jungen Leuten aus den "alten" Ländern fest.Ich rate hier zu etwas Geduld! Die derzeitige Schulpraxis in den neuen Ländern wird auf diesem Gebiet sehr bald die Angleichung an das "Westniveau" bewirken. Wir werden sein ein einig Volk von Stammlern und Analphabeten!
Wer das nicht möchte, der sollte gelegentlich vorurteilsfrei untersuchen,ob denn das Schulsystem der DDR in allen seinen Teilen tatsächlich so mies war,wie es üblicherweise dargestellt wird. Meine Kinder haben dieses System durchlaufen, müssen beim Lesen nicht die Lippen bewegen - und den Inhalt von Texten können sie problemlos erfassen.
Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Müller



---------- Montag, 16. Juli 2007 -----------

Liebe Chrismon-Redaktion,

Ob das ein guter Gedanke der  war,Herrn Diekmann ein Forum zu bieten, auf dem er sich mit Luther in Beziehung setzen kann? Herr Diekman schaut nämlich nicht dem Volk aufs Maul, sondern ausschließlich auf die Auflage seiner Bildzeitung und bekommt hier Gelegenheit unter dem Vorwand seiner Sorge ums Gemeinwohl die üblichen Bildabstrustitäten zu verbreiten. "Wir sind Chrismon" und lassen uns von Herrn Diekmann nicht einreden, daß Sexual- und Gewaltphantastereien weniger befremdlich sind, wenn sie nur in korrektem Deutsch abgefasst sind, daß an der ganzen Misere allein die SPD schuld ist und daß das Niveau von Bilds Titelei selbst Intellektuelle entzückt. Nein die Bildzeitung hat über Jahrzehnte hinweg ein Lesepublikum zur Unmündigkeit herangezogen, dem mit den Inhalten inzwischen auch die Form abhanden gekommen ist. Darüber jetzt zu jammern, ist pure Heuchelei. Was würde Luther wohl heute sagen, wenn er Herrn Diekmanns Suada zu Gesicht bekäme? Vielleicht dies: Du siehst den Splitter im Auge deines Nächsten, den Balken in deinem eigenen Auge aber nicht.

Freundliche Grüße

Norbert Franßen, E-Mail

Sehr geehrte Damen und Herren,
dass Sie Kai Diekmann Gelegenheit geben, seine Meinung in Chrismon zu äußern, gehört für mich zur christlichen Toleranz. Ich teile auch seine Beobachtung, dass in weiten Teile der Bevölkerung die deutsche Sprache mehr und mehr verludert. Dass die Schuldigen dieser Entwicklung reformwütige Lehrerverbände und Leute sein sollen, "die jahrelang die 'soziale Frage' im Munde führten", ist ausgesprochen dreist. Sich hierbei auch noch auf Luther zu berufen, ist schon dummdreist.
Ausgerechnet der Chefideologe des "Deutschen Zentralorgans für den Proletenkult" verdächtigt natürlich wieder die Linken und die 68er.
Es darf aber hier daran erinnert werden, dass die Bildzeitung und das Kommerzfernsehen mit geradezu gegenreformatorischem Furor seit Jahrzehnten Deutschland mit Kübeln von Schmutz und Schund überschütten. Genau hier aber sind die Ursachen für die geschilderten Fehlentwicklungen zu suchen.
Meine wütende Reaktion auf Diekmanns Artikel ist vielleicht etwas übertrieben, aber hier gilt "Übertreibung verdeutlicht".
Mit freundlichen Grüßen

Wolffried Wenneis, E-Mail

 

 

Sehr geehrte Redaktion,

mag auch inhaltlich in dem Artikel von Kai Diekmann vieles stimmen: Aber "Bild" in die Nähe Luthers zu rücken bzw. dieses Schmutzblatt gar (wenn auch mit Frage-zeichen) zu seiner Nachfolgerin hochzustilisieren, das bdeutet, den Bock zum Gärtner zu machen oder den Teufel mit Beelzebub auszutreiben.
Kaum ein Blatt trägt so zur Verhunzung unserer Sprache bei wie diese "Zeitung", zu deren Kennzeichen u.a. gehören unsaubere Recherchemethoden bis hin zur gezielten Demontage von Menschen mit gröbsten Verletzungen ihrer Persönlichkeit, ein fahrläs-siger Umgang mit der Wahrheit, Menschenverachtung und Sexismus usw. usw. Näheres kann man nachlesen bei Hans Esser alias Günter Wallraff, bei Heinrich Böll (Die verlorene Ehre der Katharina Blum) und vielen anderen. Dass während der Studentenunruhen vor 40 Jahren Benno Ohnesorg erschossen wurde, hatte auch zu tun mit der von Bild geschürten Pogrom-Stimmung. Die Reihe von Skandalen rund um die Bild ließe sich fast ins Uferlose fortsetzen.
Martin Luther würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er von einer solchen Nachfolgerin wüsste.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Latour, E-Mail

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Kai Diekmann ist ein streitbarer Mann. Gern lässt er Anwälte sprechen, wenn man ihm an die Ehre geht. Eine große Herausforderung für die Damen und Herren von der Kanzlei, müssen sie doch etwas verteidigen, das vor allem in der Phantasie ihres Mandanten existiert. Deshalb werde ich Kai Diekmann nicht beleidigen. Überhaupt ist das Beleidigen ja auch grundsätzlich nichts Konstruktives und aus niederen Motiven so dahingetan, ich lehne es ab. Will man den Herrn treffend beschreiben, reicht ja eigentlich auch, ihn den "Bild"-Chefredakteur zu nennen.

Ich werde auch Sie nicht beleidigen, warum auch. Ich will Sie aber - ernsthaft! - fragen, ob Sie von allen guten Geistern verlassen sind, dem Chef dieses "Bild"-Blattes eine Doppelseite in chrismon - Das evangelische Magazin einzuräumen. Ich frage Sie, was um Himmels Willen Sie dazu bewegt, zuzusehen, wie dieser Mensch es wagt, sich und die "Bild" in die Nähe Luthers zu stellen? Wie kommen Sie dazu, diesem Kai Diekmann dabei zuzuhören, wie er über den Niedergang der Kultur, der Sprache, des Anstands und vermutlich gleich des ganzen "christlichen" Abendlandes räsonniert - wo "Bild" mit ihrem Dummsprech, seinem Primitivdeutsch, seinen ständigen Appellen an die allerniedrigsten Instinkte für eben diese Zustände mitverantwortlich ist, die Herr Diekmann beklagt?

Es ist mir völlig wurscht, ob nun der Niedergang der Kultur wirklich stattfindet, wie sich das mit dem "dem Volk aufs Maul schauen" verhält oder ob man nun darüber diskutieren muss oder nicht. Nein. Es geht, wie sicher auch im Hause Diekmann, nur um einen: um Diekmann.

Also bitte: Sind Sie von Sinnen? Hat Sie der Heilige Geist verlassen? Oder sind Sie einfach der PR-Strategie der "Bild"-Zeitung aufgesessen und helfen dabei mit, die nicht minder widerwärtige Plakatkampagne des Blattes zu unterstützen, in der es sich - ausgerechnet! - zum Anwalt der Wahrheit aufschwingt? Unter anderem mit einem Abbild Martin Luthers?

Oder wollen Sie provozieren? Provozieren, wie kichernde Klosterschülerinnen es tun würden, mit was ganz doll Mutigem, hey, der Diekmann von der "Bild", puh, was wird es da aber für Reaktionen hageln! Aber, hey, das wird die Leute mal wieder zum Nachdenken anregen! Zum kritischen Dialog treiben! Ist es das?

Und ich muss Ihnen doch hoffentlich nichts über die "Bild" erzählen. Sparen Sie sich    irgendwelches Lohnschreibergeschwätz, das die "Bild" "immerhin zu einem tollen   Auseinandersetzung fordert, Geschwätz, das "gerade den anderen Stimmen auch mal eine Plattform bieten" will, oder das - dann wären Sie allerdings keine Lohnschreiber, sondern im Gegenteil Fanatiker des Glaubens - sich über Diekmann freut, egal was er macht, solange er sich nur zum Christentum bekennt.

"Bild" lügt. "Bild" zerstört. "Bild" hat keinen Respekt und keinen Anstand. Das können Sie Tag für Tag erleben, das ist belegt, und fürs Belegen gibt es sogar den Grimme-Preis. Um die "junge Welt" von diesem Wochenende zu zitieren (eine Zeitung, deren politischen Standpunkt ich nicht teile, an deren pointierter Offenheit ich mich aber immer wieder erfreue): "Ich habe tote Fische gesehen, die es ablehnten, sich in Bild einwickeln zu lassen." Und diese "Bild" fällt nicht vom Himmel (wie Manna, nicht wahr), diese "Bild" wird von Menschen gemacht und von einem ganz bestimmten Menschen verantwortet.

So viel zu Kai Diekmann, der sich als Christ geriert, der mit der Zeit geht. So wie Sie ja auch mit Ihrem protestantischen Wohlfühlheftchen, in dem es dann "eben auch mal möglich sein muss, dass so einer wie Diekmann bei uns schreibt".

Nein. Das muss nicht möglich sein. Wissen Sie, hier in Berlin lief im letzten Jahr eine Aktion gegen die Einführung des Pflichtfachs Ethik an Schulen. Der Slogan: "Keine Werte ohne Gott". So unverschämt ich als Atheist diesen Spruch finde  -  denn er muss ja wohl ernst gemeint gewesen sein, nicht wahr, ich sehe nicht, wie hier Ironie oder gar Provokation angebracht wäre, es geht schließlich um Werte und ihr angebliches Fundament in Gott - so sehr bewundere ich doch die konsequente Haltung, die aus dieser Aussage spricht. Man könnte sie auch als "entweder oder"-Haltung bezeichnen, nicht wahr? Entweder ich bin Christ (meinetwegen: "ChristIn") und trete bedingungslos für die - in Gott ruhenden - Werte der Nächstenliebe, der Aufrichtigkeit, der Wahrheit, Ehrlichkeit, Liebe ein.

Oder ich schreibe für chrismon und lasse Kai Diekmann ins Heft.

