Serie: Zehn Gebote

Buchtipps zu den Zehn Geboten



Matthias Kröckert: "Die Zehn Gebote" (Beck Verlag, 2007)

Der Alttestamentler aus Berlin gibt eine profunde Einführung in die 10 Gebote. Von ihrer historischen Enststehung bis zu ihrer Fernwirkung in der jüngsten Zeitgeschichte. Wer wusste schon dass Walter Ullbricht 1958 die "Zehn Gebote der sozialistischen Moral" erlassen hat? Die ersten Kapitel leicht verständlich für Laien, danach wird's sehr theologisch

 

Fernando Savater, "Die Zehn Gebote im 21. Jahrhundert" (Wagenbach Verlag 2006)

Der spanische Philosoph und erklärte Atheist tritt in einen fiktiven Dialog mit Gott. Und streitet sich  - zu jedem einzelnen Gebot - so engagiert und kreativ, dass man das Buch als leichte Unterhaltungslektüre in einem Rutsch durch lesen kann.

 

Friedrich Wilhelm Graf, "Moses Vermächtnis. Über göttliche und menschliche Gesetze" (Beck Verlag, 2006)

Wie sind sie entstanden, wo wirken sie in der heutigen politischen Debatte und multikulturellen Gesellschaft weiter? Ein engagierter, teils polemischer Essay des Theologen und Historikers mit prächtigen Illustrationen. Schön zum Verschenken.

 

Jürgen Fliege: "Die Ordnung des Lebens. Die zehn Gebote" (Kösel Verlag 2005)

Persönliche Würdigung und Abrechnung mit dem Dekalog. Der populäre Fernsehpfarrer gesteht "Ich habe gegen alle zehn Gebote verstoßen". Und schlägt glatt vor, die Reihenfolge auf den Kopf zu stellen: Mit dem zehnten anfangen und sich das erste, anspruchsvollste fürs Alter aufheben. Gut für Leser, die mehr an Fliege als an Moses interessiert sind

 

Eugen Drewermann "Die Zehn Gebote. Zwischen Weisung und Weisheit" (Patmos Verlag)

Ein Interview mit dem suspendierten katholischen Theologen. Politisch engagiert, tiefenpsychologisch fundiert, aber an vielen Stellen ziemlich langatmig und offenbar unredigiert.

 

Bernhard G. Suttner, "Die 10 Gebote. Eine Ethik für den Alltag im 21. Jahrhundert" (mankau verlag 2007)

Politisch engagiertes Plädoyer, die zehn Gebote für ein Engagement gegen Klimakollaps und globale Ungerechtigkeit zu nutzen.

 

Theodor Seifert und