Zitternd vor Empörung:

Jost Burger, E-Mail


 

 

Es ist nicht nur dreist, es ist schon grotesk, wenn sich Kai Diekmann mit seiner BILD-Zeitung anheischig macht, für sein Blatt (und damit auch gleich für sich selbst) nicht nur eine Vorreiterrolle, sondern auch gleich die Vorbildfunktion zu reklamieren, was gegenwärtig die Wahrung und Pflege der deutschen Sprache betrifft.
Den Reformator zitierend wähnt sich der Chef unseres bekanntesten Boulevard-blatts direkt in der Nachfolge, ja, in den Fußstapfen Martin Luthers: unser geliebtes BILD-Deutsch: "verständlich, emotional, bilderreich, schöpferisch".
So sieht sich der Jünger Axels des Großen.
Und so beglückend es einerseits ist, von einem Journalisten zu erfahren, dass er den bedeutendsten Schöpfer unserer Muttersprache doch zitieren kann - verstanden haben muss er ihn deshalb noch nicht, was vielleicht daran liegt, dass man ihm eine sorgfältige Lektüre des "Sendbriefs vom Dolmetschen" wirklich nicht vorwerfen kann. Das erhellt unser Autor mit seiner kühnen These von der Offensichtlichkeit der "Parallelen zwischen Luthers Forderungen und der Sprache von BILD" (modern und schöpferisch bevorzugt der "Chef" hier den "Vonitiv", durch den er auch an anderer Stelle glänzt).
Hätte er sich auch nur ein wenig mit Luthers Arbeit, der Art und Weise und dem Ziel seiner Sprachgestaltung vertraut gemacht, unser BILD-"Chef" wäre vielleicht doch zu einem ganz anderen, genauer gesagt: dem umgekehrten Ergebnis gelangt, aber sicher bin ich da bei Kai Diekmann nicht.
Im Gegensatz zu BILD erweiterte der Reformator nämlich die Möglichkeiten der Sprachgestaltung, indem er die Hypotaxe förderte, in der er den Ausdruck eines differenzierteren, tiefer greifenden Denkens erkannte, das nun aber wohl auch nicht der Absicht und dem Zweck der BILD-Texte entspricht, in denen sich syntaktische Strukturen gewöhnlich mit der ur-britischen SPO-Regel erschöpfen. Im Gegensatz zur BILD-Zeitung, in der sich das "Sprach-schöpferische" auch für den Laien erkennbar in aller Regel auf den Griff in eine überquellende "Anglizismen-Kiste" beschränkt, suchte Luther bei der Sisyphos-Arbeit des Übersetzens oft tagelang nach einem passenden deutschen Ausdruck, "erfand" deutsche Wörter und schuf in seiner Muttersprache die Entsprechungen fremder Fachbegriffe. Welchem BILD-Sprachschöpfer könnte man denn das unterstellen?
Ich frage mich, wie es möglich ist, dass einem Mann in so exponierter Stellung die Tatsache entgehen konnte, dass seit reichlich einem halben Jahrhundert seine BILD-Zeitung doch täglich für etliche Millionen deutschsprachiger Menschen die einzige "sprachbildende" Lektüre ist, und er diesen Umstand nicht ein klein wenig reflektiert bei den Schuldzuweisungen in seiner Klage über "die voran-schreitende Analphabetisierung der deutschen Gesellschaft".
Stattdessen: Klischees wie wir sie seit Jahrzehnten aus dem Hause Springer kennen: die sozialdemokratischen Kultusminister, die Gewerkschaften (hier darf man wohl "die Stimme seines Herrn" vermuten), die Intellektuellen  - und alle abhold dem Leistungsprinzip - man vermisst die bösen "68er". So einfach ist das. Hätte man eigentlich selbst drauf kommen können.
Mit Erleichterung vernehmen wir nun aber ein klares Wort: Was der BILD-Chef da heute hört mit dem Jargon der Aggro-Rap-Szene, "will er nicht mehr übernehmen". Ich habe da aber so meine Zweifel, ob das schon reicht für eine "Stilfibel" mit vier Buchstaben.

Ernst Jordan, Handeloh, E-Mail

 

---------- Samstag, 14. Juli 2007 -----------

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
als Katholik schätze ich sehr Ihre Zeitschrift, da in meiner Kirche der Gehorsam an erster Stelle steht, während man in der ev. Kirche die Freiheit des Christenmenschen spüren kann.

Mit dem Beitrag von Kai Diekmann von "Bild" haben Sie sich aber einen schweren Missgriff geleistet. Hier durfte jemand seine Vorurteile als reaktionärer Kulturpessimist ablassen und vereinzelte Verirrungen als typisch für die Jugend darstellen, während seine Zeitung gerade ein Beispiel von Unkultur ist. Fast jeden Tag wird mit den Schlagzeilen von "Bild" der Populismus und der Hass geschürt. Nun versucht Herr Diekmann sich auch noch bei der ev. Kirche anzubiedern, wie er es schon bei der katholischen getan hat.

Erinnern Sie sich auch mal an die unselige Rolle von Bild ab 1967 in Berlin und anderswo.
 
Ich bin sehr enttäuscht.
 
Mit freundlichen Grüßen

F. Müller

 


 

---------- Freitag, 13. Juli 2007 -----------

Der Vergleich der "Bild" Sprache mit Luther`s Bibelübersetzungen hat mich zutiefst verblüfft.Die Redaktion (Karl Diekmann) achtet bei  der bilderreichen, emotionalen und schöpferischen Ausdrucksweise ihrer Artikel allerdings gewiss nicht nur darauf, dem Volk aufs Maul zu schauen, sondern berücksichtigt auch sein geistiges Fassungsvermögen.
Dass trotzdem die Leser der Zeitung teilweise in ihren Zuschriften weder imstande sind,die volksnahen Inhalte richtig zu verstehen, geschweige denn einen orthographisch richtigen Satz zu verfassen, ist zutiefst betrüblich.Offensichtlich hat die Bildzeitung hier noch einen steinigen Weg zur allgemeinen Volksbildung vor sich.
Ein Widerspruch ist allerdings, dass die Menschen der neuen Bundesländer anscheinend noch weitgehend Grammatik und Rechtschreibung beherrschen.Es wäre wirklich bösartig zu behaupten,der Grund läge darin,dass man ihnen die Lektüre der Bildzeitung lange Jahre vorenthalten hat. Das Gleiche gilt für ältere Leute aus dem Westen, bei denen das Studium der Bildzeitung noch nicht zur allgemeinen Pflichtlektüre gehörte.
Die KMK, die Lehrerschaft und die Sozialeiferer sollen sich an die Brust schlagen und endlich die richtigen Massnahmen ergreifen.
Die tägliche Lektüre der Bildzeitung gehört in Zukunft verpflichtend in die Lehrpläne der Republik.Dann haben wir endlich ein probates Mittel, das gesamte "Prekariat" unabhängig von Intelligenz und Fleiss zum Abitur zu führen.
Rhabarber!

Luise Schneider, Bous, Saarland

 

 

Guten Tag.
Ich lese ihr Magazin schon seit Jahren, auch ohne ein Christ zu sein fand ich ihr Magazin eigentlich ganz gut, da gemäßigt in den Ansichten.
Unfassbar jetzt, dass sie Kai Diekmann eine Stimmme in ihrem Magazin geben, die er natürlich für Eigenwerbung und Selbsterhebung bis zum Erbrechen nutzt.
Auf die Methoden und Kampagnen der Bild-Zeitung will ich gar nicht weiter eingehen, diese sind wohl dokumentiert im Netz zu finden.
Kennen sie denn nicht z.B. das Bild Blog (http://www.bildblog.de/ ) ?

Ihr Magazin liegt zerissen im Müll und ich werde künftige Ausgaben selbstverständlich sofort im Altpapier entsorgen.

MfG

Malte Wirz

 


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wozu macht sich Herr Diekmann solche Sorgen? Solange Millionen die Bildzeitung lesen, braucht ihm um das Bildungsniveau und die Sprachkompetenz der Bevölkerung doch nicht bange zu sein.

Aber mal im Ernst: Was haben Sie gegen Herrn Diekmann? Warum veranlassen ihn dazu, seine bescheidene Sachkenntnis und sein Ringen mit den grammatikalischen und semantischen Bezügen der Sprache ohne Not vor einer breiten intellektuellen Öffentlichkeit derart zu entblößen? Als christliches Magazin sollten Sie sich in Nächstenliebe und Demut üben. Sie wissen doch, dass man sich über solche Menschen nicht lustig machen darf.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Westkamp

 


 

Muß das ein? BILD bzw. Kai Diekmann, erhält zwei wertvolle chrismon-Seiten zur Sebstdarstellung, hätte ich nie für möglich gehalten.  BILD, mit ihrer reduzierten Sprache, Sätze nicht mehr als 5-8 Worte und dann der Vergleich, nein die Gleichsetzung mit Luthers "Sendbrief vom Dolmetschen", ein echt starkes Stück.
Herr Diekmann ist befremdet durch die Fixierung auf Sexual- und Gewaltfantastereien in der Rapperszene. Sieht es bei BILD anders aus? Sex, Schnüffelei im Privatleben Prominenter, Ablenkung von den wesentlichen Dingen durch Aufmacher die wenige Menschen interessieren. Aber wer auf BILD fixiert ist, der kann nicht anders.
Den Satz "zu Hause würde ohnehin kaum gesprochen oder kaum deutsch..." habe ich automatisch in Gedanken weitergelesen "...kaum gelesen, aber für BILD reicht es allemal".  Herr Diekmann bemängelt,  ganze Jahrgänge würden im Babbeltum versinken. Der Anteil von BILD an diesem Zustand dürfte erheblich sein. Aber 3,4 Millionen Leser können sich nicht irren.
Luthers Sprachvolumen für BILD zu reklamieren, einfach unglaublich.
 
Es grüßt Sie

Richard Grabinski

 

 


Ich bin sehr froh, dass dieser Artikel als Impuls gedacht ist, denn erst war ich enttäuscht ihn in Ihrer Zeitschrift zu finden.
Was will uns Herr Diekmann sagen? Das Volk ist dümmer als vor 50 Jahren, damals konnte die BILD-Zeitung noch aus dem Volks-Sprachschatz schöpfen u. deshalb waren die deutschen Menschen auch bildungsfähiger. In der heutigen Ausgabe verwenden die Redakteure die Wörter u. Phrasen: coolsten, Renter machen ab, 1,90m-Kerl, nur auf der ersten Seite. Ich denke hier spricht ein Teil vom Volk aus dieser Zeitung, die Sprache der Rezipienten wird genutzt u. mehr steht Herrn Diekmann auch nicht an zu beurteilen. Luther hat für christliche Gläubige geschrieben, die ihr religiöses Fundament lesen u. hören können sollten. Das erledigt die BILD-Zeitung doch auch seit Jahrzehnten sprachlich wie semantisch, leider.
Wir befinden uns in einer Zeit der sprachlichen Vielfalt, es muss einen standardsprachlichen Konsens geben, aber daneben auch Varietäten. Jugendliche schreiben wieder mehr, in Form von SMS, E-Mail mit neuen Kürzeln, Emoticons, hier liegen zukünftige Entwicklungen, sicher mehr als in der BILD-Zeitung. Vor den Aggro-Texten gruselt es auch mich, wegen meines 9jährigen Sohnes, aber sie sind in einer rohen Welt entstanden, jetzt natürlich kommerzialisiert. Man kann ihnen ihren Sitz im Leben nicht absprechen, Sprache als vollendeter Spiegel. Sich ein Urteil über Schüler/innen zu erlauben, die nicht gut lesen können in der 9. Klasse und damit  zu aggressiven  Randerscheinungen der Gesellschaft werden müssen, bewegt sich auf Stammtisch-Niveau. So, das meine ich. Wahr das nicht die Aufgabenstellung?

Mit herzlichen Grüßen

Annette Kuschke

 

 


Da reibt man sich die Augen: Kai Diekmann, der Chefreakteur der Bildzeitung, darf sich in der neuesten Chrismon-Ausgabe zwei Seiten lang zum Thema "Sprachverfall" äußern. Der vielfach zu beobachtende Verstoß gegen Lexik und grammatische Regeln der deutschen Sprache ist nicht zu beschönigen. Viel schlimmer aber sind die sprachlichen Manipulationsstrategien, mit denen Redakteure der Bildzeitung tagtäglich ihnen unliebsame Personen unchristlich diffamieren. Nur ein prominentes Beispiel aus jüngster Zeit, nämlich die Hetzkampagne der Bildzeitung Anfang Mai gegen Bundespräsident Horst Köhler, der es 'gewagt' hatte, vor seiner Entscheidung über die Nichtbegnadigung von Christian Klar ein Gespräch mit selbigem zu führen. Da war zum Beispiel von einem "präsidialen Besuchsdienst für verurteilte Killer" die Rede und Köhler wurde unverhohlen damit gedroht, seine Wiederwahl sei gefährdet. Nein, zum Sittenwächter über die deutsche Sprache taugt Herr Diekmann nun wirklich nicht und man sollte ihm auch kein entsprechendes Forum bieten.

W. Kindt

 

---------- Donnerstag, 12. Juli 2007 -----------

Sehr geehrte Damen und Herren!

Als älterer Mitbürger unserer Bundesrepublik und langjähriger Leser von ZEIT/Chrismon möchte jetzt zum ersten Mal auf eine Meinungsanforderung von Ihnen antworten:

In den meisten Punkten kann ich den Ausführungen von Herrn Diekmann folgen und seine Beispiele größtenteils auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Meines Erachtens nach hat er jedoch das Problem nicht facettenreich genug geschildert.

Deshalb möchte ich auf diesem Wege auf zwei wichtige Punkte aufmerksam machen :
1) Durch viele Fahrten mit dem Hamburger Verkehrsverbund und mit dem ICE der DB stieß ich auf einen Teil des Problems:
Von den jeweiligen Bahnhofsverwaltungen und Zugführern  werden Durchsagen über Verbindungsänderungen, Abfahrt- und Ankunftszeiten von Zügen usw. mehr über die Lautsprecheranlagen getätigt. In den meisten Fällen wünscht man sich als Kunde jedoch, dass der Sprechende(die Sprecherin) nicht so ins Mikrofon schreien, oder wenigstens mit dem Mund weiter weg gehen würde, oder -im Gegensatz dazu- nicht so leise ins Mikrofon "hineinsäuseln" würde, als ob er/sie ein Geheimnis anzusagen hätte!
In  beiden Fällen bleibt der Ansagetext größtenteils unverständlich, obwohl er in gramatikalisch korrektem Deutsch verfasst sein konnte. Dieses bleibt auch dann ein Problem, wenn man Deutscher ist, hören kann und sich direkt unter oder vor dem Lautsprecher befindet!  Dieses sind meine wiederholten Erfahrungen, und sie führen meistens dazu, nach einem halben Satz gar nicht mehr zuzuhören! Ich kann mir nicht vorstellen, dass das das Ziel der DB sein kann!
Wie schlimm muß es eigentlich für einen Ausländer sein, der noch mit der deutschen Sprache zu kämpfen hat?
2) In zunehmendem Maße fällt meiner Frau und mir auf, dass im Fernsehen (besonders im Sport- und Unterhaltungssektor) eine "Verschluderung" der deutschen Sprache um sich greift, die einerseits viele Gesichtspunkte von Herrn Diekmann in sich birgt, andererseits aber auch andere Fehler zeigt: abgebrochene Sätze, fehlende oder falsche Bezüge auf einen vorherigen Text oder Rückbezüge auf etwas nicht Gesagtes; "Weil-Sätze" werden von Sätzen in direkter Rede fortgesetzt, die Anzahl der Anglizismen nimmt überhand, obgleich viele solche Wörter gut durch einen deutschen Begriff darzustellen wären und Wiederholung immer gleicher Satzfloskeln als ...? Ja als was eigentlich? Verstärkung der Bedeutung des Gesagten oder nur "Zukleisterung" von Sendezeit mit irgendwelchen Wörtern? Die Beispiele sollten eigentlich genügen, ihre Zahl ist bestimmt stark erweiterbar!

Beide Aspekte zeigen, dass auch ein leichtsinniger, täglicher Umgang mit der Sprache zu einer Verarmung führt, die inakzeptabel ist und leicht vermieden werden könnte!!

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Kempkes

 

 

Ich bin sehr froh, dass dieser Artikel als Impuls gedacht ist, denn erst war ich enttäuscht ihn in Ihrer Zeitschrift zu finden.
Was will uns Herr Diekmann sagen? Das Volk ist dümmer als vor 50 Jahren, damals konnte die BILD-Zeitung noch aus dem Volks-Sprachschatz schöpfen u. deshalb waren die deutschen Menschen auch bildungsfähiger. In der heutigen Ausgabe verwenden die Redakteure die Wörter u. Phrasen: coolsten, Renter machen ab, 1,90m-Kerl, nur auf der ersten Seite. Ich denke hier spricht ein Teil vom Volk aus dieser Zeitung, die Sprache der Rezipienten wird genutzt u. mehr steht Herrn Diekmann auch nicht an zu beurteilen. Luther hat für christliche Gläubige geschrieben, die ihr religiöses Fundament lesen u. hören können sollten. Das erledigt die BILD-Zeitung doch auch seit Jahrzehnten sprachlich wie semantisch, leider.
Wir befinden uns in einer Zeit der sprachlichen Vielfalt, es muss einen standardsprachlichen Konsens geben, aber daneben auch Varietäten. Jugendliche schreiben wieder mehr, in Form von SMS, E-Mail mit neuen Kürzeln, Emoticons, hier liegen zukünftige Entwicklungen, sicher mehr als in der BILD-Zeitung. Vor den Aggro-Texten gruselt es auch mich, wegen meines 9jährigen Sohnes, aber sie sind in einer rohen Welt entstanden, jetzt natürlich kommerzialisiert. Man kann ihnen ihren Sitz im Leben nicht absprechen, Sprache als vollendeter Spiegel. Sich ein Urteil über Schüler/innen zu erlauben, die nicht gut lesen können in der 9. Klasse und damit  zu aggressiven  Randerscheinungen der Gesellschaft werden müssen, bewegt sich auf Stammtisch-Niveau. So, das meine ich. Wahr das nicht die Aufgabenstellung?

Mit herzlichen Grüßen Annette Kuschke

 

---------- Mittwoch, 11. Juli 2007 -----------

Liebe Redaktion,

letztendlich hat Herr Diekmann recht, wenn er sich und sein Blatt mit Martin Luther vergleicht. Herr Luther zeichnete sich durch Sätze wie "Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, daß die Männer durch sie geboren werden." oder "Darum hat das Maidlein ihr Punzlein, daß es dem Manne ein Heilmittel bringe." aus. Herr Diekmann redet von den "großen Schaumglocken der Patrizia" oder von "Nassen Höschen obwohl es doch über 30 Grad hat".

Vom Frauenbild her kommt es hin!

Désirée

 

 

Liebe Chrismon-Redaktion,

die Veröffentlichung dieses Artikels lässt mich ernsthaft fragen, was Sie eigentlich für Werte vertreten. Ausgerechnet der Chefredakteur einer Zeitung, die regelmäßig die Existenz von Menschen ruiniert, lügt oder ihre Leser falsch informiert, darf bei Ihnen darüber schreiben, wie schlimm es doch um die deutsche Sprache bestellt ist??? Soll es eine Parodie sein?
Aber wer soll darüber lachen? Eine Studentin aus Kaiserslautern, deren Foto zur Illustration der "Bekenntnise einer Nymphomanin" in  der Bild-Zeitung erscheint? Oder Sibel Kekilli? Oder Jürgen Trittin?  Oder Sebnitz? Oder Rudi Dutschke?
Die Liste ließ sich beliebig erweitern...

Was haben sie sich dabei nur gedacht?

Mit freundlichen Grüßen,

Fabian Knörr

 

Sehr geehrte Damen und Herren von Chrismon,

Ich möchte mich kurz zum "Doppelpunkt"-Beitrag von Kai Diekmann äußern.

Ich finde es schade, dass Sie mir Ihrem Magazin einer solchen Person die Plattform bieten, den Retter der Nation zu spielen. Ich stimme Herrn Diekmann zwar in vielen Punkten zu, jedoch überzeichnet er nicht nur krass (längst nicht alle Jugendliche sind "Gangstarappa", nicht einmal die Majorität), sondern "predigt auch Wasser und trinkt Wein" - haben Sie sich die Sprache, insbesondere die Schlagzeilen von BILD einmal angesehen? Ich zitiere von der derzeitigen Startseite von bild.t-online.de:

 "Werde Grid-Girl bei Super-Hamilton"

Im Online-Artikel selbst:

"Er ist der neue Superstar der Formel 1. Und DU kannst ihm ganz nah sein!

Noch elf Tage bis zum Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring. Die Formel 1 rollt mit allen Stars in die Eifel.

[...]

BILD & Premiere suchen zwei BILD-Leserinnen, die in der Start-Aufstellung direkt an Hamiltons Silberpfeil stehen.

Die als Grid Girl des "Formula 1 Grand Prix of Europe 2007" Millionen TV-Zuschauern Hamiltons Start-Nr. 2 und die britische Fahne zeigen!"

Hier ist nichts als simpelste Subjekt-Prädikat-Objekt-Konstruktionen, ganz davon abgesehen, dass der letzte Absatz nicht einmal einen
Syntaktisch korrekten Satz darstellt. Der Chefredakteur dieser Zeitung stellt sich nun in Ihrem Magazin dar als derjenige, der gerne die deutsche Sprache retten würde, der allerdings von KMK & Co. daran gehindert wird? Dass dies schlichtweg gelogen ist, sollte einleuchten.

Mit freundlichen Grüßen,

Lukas Barth

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
welcher Teufel hat Sie denn geritten ? Wie kommen Sie auf die Idee, ausgrechnet dem Verantworltichen für eine der übelsten Zeitungen in unserem Land ein Forum zu bieten, auf dem er sich in die Nähe Luthers rücken kann ? " 'Bild' als Dolmetscher der Politik etc...", brüstet sich Herr Diekmann. Nein, er schaut nicht dem Volk aufs Maul, sondern sucht nach den niedersten Instinkten, um sein Geschäft zu machen. Es geht allein um Sex, Verbrechen und Kampagnen gegen Mißliebige. Die zunehmende Volksverdummung, die Herrn Diekmann ach so besorgt macht, ist auch eine Folge dieser Art Journalismus.
Ich empfehle Ihnen den "Gossenreport" von Gerhard Henschel. Vielleicht lassen Sie den Autor  in Sachen "Bild" auch einmal zu Wort kommen.
 
Mit freundlichen Grüßen   

Irene Meurer, Köln

 

 

 ... Kai Diekmann! ... - welcher Teufel (sorry!) hat Chrismon geritten, erstens dem Chefredakteur dieses menschenverachtenden Schmierenblattes ein Podium zu bieten und zweitens auch noch für dieses in der Tat pharisäerhafte (nochmal sorry!) Pamphlet zur deutschen Sprache, die durch kaum ein Organ so verhunzt wird wie durch das mit den vier Buchstaben. Es ist nicht zu fassen. Schon mal "Bildblog" gelesen? Keinen Schimmer, wie es "bild" mit der Wahrheit meint, und, erst recht, dto. mit der deutschen Sprache?

Ich bin Abonnent von FR und Tagesspiegel und lese die Ausgaben von Chrismon gelegentlich sogar zweimal, mit Interesse. Aber dieses Ding ist schwer zu toppen. Oder wollte die Red. mal testen, wie so etwas ankommt, nach der Devise: Besser solche PR als keine PR?

Freundliche Grüße

Markus Hesse

 

Der Artikel von Herrn Diekmann ist für mich überraschend klug und nachdenkenswert. Ich stimme Herrn Dieckmann in seinen Beobachtungen fast durchweg zu. Ich bin Jurist und seit mehr als 10 Jahren auch in der Referendarausbildung tätig. Für meinen Freundes- und Bekanntenkreis war es im Studium und im Referendariat (ich stamme aus dem Jahrgang 1963) selbstverständlich, eine Tageszeitung und auch Bücher zu lesen und ich glaube, dass wir auch dadurch gelernt haben, uns auszudrücken, was ja nichts anderes heißt, als dass wir uns verständlich machen können, dass wir das, was wir meinen und wissen, auch formulieren können. In den letzten Jahren stoße ich vermehrt auf junge Juristen, die unglaubliche sprachliche Mängel haben (nach dem 1. Juristischen Staatsexamen!). Ein offenbar so kluger Mann wie Herr Diekmann sollte aber auch in der Lage sein, seine ideologischen Scheuklappen, dass an allem Bösen die GEW und die Linke schuld ist, bei Seite zu legen. 

Nach meiner Beobachtung war der entscheidende Wendepunkt in Deutschland, der zu dem von Herrn Diekmann zutreffend beschriebenen Dilemma geführt hat, vielmehr die Zulassung des Privatfernsehens und die danach einsetzende schleichende Anpassung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nach unten. An dieser verhängnisvollen Entscheidung waren nach meiner Erinnerung Linke nicht beteiligt, sondern sie wurde maßgeblich von einem Herrn betrieben, der uns später eine geistig-moralische Wende versprach. Sicher hat Herr Kohl mehr als genug getan, für das er sich schämen muss. Aber sein Engagement für das Privatfernsehen halte ich für das Schlimmste.

Ulrich Wagner, E-Mail

 

Wie gut, dass es noch die Dickmanns gibt. Ohne ihn und sein Kulturgut, die "B.Zeitung", wäre die deutsche Bildung schon lange am Ende.
Wer Herrn Dickmann ein einziges Mal gelesen hat, weiß, dass er ein äußerst bescheidener Mensch ist. Er stellt sich und seine Zeitungs-Schreiber auf eine Stufe mit Martin Luther - wer wollte da widersprechen? Und seine Zeitung ist dann natürlich gleichzusetzen mit der Luther-Bibel. Das versteht sich geradezu von selbst. Es fehlt eigentlich nur noch, dass er eine Kirche gründet im Namen von Axel Cäsar. Die Bild-Gemeinde existiert ja bereits Scherz beiseite. Die Bildzeitung hat eine perfekte Sprache entwickelt, mit dem das sogenannte Volk eingekauft wird. Die Schreiber ziehen alle rhetorischen Register, damit das Volk am Ball bleibt. Hier wird nicht dem Volk aufs Maul geschaut, sondern das Volk wird für dumm verkauft. Dabei ist das Volk überhaupt nicht dumm. Es ist nur nicht aufgeklärt genug, um die Tricks der B.Zeitung zu durchschauen. Dass die B.Zeitung notorisch immer wieder ihre Leserinnen und Leser belügt, kommt sozusagen erschwerend hinzu.
Martin Luther dagegen hat das Volk erst mündig gemacht gegenüber der lateinisch sprechenden Kirche. Er hat dem Volk die  Möglichkeit gegeben, selber die Bibel zu lesen und sich darüber auszutauschen. Das war ein gewaltiger Schritt in Richtung Aufklärung. Dass Luther nicht nur der große Aufklärer war, steht auf einem anderen Blatt.
Dickmanns larmoyante Klage über den Verfall der deutschen Sprache ist jedem, der sich mit diesem Thema befasst, aus hunderten von Publikationen bekannt. Dass er sich nicht schämt, diese Platte hier noch einmal abzuspielen, wundert mich fast, denn dumm ist er ja eigentlich  nicht, der Herr Dickmann. Die Versatzstücke dieses Klageliedes sind immer dieselben: GEW, Uni Bremen, NRW, KMK und so weiter.
Sein engagierter Einsatz für die "einfachen Leute" - warum sind die eigentlich ,einfach'? - hat mich zu Tränen gerührt. Ich kann mich leider nur nicht an eine Kampagne der Bild-Zeitung zugunsten der Migrantenkinder erinnern. Die sind schließlich die Hauptleidtragenden unserer Bildungsmisere.

Ich habe mich gefragt: Wusste die Redaktionskonferenz von Chrismon, was sie tat, als sie Herrn Dickmann einlud, sich und seine B.Zeitung über zwei ganze Seiten selbst zu beweihräuchern? Oder hatten Sie gar im Sinn ihn vorzuführen, weil sie wussten, er würde sich selber bloßstellen als der, der er ist? Das wäre natürlich sozusagen pfiffig gewesen. Aber ich weiß nicht so recht, ob ich Ihnen eine solche Raffinesse zutrauen darf. Aber warum eigentlich nicht?

Mit freundlichen Grüßen

Claus Pörksen

 

Daß Kai Diekmann den Niedergang der deutschen Sprache in Wort und Schrift anprangert, "Nuancierungen, Redefiguren, Subtext" vermißt, ist mehr als dreist.
Er selbst hätte als Chefredakteur der größten deutschen Tageszeitung die Möglichkeit, es besser zu machen, statt dessen findet man in der BILD eher gegrölte Überschriften, verunglimpfende und respektlose Zusätze zu Namen (z.B. derzeit "Tank-Trottel Christijan Albers") oder deren komplette Verballhornung (z.B. "Ottmar Schwitzfeld"). 
Die Artikel selbst sind in der Regel kurz und in einfachen Sätzen geschrieben.
Die verhöhnende Kritik an einigen Leserbriefschreibern zeigt auf, welche Zielgruppe die BILD tatsächlich erreicht, und damit entlarvt Herr Diekmann sich eigentlich selbst als Mitverantwortlicher für die Verschlimmerung und Verrohung der Sprache, denn er als Chefredakteur ändert nicht nur nichts daran, sondern trägt durch sensationsheischende Berichterstattung sogar selbst dazu bei.
 
Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich würde einige Teile seines Textes durchaus unterschreiben, da ich manche Dinge ähnlich sehe. Es ist mir lediglich unverständlich, daß jemand wie Kai Diekmann ihn verfasst.
 
Mit freundlichen Grüßen

Torsten Wiesner

 

Guten Tag sehr geehrte chrismon.de-Redaktion,

was Sie dazu bewogen hat, dem Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, eines der, meiner Meinung nach, menschenverachtendsten und unchristlichsten Boulevardblätter in Deutschland, die Plattform zu geben, um seiner Meinung Ausdruck zu verleihen, welche zweifellos und nachweislich nichts mit seiner täglichen Arbeit zu tun hat, kann ich nicht nachvollziehen und werde es wohl auch nie verstehen.

Bevor Sie aber das nächste Mal eine solche Entscheidung zu treffen haben, möchte ich Ihnen die tägliche Lektüre der Website www.bildblog.de sowie das Lesen der Bücher von Günter Wallraff ("Der Aufmacher", "Akteneinsicht", "Zeugen der Anklage") sowie vieler anderer Autoren, welche sich intensiv mit dem Medium "Bild"-Zeitung beschäftigt haben. Sollten Sie danach noch immer Zweifel an der Wirkung der durch die "Bild"-Zeitung hervorgerufenen Veränderungen hegen, so sei Ihnen die ebenfalls tägliche Lektüre der Website www.nachdenkenseiten.de anempfohlen, ein Blog, in welchem ein anerkannter Nationalökonom und politischer Insider täglich von den Auswirkungen berichtet.

Herzliche Grüße und weiterhin viel Erfolg.

Andreas Hennig, Leipzig

 

 

PS: Nur durch Multiplikatoren wie Sie und Ihre Präsenz im Netz, erlangen Menschen und Medien, wie Herr Diekmann und die "Bild"-Zeitung, die Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung, die sie nicht im Entferntesten verdienen. Ein Ende kann dies erst haben, wenn sich Politik, christliche Verbände und öffentlich rechtliche Medien von den Aussagen der "Bild"-Zeitung deutlich distanzieren und ihr somit die Multiplikatorwirkung entziehen.

 

 

 

Hallo,
 
Herr Diekmann sollte sich eventuell einmal seine Leserschaft angucken, insbesondere deren Bildungsniveau. Ich denke dann würde ihm ganz schnell klar warum die Bild-Leserbriefe so beklagenswert sind. Sicherlich ist das zunehmende "Denglisch" ein Problem und ein Teil der Deutschen wirklich ihrer eigenen Mutetrsprache nicht gut mächtig. Jedoch denke ich, man sollte die Kirche im Dorf lassen und gerade Herr Diekmann als Chef der deutschen Zeitung, die meines Erachtens nach, die wirklich schlimmsten Überschriften und Artikel enthält (hier sind insbesondere Wortschöpfungen wie: Igelmädchen, Nackt-Freundin o.ä. zu beklagen) zunächst über sich selber nachdenken.

MfG, Jannes Rykena

 

Ach, das haben wir immer schon geahnt : "Bild" ist der legitime Nachfolger der Luther Bibel und die GEW ist schuld, dass nur noch Ober- und (ganz knapp) Mittelschicht Deutsch in Wort und Schrift beherrschen. Es gibt eigentlich nichts dazu zu sagen. Verbalinjurien sind unnötig.  Die Chefredaktion repräsentiert ihre Zeitung oder umgekehrt. Man schaue sich also Kai Diekmann in Lebensgröße an, man höre, was er wie sagt, man lese, was er hier und anderen Orts schreibt. Man braucht da gar nicht erst bösartig werden.  Blatt und Chefredakteur besorgen das schon selbst und kommentieren und erklären sich gegenseitig am besten.

Michael Haupert, Trier

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin ein regelmäßiger und treuer Leser Ihrer Zeitschrift und freue mich jedesmal sehr, Ihre Beilage in der ZEIT zu finden. Heute musste ich jedoch feststellen, dass Sie es anscheinend für nötig befinden, dem BILD-Chefredakteur Kai Diekmann ein Forum in einer christlichen Zeitschrift zu bieten. Die Methoden, mit denen die BILD-Zeitung regelmäßg "recherchiert", Hetzkampagnen auf unschuldige Mitbürger veranstaltet, für eigene Produkte Schleichwerbung betreibt und regelmäßig und wider besseres Wissen den Pressekodex verletzt und die Regeln des Anstandes und des guten Geschmacks bespuckt, sind nicht nur in höchstem Maße moralisch verwerflich, sondern auch in großen Teilen gesetzeswidrig.
Ich bin der Meinung, die BILD-Zeitung, die bereits von zu vielen Menschen gelesen wird (Zitat von Ihnen: Auflage rund 3,4 Millionen), bietet ein ausreichendes Sprachrohr für diesen Demagogen und Volksverdummer. chrismon sollte sich nicht mit Menschen solchen Kalibers assoziieren, noch dazu ohne auf die oben genannten Dinge aufmerksam zu machen. Bitte verzichten Sie in Zukunft darauf, sich als intelligente Zeitschrift für denkende Menschen auf ein solches Niveau herabzulassen. Bei allen Bemühungen der BILD um die sog. "Volks-Bibel" sollte es doch andere Partner geben, die moralisch weniger fragwürdig sind. Interessant wäre auch, sich mit der aktuellen Werbekampagne der BILD-Zeitung auseinanderzusetzen, die u.A. unseren großen Reformator Martin Luther, der sich genauso wie Willy Brandt leider nicht dagegen wehren kann, vor ihren Karren spannt.
Für weitere Informationen über Machenschaften und Methoden der BILD-Zeitung empfehle ich Ihnen die Lektüre der Seite bildblog.de, danach sollte es Ihnen klar werden, wen Sie da in Ihr Magazin gelassen haben.
Mit freundlichen Grüßen

Simon Böttler, Berlin

 

---------- Dienstag, 10. Juli 2007 -----------

 

Guten Tag,

haben Sie, als christliches Magazin, die Bildzeitung einmal aufgeschlagen? Mit Pornographie (täglich auf Seite1), Verunglimpfungen, Vorverurteilungen, und jedenfalls allem anderen als Nächstenliebe (dem ersten Gebot!!) wird hier Kommerz betrieben. Dass die Politik nicht umhin kommt, "Bild" zu benutzen, muss mal wohl leider akzeptieren. Dass ein Magazin, das sich christlich nennt, dem ein Forum gibt, stimmt bestenfalls nachdenklich.

Mit freundlichen Grüßen,

Tobias Gutzmann

 

Schade, dass Sie jemandem wie Kai Diekmann gestatten, in ihrer Zeitschrift das Wort zu erheben. Ganz unabhängig davon, was die Bildzeitung Tag für Tag zur Volksverdummung beiträgt, ist sie moralisch um nichts in der Welt mir christlichen Werten und so etwas wie Respekt vor dem Nächsten vereinbar. Hier wird jeden Tag gelogen, verleumdet und Doppelzüngig für Papstbibel vorne und die "nimmersatte Uschi" hinten geworben. Hauptsache es bringt Geld ein...

Diekmann hat in Chrismon so wenig verloren wie der Chefredakteur der "Blitz Illu" oder der "Jungen Freiheit".

Schade, dass er trotzdem schreiben durfte.

Johannes Hauer, E-Mail


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

bisher habe ich ihre Zeitung als Beilage der Süddeutschen Zeitung als  sehr positiv empfunden. Ich muss jedoch zugeben, dass ich beim ersten  Mal doch mit Vorurteilen ihre Zeitung aufgeschlagen habe. Ich wurde  eines besseren belehrt und empfand viele Artikel als Denkanstoß und  Blick über den Tellerrand. Das Sie nun aber jemanden wie Kai Diekmann  ein Forum bieten, kann ich nicht verstehen. Ihre Zeitung stand für  mich für Besonnenheit und für einen sehr positiven und zeitgemäßen  Glauben. Kai Diekmann passt dort überhaupt nicht ins Bild. Dieser  Mann ist die personifizierte Axt im Walde. Engstirnig, Monokausal in  der Betrachtung und verlogen ist dass einzige was mir zu ihm  einfällt. Bitte nie wieder!

Herzlichst,

Martin Dreher, Wuppertal

 

 

Werte Redaktion von chrismon,
Herr Dieckmann ist Chefredatkeur eines Boulevardblattes, das wie kein anderes Medium dazu beiträgt, die deutsche Sprache zu verhunzen und die Menschen zu verdummen. Es ist unverständlich, dass Sie diesem Herrn in Ihrem Magazin Raum bieten, seine schizoiden Ansichten zu verbreiten. Denn es ist schizoid, den Niedergang der deutschen Sprache zu beklagen, aber tagtäglich zu deren Niedergang an verantwortlicher Stelle beizutragen.
Kai Diekmanns Beiträg ist nur  für die Ablage P ( Papierkorb ) geeignet, nicht für eine fundierte Diskussion.

Der falsche Beitrag einer unerträglichen Heuchelei am falschen Ort.

mfg

Familie Keller, E-Mail

 

Liebe Chrismon-Redaktion,
also dass sich gerade BILD-Chef Diekmann als Kronzeuge gegen die Verarmung unserer Sprache anbietet, ist schon ein starkes Stück. Das lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Der Mann liest seine eigene Zeitung nicht. Oder er lebt in einer Parallelwelt. Wahrscheinlich trifft beides zu. Schön und amüsant ist es allerdings, wieder zwei wunderbare Beispiele der allgemeinen Diekmann'schen Hybris zu lesen. Ausgerechnet Luther als Lehrmeister seiner - auch in der BILD-Geschichte - auf niedrigstem qualitativen Niveau arbeitenden Redaktion in Anspruch zu nehmen, ist klasse. Und gerne erwähnt er auch noch einmal den angeblichen "Erfolg" der BILD-Platitüde "Wir sind Papst", für den das Blatt vor allem Häme und abwertende Satire im Übermaß kassiert hat. Aber man ist ja bekannt geworden, sagt sich Diekmann - und macht sich die Welt wie sie ihm gefällt.
 
Ich frage mich nur, wie kommt ein Text dieses Mannes, der sich gerade in kulturellen, moralischen und ethischen Belangen durch die Praxis seiner Zeitung so überaus angreifbar macht, in das Magazin Chrismon? Muss man die Verwerflichkeiten und Bösartigkeiten, die er zu verantworten hat, wirklich jedesmal neu auf den Tisch legen, nachweisen und zur Debatte stellen? So wie es Stefan Niggemeier und das zur Recht mit dem Grimme-Online-Preis geehrte BILDblog tagtäglich tun?
 
Ich bin enttäuscht.

Beste Grüße

Tim Lochmüller, E-mail

 

Liebe Chrismon-Redaktion,
Herr Diekmann schreibt aus einer Grauzone zwischen Chuzpe und Unverschämtheit, und ich bin ein wenig verwundert, dass Sie, bei aller gebotenen Toleranz, jemandem ein Forum geben, der für eine Zeitung verantwortlich ist, die in praktisch jeder journalistischen Kategorie das Gegenteil von Chrismon darstellt.
Natürlich könnte ich jede beliebige Ausgabe von "Bild" nehmen, um genügend Beispiele für den sprachlichen Verfall dort zu finden, aber eben die Chuzpe Herrn Diekmanns ist es, das Papst-Zitat selbst zu erwähnen, das zwar in durchaus anerkennenswerter Weise eine Emotion konzentriert wiedergibt, aber eben zugleich ein perfektes Beispiel für den gemeingefährlichen Umgang dort mit Sprache darstellt.
In zwei Punkten will ich Herrn Diekmann durchaus recht geben. Die Post-68er Lehrer-Generation ist in einigen Feldern durchaus zu weit gegangen (so besteht das Leben und Lernen eben nicht nur im Erkennen von Strukturen ...), und sicher trägt die Digitalisierung massiv zum Sprachverfall bei. Gerade auch die SZ, der Chrismon beiliegt, hat sich mit dem Abschaffen der Korrektoren schwer an der Bedingung der Sprach-Richtigkeit versündigt, und des öfteren frage ich mich beim Lesen diverser SZ-Artikel, ob der Redakteur auch so schludrig recherchiert hat, wie er das Recherchierte sprachlich wiedergibt.
Was ich schließlich als die Unverschämtheit Herrn Diekmanns bezeichne, ist die Rolle, die er der Sprache via dem Organ "Bild" zuordnet. "Bild" verkauft sich massiv durch die permanente "Sex & Crime"-Produktion und deren deutlich und entsprechend primitive sprachliche Wiedergabe. Keine Zeitung in Deutschland wird übrigens häufiger per Gericht zum Widerruf verurteilt, d.h. der Umgang mit dem, was für eine zivilisierte Gesellschaft als Wahrheits-Konsens gelten muss, ist geline gesagt fahrlässig. Und schließlich muss man über die Funktion von Sprache allgemein nachdenken. Die von Herrn Diekmann eingangs erwähnten Artikel-Beispiele zeigen genau in die Richtung von Primitivität, die das geistige Reservoir der Bild-Aufmachung und ihrer Leser-Rezeption darstellen. Wenn wir das Wort "primitiv" hier einmal im ethnologischen Sinn beleuchten wollen, dann haben und brauchen sog. primitive Sprachen meistens auch keine Artikel für "Straße"  oder "Nutte". Entwickelte Sprachen, die in aller Regel auch  entsprechend komplexe Denkstrukturen sog. höher entwickelter Völker wiedergeben, sind dann auch in der Lage, diese Denkstrukturen in entsprechend komplizierten Sprach-Strukturen zu replizieren. Wenn ich also zusammenfassend den permanenten Verstoß von "Bild" gegen die Würde des Menschen und den Verweis auf Luther (in mir sträubt sich ALLES, hier an das Wort "Vergleich" nur zu denken !) hinzunehme, muss ich sagen, dass ich mit meinem Eingangsatz eigentlich noch zu wohlwollend war ...

Mit freundlichen Gruessen 

Peter Maeke, Anzing

 

Guten Abend,

Ich würde dazu gerne anmerken dass die Bildzeitung ihrerseits auch nicht gerade durch eine gute Sprache glänzt. Im Gegenteil: zum "allta gangstarappa" ist es meist nicht mehr weit. Das Gerede von Unter-, Mittel- und Oberschicht ist Schwachsinn erster Güte. Viele aus meinem Abiturjahrgang sind nicht gerade gut betucht und haben beste Noten erhalten. Andere hingegen, im Bildjargon "Reich aber strunzblöd" hatten da weniger Glück. Was das angeht, geben also die Abiturnoten hier die Menge an Intelligenz und Fleiß wieder, und nicht den Umfang des elternlichen Vermögens.
Verlage wie Axel Springer oder auch die Werbung tragen ihren Teil bei. Ich kann mich noch gut an einen Aufkleber der Bild erinnern mit der Aufschrift:
"Ich hab die Schnauze voll!" oder auch eine Werbung die ihr aktuell im Radio gesendet wird mit "very fast, very knusprig, very lecker!". Das sind Dinge bei denen ich nur mit dem Kopf schütteln kann.

Achja: Da Herr Diekmann ja so gerne verbal auf die Jugend schießt (Bild hätte wohl "ballern" gewählt): Ich bin 19 Jahre alt.

Mit vielen freundlichen Grüßen,

Simon Hillebrand, E-Mail 


Ich bin entsetzt, darüber, dass Herrn Diekamnn die Möglichkeit gegeben wird, sich als guten Christ aufzuführen.

Ist er gespalten und vergisst deinen täglichen Dreck, den er produziert? Es geht nicht um andere politische Meinungen, sondern, wie man mit Menschen umgeht. Wie man versucht, Menschen zu zerstören, zu diffarmieren - menschenvereachtend um des Profits willen. Schon mal gelesen, wie BILD mit Seehofer umgeht?
Das Landgericht Berlin hat geurteilt: ".. bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsverletzung Anderer"......
Wer ist der nächste Gastkommentar: Hannibal?
Wie tief ist euer Anspruch gesunken?

Extrem entsetzt

Klaus Nostadt, E-Mail 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich finde es erstaunlich und überraschend schön, aus der "Bildredaktion" etwas anderes zu hören als das Übliche: Eine Schlagzeile, ein Bild und ein bis zwei Absätze Text bzw. Hetze. Die Kritik Diekmanns scheint allerdings etwas einseitig auszufallen. Wahrscheinlich hat er aber nur die eigene Leserschaft im Blick. Es gibt aber auch Akademiker die nicht schreiben können.
Zur Steilvorlage Luthers (Sendbrief vom Dolmetschen) scheint Diekmann trotz allem der Ursünde der Bildzeitung nicht widerstehen zu können: Er reißt wie üblich sein Maul zu weit auf. Aber an so einem Bissen kann man sich leicht verschlucken und dann bleibt einem die Luft weg. Karl Kraus sagte einmal über diese Journaille: Das ist wie "auf einer Glatze Locken drehen".
Im Gegensatz zu Luther unterstelle ich der Bildzeitung handfeste politische Interessen, die zu ihrer Sprache führen. Ihr gilt es Meinung zu machen. Allerdings, um auf einen ihrer falschen Werbesprüche zurückzukommen, in korrektem Deutsch heißt es nicht: "Bild dir deine Meinung", sondern "bilde deine Meinung", aber mit Bildung hat es die größte deutsche Tageszeitung nicht. Sie will Meinungen für ihre Zwecke missbrauchen nicht aber bilden.
Noch ein Tipp für die heuchlerische Haltung von "bild" (eigentlich sollte man das immer klein schreiben und unter 6pt). Warum beteiligt sich Bild nicht am "Schulprojekt Zeitung" wie das viele Zeitungen anbieten? Es ist viel leichter auf Schule, Lehrer und Eltern zu schimpfen als selbst etwas zu tun.
 
Mit freundlichen Grüssen

Walter Hofmeister, Rosenheim


Sehr geehrte Redaktion,
ich habe mich schwer gewundert, als ich Kai Diekmann in ihrem Magazin erblickt habe. Mein erster Gedanke war, wie ich das Magazin abbestellen könnte. Dieser Mensch zählt für mich zu den verlogensten, unglaubwürdigsten und unmoralischten Journalisten der Bundesrepublik. Es kann ja wohl nicht sein ernst sein, dass Herr Diekmann Parallelen zwischen der BILD und Luther sieht. Luther wollte eine eine neue Sprache, die alle verstehen. Eine Übersetzung der Lehre, die bei den Menschen ankommt. Die BILD-Zeitung bedient sich nur der Gossensprache, die Herr Diekmann doch so anprangert. Außerdem stand Luther noch für viel mehr als für die Sprache. 
Nämlich für die christlichen Leitsätze, wie Menschenwürde und Nächstenliebe. Davon, besonders Menschenwürde, ist in der BILD nichts zu sehen. Die BILD verstößt permanent gegen den Pressecodex und journalistische Leitlinien, veröffentlicht Bilder ohne Einverständis, vergisst Selbstmörder auf Bildern zu schwärzen, verbreitet Lügen und sieht Personen in den Schmutz nur der Auflage Willen.
Kai Diekmann hat die Bibel, den Glauben und die christliche Botschaft für mich nicht verstanden. Was er da Tag für Tag in seiner Zeitung verbreiten lässt, ist teilweise unter aller Würde. Eigentlich ist es eine Frechheit, dass er sich öffentlich so mit dem Christentum brüstet. Eine ganz schöne Doppelmoral.
Und was die Schüler/innen angeht, die nicht mehr ordentlich schreiben können: Man schaue sich nur mal die Sprache der BILD an mit ihren furchtbaren Wortkreationen wie "Blutschande-Kinder" oder "Abschiebe-Mädchen". Der Bildblog hat das im Internet wunderbar dokumentiert.
Kai Diekmann in Chrismon- Nein danke.

mit freundlichen Grüßen,

Kasulja, E-Mail


 Liebes Chrismon-Team,
ich möchte Ihnen dafür danken, daß Sie Herrn Diekmann ein Forum gegeben hat, um die Welt nach seinem BILDe auszulegen.
Denn nun weiß ich endlich, daß die bösen Lehrer und Bildungsverbände daran Schuld sind, daß die Bild-Zeitung ihre eigenen Leser nicht mehr versteht. Ganz ehrlich, darauf wäre ich auch nach längerem Nachdenken nicht gekommen. Gut, daß Herr Diekmann das richtig gestellt hat!
Womöglich wäre ich andernfalls noch auf den Gedanken verfallen, daß die von ihm verantwortete, für gewöhnlich sorgfältig recherchierte und vor allem sprachlich höchst anspruchsvolle und komplexe Deutsche Qualitäts-Zeitung eine, und sei es noch so kleine, Mitschuld an der von ihm konstatierten sprachlichen Verwahrlosung der Jugend von heute tragen könnte.

Gut, daß das geklärt wäre. Was ich jetzt noch herausfinden muss, ist, ob ich über den Artikel lachen oder weinen soll. Ernst nehmen kann ich ihn leider genau so wenig wie die Bild-Zeitung.

Mit freundlichen Grüßen,

Benjamin Walter, E-mail

 

Sehr geehrte Redaktion,
dass sich ausgerechnet Herr Diekmann zum Retter der deutschen Sprache aufzuschwingen versucht, ist zwar auf eine sehr spezielle Art und Weise lustig, aufgrund dessen immer wieder zur Schau gestellter Selbstglorifizierung aber kaum verwunderlich. Dass allerdings ein unter anderem aus meinen Kirchensteuern finanziertes Blatt ihm die Möglichkeit bietet, diese geistigen Ergüsse zu veröffentlichen, finde ich doch sehr seltsam und peinlich.

Gerade die Bild-Zeitung ist doch mit ihrem falschem deutsch Mitverantwortlich dafür, dass die Sprache immer mehr ins Bedeutungslose abrutscht, weil man ja mit Bildern, Grafiken und ein paar dahin geworfenen 3-Wort-Sätzen viel besser den Ansprüchen der Masse genügt. Kai Dieckmann weiß sehr genau, dass ein Großteil seiner Leserschaft (die sich übrigens viel stärker aus bestimmten sozialen Schichten als aus bestimmten Altersgruppen rekrutiert, womit der 68er-Quatsch eindeutig widerlegt sein sollte) nur begrenzt der deutschen Sprache mächtig ist und dass die Bildzeitung diesen Umstand durch das falsche Deutsch, was auf fast jeder Seite der Zeitung zu finden ist, nur noch verstärkt.

Um Ihrer Linie treu zu bleiben sollten sie in Erwägung ziehen, demnächst einmal Roland Koch zum Thema "Wo ist in Deutschland die Ehrlichkeit geblieben", Dieter Bohlen zum Thema "Die Musikkultur in Deutschland geht den Bach herunter" oder vielleicht auch den Herrn Ackermann zu "Die soziale Marktwirtschaft am Abgrund".

Ich hoffe, diese Vorschläge sagen Ihnen zu und verbleibe mit freundlichen Grüßen und einer gerunzelten Stirn,

Ihr Mark Sebastian Wolf


Guten Tag,
nachdem ich ja chrismon als Zeitschrift mag , las ich heute auch im internet auf ihren Seiten. Nun war ich entsetzt , dass ausgerechnet Kai Diekmann bei ihnen salbadern darf. Genügen 3,4 Millionen BILD nicht ?!
Eine soo verlogene unethische Gazette wird dann noch behudelt mit Lob a la

>"Bild" ist der Dolmetscher der Politik, der Verbände, von Ausschüssen und Verwaltungsjuristen. All die "portablen Altersrückstellungen", "Konvergenzklauseln" und "morbiditätsorientierten Strukturausgleiche" übersetzt "Bild"  so ins geliebte Deutsch, wie es Luther empfahl: verständlich, emotional, bilderreich, schöpferisch.
.. nun gut, schöpferisch beim Umgang mit der Wahrheit. Einige gute Beispiele findet jeder z.B. im bildblog <http://www.bildblog.de/>

Ich bitte sie : lassen sie nicht Kai Diekmann als Bock gärtnern.

Freundliche Grüße aus Dresden,

Henny von Ohm

 

Gruselts ihm auch, wenn er sein Druckerzeugnis sieht?
Mal abgesehen von tendenziöser Berichterstattung, den vielen verlorenen Prozessen wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten (wie heißt es doch so schön: Die Würde des Menschen ist unantastbar .) nicht nur von so genannten "Promis", dem Wühlen im menschlichen Elend - per Text und Bild, den fast unzählbaren Rügen des Presserates (aus vielen Gründen), ist sein Druckerzeugnis auch absoluter Spitzenreiter im deutschen Sprachraum, wenn es um explizite Falschmeldungen und um nicht oder schlecht recherchierte Fakten geht (BildBlog hat sich hier große Verdienste erworben). NB.: Erwirtschaftet dieses Druckerzeugnis nicht auch einen Teil seines Gewinns durch Anzeigen, die chrismon (empört) ablehnen würde?
Was Diekmann für mich besonders ekelhaft macht, ist die Tatsache, dass er hervorragend schreiben kann, siehe den aktuellen Doppelpunkt, im harten Berufsleben aber sich für nichts zu schade ist.

Ich weigere mich in diesem Kontext das Wort "Zeitung" zu verwenden, deshalb die Häufung der Bezeichnung "Druckerzeugnis".

Hans J. Gotta, Halstenbek



Sehr geehrte Damen und Herren,
daß ausgerechnet Kai Diekmann in ausgerechnet chrismon über die deutsche Sprache und vor allem Werte publizieren darf, halte ich für ungeheuerlich.
Wer stellt jeden Tag einer sensationslüsternen Leserschaft eine unbekleidete Dame auf dem Titelblatt zur Schau? Wer läßt weiter hinten seitenweise Telefonsex-Hotlines, Bordelle und freischaffende Prostituierte inserieren? Und wer ist daür verantwortlich, daß die schöne Möglichkeit der deutschen Sprache, Kettenwörter zu bilden, durch schlicht und einfach falsche Bindestrichsetzung bis zum Exzeß zersetzt wird ? Und wer besitzt dazu die Frechheit, "den 68ern" genau diesen Verlust von Anstand und Moral, den er selbst täglich praktiziert, anzulasten? Dazu gehört schon mehr als Chuzpe.
Ich empfehle der gesamten chrismon-Redaktion die Lektüre von www.bildblog.de. Dort findet sich übrigens ein sehr gut zu lesendes "BILD"-Wörterbuch, aus dem leicht zu ersehen ist, daß chrismon hier den Bock zum Gärtner gemacht hat.
Martin Luther hätte über den Sittenverderber Diekmann, dem ein Berliner Gericht bekanntlich amtlich bescheinigt hat, er ziehe aus der "bewußten Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer wirtschaftlichen Vorteil", ein schnelles Urteil gesprochen.

Ich hoffe, daß auch chrismon einmal selbstbewußter für christliche Werte eintritt und dementsprechend in der Zukunft Leuten vom Schlage des BILD-Chefredakteurs kein Forum mehr bietet und sich so mit ihnen gemein macht.
Hochachtungsvoll

Ingo Rose, E-Mail

 

---------- Montag, 9. Juli 2007 -----------

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

an sich freue ich mich jedesmal, wenn mir chrismon aus meiner Zeitung entgegenfällt. Daß aber in der aktuellen Ausgabe Kai Diekmann Gelegenheit erhält, sich und sein Lügenblatt Bild in aller Breite selbst zu beweihräuchern, ist nicht diskutabel. (Wie Sie wissen werden, ist es gerichtlich legitimiert, Bild als Lügenblatt oder Zentralorgan des Rufmordes zu bezeichnen, da dies den Tatsachen entspricht.) Wieso bieten Sie diesem Mann ein Forum, sich in der ekelhaftesten Weise über die GEW, über primitive "Urwaldvölker", über Verfechter der Chancengleichheit und über das Bildungsniveau seiner eigenen Leserschaft zu erregen? Zu bedauern ist auch, daß Sie bei der bewußt positiven Vorstellung Diekmanns Ihren Lesern vorenthalten, daß er als Chefredakteur der Bild sein Geld damit verdient, "bewußt seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer" zu suchen, wie das Berliner Landgericht bei Diekmanns Penis-Prozeß treffend feststellte.

Ich erwarte, daß in der nächsten Ausgabe zur Korrektur dieses Mißgriffs nicht etwa nur einige Leserbriefe abgedruckt werden, sondern eine Stellungnahme in gleicher Länge aus der Feder eines Bild-Kritikers!
Mit freundlichen Grüßen

 

Susanne Froehlich, Freiburg

 

Hallo,

zu Beginn des Artikels waren durchaus Aussagen, die ich teilen kann, aber im weiteren Verlauf wurde ich fast ärgerlich. Hier kam der wahre Diekmann zum Vorschein. Die geifernde Art, in der die Generation, für die angeblich "die Chancengleichheit in erster Linie darin bestand, schulische Anforderungen zu senken" polemisch für alles Übel in unserer Gesellschaft verantwortlich gemacht wird, ist unerträglich.
Sie hätten als Überschrift "Achtung: Standpunkt des Bild-Chefs" schreiben sollen.

Viele Grüße

Raimund Fischbach, E-Mail

 

Liebe Chrismon-Redaktion!

Mir großer Überraschung habe ich den Kommentar des Sprachschützers und Qualitätsjournalisten Kai Diekmann gelesen.
Es muß schrecklich sein für Menschen wie Diekmann, wenn eine seriöse Tageszeitung wie die BILD, die "dem Volk aufs Maul schauen" muss, ohne eigenes Zutun vom sprachlichen und moralischen Abwärtstrend nach unten gezogen wird. Seine Angst vor dem Morast, der sich nicht mehr weiter ausschöpfen lässt, ist verständlich. Er schreibt: "Selbst einfache Kommentare oder Meldungen werden oftmals in einer Weise missverstanden, die auch uns vor grundsätzliche Darstellungsfragen stellt."  Kein Wunder. Wenn Lehrer ihre Schüler nicht mehr zur regelmäßigen BILD-Lektüre anhalten, ist

Es ist toll, daß die Chrismon-Redaktion hier ein klares Zeichen setzt.
Ich finde, BILD sollte chrismon zum "Gewinner der Woche" ernennen.

MfG

M. Senso, E-Mail

 

Die Bildzeitung der Nachfolger Luthers. Das macht riesig Angst. Wo soll das noch hinführen. Herr Kai Diekmann strotzt vor Überheblichkeit. Er ist Chefredakteur einer Zeitung die unter dem Deckmantel der Seriosität, Unwahrheiten, Lügen, Hass, Sex usw. verbreitet . Die Zeitung kann hochloben und auch töten. Sie ist das Verbreitungsblatt des Teufels, wenn es einen gibt. Leider lesen noch viel zu viele Menschen dieses Blatt. Es besteht eigentlich nur aus Werbung, Überschriften, erfundenen Schlagworten, Berichten unter der Gürtellinie, Erpressung. Ich könnte diese Liste munter weiterführen. Leider fallen auch andere Medien auf diese Art von Berichterstattung rein und verbreiten das mit dem Hinweis "Quelle Bildzeitung" weiter. Herr Diekmann versucht und schafft es sogar das unsere Politiker morgens diese Zeitung lesen, ob sie abgewählt werden oder ob sie etwas gesagt haben was sie nicht gesagt haben. Ich behaupte sogar das diese Bild- Zeitung ein Zeitung der Armen ist. Genau diese Armen, die dann von sich dort lesen müssen, dass sie faul seien, zuviel Geld vom Staat bekämen, auf Mallorca ein schönes Leben führen. Ich muß das nicht weiter ausführen.
Den jeder kennt diese Art von Berichterstattung, aber behauptet stur das er diese Zeitung überhaupt nicht liest. Und im gleichen Atemzug ist er froh, das er dort nicht drinsteht. Das grenzt an Perversion und Sadismus. Also wie schon gesagt, "Werke de Teufels". Ich bleibe dabei, dieses Mitteilungsblatt der Regierung müsste eigentlich verboten werden. Und die Meinungen von Herrn Diekmann auch.

Uwe Schulz Schwaigwall, Geretsried

 

Sehr geehte Damen und Herren,
"Wir schauen dem Volk aufs Maul", der einzige wahre Satz aus der Feder des Herrn Diekmann. Alles andere tendenzielle Verdrehung von Ursache und Wirkung. Luther wollte, daß Menschen die befreiende Botschaft des Evangeliums verstehen und auch mit dem Herzen aufnehmen. Bild redet dem Volk nach dem Mund, indem sie ihr "Volk" mit Veujorismus, Schadenfreude, öffentlichem an den Pranger Stellen, bewußten Lügen und anderen niederen Wünschen bedient, um daran sich ohne Rücksicht auf Einzelschicksale eine goldene Nase zu verdienen, siehe G. Wallraff , Der Mann, der bei Bild Hans Esser war.
Wie kann Chrismon einem Repräsentanten eines Machwerkes wie der Bild solch ein Forum bieten? Wollten sie Diekmann vielleicht entlarven? Oder sind sie einer vermuteten Aktualität willen auf seine Strategie der Zerschlagung der deutschen Sprache aufgesessen?
MfG,

G. Kramer, Staufenberg OT Speele


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Tapfere Eltern

Anfänge: Vater eines Schreibabys zu sein, ist hart genug. Mindestens so nervig fand Michael Schäuffele die Besserwisser um sich herum. chrismon Nr. 06/2007

Ob Schreibaby, ob Frühgeburt, ob Krankheit - es gibt Babys, die anders sind. Ich bin Herrn Schäuffele dankbar dafür, dass er offen über "Sumo-Ringer-Babys", soziale Isolation und vermeintlich gute Ratschläge redet. Auch wir haben all das kennengelernt, nachdem unser Kind zu früh zur Welt gekommen war. Es war hart, aber hat sich gelohnt. Dieses Basteln an einem Happy End macht mich sehr stolz auf meine Familie. Es ist schön zu sehen, dass auch andere Eltern tapfer auf ihrem "anderen" Weg sind!

Verena Tilman, Berlin

 

Vertauschte Bilder

Moderner Kirchbau: der Darmstädter Architekt Hans Waechter im Interview. chrismon Nr. 06/2007
Bei den Fotos, die das Interview flankieren, ist ja was durcheinandergekommen. Das Foto Nr. 13 zeigt die Versöhnungskirche, nicht das (kubistische, weiße) Pfarrzentrum in Regensburg. Bei Bild Nr. 1 ist es umgekehrt.

Volker Schewitz, Berlin

Anmerkung der Redaktion:
Sie haben völlig recht. Wir bitten die Leserinnen und Leser um Entschuldigung.

 

Jungärzte in Sippenhaft

Kreuz und quer: Erledigt. Frau Otts endgültige Ablage. Diesmal: auswandern. chrismon Nr. 06/2007
Wenn man zu den von Ihnen nonchalant in Sippenhaft genommenen "Jungärzten" gehört und als Gegenleistung für 70-Stunden-Wochen das Gehalt eines Busfahrers erhält, kann ein Fernsehbericht über Menschen, die sich ins Abenteuer Auswanderung stürzen, sehr inspirierend sein. Jene, die über den Abschied von der Heimat nachdenken und sich die Entscheidung, Familie und Freunde zurückzulassen, sicher alles andere als leicht machen, nehmen Ihre Polemik nur als weiteres Symptom einer wohl unheilbaren "deutschen Krankheit" wahr.

Dominik Wolff, Assistenzarzt,
Frankfurt am Main

 

 

Ross und Reiter

Auf ein Wort: Friedensarbeit. Politische Konflikte und ihre religiösen Wurzeln: Stimmt unsere Wahrnehmung überhaupt? chrismon Nr. 06/2007
Ich habe den Text verschlungen. Aber Bischöfin Margot Käßmann umschifft eine Klippe: den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush. Manch einer sieht in ihm den mächtigsten Menschen der Welt, er selbst bezeichnet sich als Christ. Wäre es nicht an der Zeit, im Sinne einer religiösen Friedensarbeit eindeutig Ross und Reiter zu nennen? Wie lange wollen wir noch zusehen, wie Menschen im Irakkrieg oder durch die Todesstrafe qualvoll sterben? Wir selbst leben die Feindesliebe fast täglich, warum verlangen wir das nicht von dem Mann, der damit so viele wunderbare Dinge für die Menschheit tun könnte?

Michel Korb (E-Mail)

 

 


Pragmatiker und Idealisten

Begegnung: Soll sich die Kirche vermarkten? Der Werber und der Theologe über schöne Bilder, religiöse Keuschheit und Empörung chrismon Nr. 06/2007
Das Streitgespräch endet mit einem klaren Punktsieg für den Theologen Fulbert Steffensky. Marcel Loko bedient sich einer Schutz-behauptung: Er argumentiert, dass sich kein Produkt nur durch Werbung verkaufe. Die Realität ist eine andere. Man denke nur an einen großen Zuckerbrausehersteller. Beide Seiten sollten weiter miteinander reden, aber akzeptieren, dass es einen wesentlichen Unterschied zwischen ihnen gibt: Werber sind Pragmatiker, Gläubige Idealisten!

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

 

Der Unterschied erscheint klein, ist mir aber doch wichtig: Die Hauptkirche St. Petri in Hamburg vermietet nicht ihre Kirchenwände als Werbefläche, wie es eingangs der Begegnung heißt, sondern nutzt das Baugerüst, das die gesamte Kirche umgibt, in doppelter Weise: Innen werden Mauern, Fenster und das Dach saniert, draußen wird mit Werbung ein Großteil der Finanzierung eingeworben. Insgesamt geht es dabei etwa um eine Million Euro. Ich habe die Sache initiiert, wir hätten sonst die Kirche wegen Einsturzgefahr schließen müssen. Doch ich bin froh, wenn das Gerüst samt Werbung zum Jahreswechsel verschwindet. Die Menschen danken es uns auch nicht: Seit das Gerüst steht, kommen täglich nur noch 1000 Leute in die Kirche, das sind 25 Prozent weniger. Die Fundamentalkritiker frage ich gern: Was meinte Jesus mit dem Satz "Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon" (Lukas 16,9)?

Christoph Störmer,
Hauptpastor an St. Petri, Hamburg

 


 

Als ich den Bericht über die Rentnerin (Anfänge, chrismon Nr. 05/2007) las, war ich erschüttert. 1945 lebte ich als Kriegswaise in einem Heim. Damals war Deutschland durch eigenes Verschulden arm und die Menschen hungerten. So freuten wir Jugendlichen uns, wenn es manchmal zusätzliche Lebensmittel vom schwedischen Roten Kreuz, von der sowjetischen Kommandantur oder anderen gab. Doch heute: Deutschland ist eines der reichsten Länder der Erde. Es ist ein Verdienst der Kirchen und anderer Institutionen, dass sie sich um diejenigen kümmern, denen die Mittel zum täglichen Leben fehlen. Doch zeigen meine Erfahrungen in einer Einrichtung hier am Ort, dass sich nicht immer diejenigen dort helfen lassen, die es am nötigsten haben. Mein Enkel ließ sich lieber bei uns - wir sind Ostrentner - etwas geben, als dorthin zu gehen, weil er sich vor seinen Kumpels schäme. Jetzt hat er endlich Arbeit im Niedriglohnsektor gefunden. Er ist glücklich, weil er etwas von seiner Würde zurückgewonnen hat.

Gerhard Rosenberg, Berlin


 

In Ihrem sehr interessanten Artikel über die Siebenbürger Sachsen ist zu lesen: "Etwa zur Hälfte blieben sie in Deutschland und Österreich. Andere waren in der sowjetischen Zone hängen geblieben, in Böhmen, Ostdeutschland oder ..." Ich bin in der DDR geblieben, nicht zuletzt um diese Gegend, die einmal das Zentrum des Heiligen Römischen Reiches und später Kernland der Reformation war, nicht ganz den Russen und Kommunisten zu überlassen. Da ist die Gedankenlosigkeit, mit der meine Heimat aus Deutschland ausgeschlossen wird, schon kränkend. Bitte verstehen Sie mich recht, ich bin weder Ostalgiker noch rechtsradikal.

Dr. Hans Cobet (E-Mail)

 

Vielen Dank für Ihren schönen Bericht über Weilau. Wir freuen uns, dass die Dinge dort - wie an vielen Orten in Rumänien - vorwärtsgehen. Vielleicht ist für Sie in diesem Zusammenhang noch die folgende Information von Interesse: Der Schulbus, mit dem die Weilauer Kinder die weiterführenden Schulen in Sächsisch Regen besuchen können, ist seinerzeit in Kooperation mit sächsischen Helfern von der badischen Kirchengemeinde Heddesheim beschafft und in einem seinerzeit wahrhaft abenteuerlichen Transfer nach Weilau gebracht worden. Der Bus wird bis auf diesen Tag aus Heddesheimer Kollekten unterstützt. Adriana war die erste Weilauer Schülerin, die unter Nutzung des Schulbusses ihre Reifeprüfung abgelegt hat. Mit der Initiative "Bildungswerk Weilau" konnte dank großzügiger Unterstützung durch die Rotary-Hilfe Lobdengau-Schriesheim ein nachhaltiges Folgeprojekt entwickelt werden, um den Weilauer Kindern nach dem Abitur ein Studium zu ermöglichen. Adrianas Stipendium (und derzeit ein weiteres) wird daraus finanziert.

Dr. Konrad Fischer, Bretten

 

 Doppelpunkt, 4/2005

Sehr geehrter Herr Scheck,
Ihre Polemik über unseren Sachbuchbestseller ,Schlank im Schlaf' hat mich als ärztlichen Autor durchaus amüsiert . weil Sie das Niveau einiger von Ihnen angeprangerter Ratgeber deutlich unterschreitet.
Zwar kenne ich Ihre akademische Laufbahn nicht, vermute Sie aber in den Geisteswissenschaften, die sich der naturwissenschaftlichen Pflicht auf Nachweis- und Messbarkeit nicht unbedingt unterwerfen müssen. Als "einer der originellsten deutschen Literaturkritiker" genügt Ihnen offensichtlich der Titel allein, um die Vorurteilsschublade fix zu öffnen und bar jeglicher Sach- und Fachkenntnis gegen die Leser zu polemisieren: naiv, mit Kinderglauben an den Gott Hypnos, der die Pfunde nur so wegschmelzen lässt. Schlank im Schlaf sei ein schöner Beleg dafür, "dass zur Zeit keine Heilsbotschaft zu absurd, keine Glücksformel zu verstiegen, kein Erlösungsversprechen zu verlogen sein kann, um nicht massenhaft Käufer anzulocken, zu klaglosem Konsum." Anstatt den Lesern genügend Verstand zuzutrauen, einen als provokant beabsichtigten Titel richtig einzuschätzen und den wissenschaftlich fundierten Inhalt hinter diesem Titel zu verstehen.
Ein schönes Beispiel für die Hybris eines sich omnipotent dünkenden Kritikers, der in allen (!) Sachbuchthemen ,Schlankheit, Schönheit, Nichtrauchen, Geld, Gott, Alter, Tod, Männer, Frauen, Russland und die USA' bestens bewandert ist. Es beweist, dass Sie sich mit dem medizinisch-wissenschaftlichen Inhalt unseres Buches auf keinen Fall beschäftigt haben oder es Ihnen im Gegensatz zu ca. 200.000 Lesern derart an jedem Sachverstand mangelt über biologische Zyklen, Energiehaushalt des Menschen, cirkadiane Rhythmik und Hormonfunktionen. In unserem Fall wäre eine gewisse Selbstdisziplin vorteilhaft, nicht über Dinge zu polemisieren die Sie nicht verstanden haben - auch wenn Sie in schöner Offenheit gestehen, dass Sie dafür "vom Radio und Fernsehen sehr viel Geld bekommen."
Es mag für Sie unerheblich erscheinen, dass ich nach ordentlichem Medizinstudium, Promotion, Facharztausbildung, 20jähriger Tätigkeit als Internist, Mitgliedschaft in anerkannten Fachgesellschaften, ständige Literatur- und Kongressfortbildung auf internationalem Niveau schließlich diesen Ratgeber mit meinen Mitautoren geschrieben habe, es soll aber andeuten, dass ich eine ernsthafte Außendarstellung auf angemessenerem Niveau erwarten darf . auch Sie werden mit steigenden Kassenbeiträgen die Kosten der Übergewichts- und Adipositas-Epidemie bezahlen müssen.
Zur vertiefenden Lektüre lege ich gerne den Vorläuferratgeber aus dem Deutschen Ärzteverlag bei, der trotz des auch etwas saloppen Titels "satt, schlank, gesund" erstaunlicherweise ca. 100.000 bestellt wurde, oft sogar von Akademikern.
Bis zu einer flotten, mutigen Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Detlef Pape, Facharzt für Innere Medizin, Essen

 

Sehr geehrter Herr Scheck,
 
Ihren flotten Schreibstil in allen Ehren . Aber offensichtlich haben Sie das Buch "Schlank im Schlaf" nicht wirklich gelesen oder nicht verstanden. Es beruht auf einer Trennkost, die davon ausgeht, dass bestimmte Nahrungsmittel, am Abend gegessen, während des Schlafens eine fettverbrennende Wirkung haben. Oder sollte meine langjährig erfahrene Hausärztin, die mir dieses Buch empfahl, verwirrt sein...? Auch für Glossen, Satire, Polemik etc. ist eine gewisse Sachkenntnis nicht unbedingt schädlich.

Freundliche Grüße,  Gabriele Hornscheidt, E-Mail

 

 

Anfänge, chrismon 4/2007
Auch ich habe noch nach den Erziehungsjahren meiner beiden Töchter im Alter von 50 Jahren an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München mein Studium begonnen und bin wohl eine der ältesten StudentInnen,  außergewöhnlich sind Studierende dieser Altersklasse aber nicht mehr.
Die Möglichkeit des Studiums in fortgeschritteren Jahren bedeutet, zumindest für mich, keine Selbstverständlichkeit, sie ist gewaltiger Fortschritt in unserer Gesellschaft, wie auch deutlich in ihrem Artikel aufgezeigt wird. Der Schritt in das späte Studium stellt beileibe keinen "Spaziergang" dar, aber er ist eine persönliche und zugleich gesellschaftliche Bereicherung und zeigt eine der vielfältigen Möglichkeiten der (Aus)Bildung in Deutschland auf. Gäbe es noch mehr Angebote eines berufsbegleitenden Studiums, würden aller Wahrscheinlichkeit nach noch mehr Frauen nach den Erziehungs- und Hausfrauenjahren studieren.

Inge Endreß-Köllner, E-mail

 


 

Durch Zufall (Beilage in einer Probenummer der "ZEIT") habe ich Ihr Magazin gelesen - und war (obwohl ein eher unreligiöser Mensch, noch dazu katholisch getauft) ausgesprochen positiv überrascht und beeindruckt - vor allem von dem positiven Bericht über den Sudan, besonders aber auch vom Beitrag des Arnd Brummer, u.a. über die gute Wirkung des Weins.
Eine Frage noch: gibt es Ihr Magazin nur als Beilage oder könnte man es auch ganz normal abonnieren?
Wie auch immer - machen Sie weiter so, schöne Grüße aus Südbaden (auch eine Gegend mit sehr gutem Wein),

Elisabeth Battke, Staufen

Sehr geehrte Frau Battke,
selbstverständlich können Sie chrismon auch abonnieren. Chrismon plus erscheint monatlich mit einem deutlich größeren Umfang als die Beilage, nämlich mit 84 Seiten. Die zwölf Ausgaben eines Jahres kosten im Abonnement 36 #. Sie können sich natürlich auch erst einmal ein kostenloses Probeabo zusenden lassen. Hier auf der 
Abonnement-Seite finden Sie alle Information zu einem Abo.

 

Liebe chrismon-Redaktion,
erleichtert sehe ich, dass das Foto der stillenden Sudanesin in der Internet-Fassung des Artikels ohne die Bildunterschrift aus dem Heft ("Versorgt, aber abhängig:") auskommt.
 Eine Stillbeziehung stellt doch keine Abhängigkeit im negativen Sinne dar! Sie rufen durch diese Schlagworte Assoziationen hervor, die sehr gut zur negativen Einstellung hierzulande gegenüber dem Stillen älterer Kinder (wie das auf dem Foto gezeigte) passt. Dabei empfiehlt die WHO gerade in den Entwicklungsländern, möglichst lange zu stillen, um eine Unabhängigkeit von künstlicher, aus Industrieländern importierter, Säuglingsnahrung zu erreichen. Abhängigkeit würde also viel eher durch das Foto einer Afrikanerin illustriert, die ihr Kind gerade mit Flaschennahrung füttert. So wie es im Heft dargestellt wird, bekommen Foto und Text einen stillfeindlichen Inhalt, der wahrscheinlich nicht einmal beabsichtigt war.
 
Mit stillfreundlichen Grüßen

Alexandra Fuxen, AFS-Stillberaterin

 

guten tag,
 
ihre rubrik "begegnung" lese ich sehr gerne, insbesondere weil es hier meist zum austausch von gegensätzlichen meinungen und anschauungen kommt. mal vom inhalt des "streitgesprächs" in ihrer letzten ausgabe abgesehen,empfinde ich den gebrauch von englischen ausdrücken von frau sandrock als ärgerlich. mitarbeiter werden "empowert", "diversity" ist sehr wichtig, von jährlichen "targets" ist die rede, frauen sollen "promotet"  und "charts" vorbereitet werden. 
ist unsere deutsche sprache so arm, daß ziele mittlerweile als "targets" daherkommen müssen, oder möchte der benutzer englischer begriffe durch deren gebrauch auf seine auserwähltheit verweisen? es soll auch noch deutsche geben, die englisch nicht als zweitsprache beherrschen. "elite" zeichnet sich durch den gebrauch von für die mehrheit verständlichen begriffen aus.
 
mit freundlichen grüßen

gerald fasching, e-mail

 

Zum Beitrag Sudan: Unter anderem deutsche Konzerne wollen die Rohstoffe Südsudans ausbeuten. Entsprechend der Militärdoktrin (u.a. freier Zugang zu Rohstoffen) sichert die Bundeswehr dies ab.

Uwe Schnabel, 01640 Coswig


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Quelle: chrismon.de
URL: http://www.chrismon.de/leserbriefe.php
[Stand: Donnerstag, 11. März 2010 17:19 Uhr]

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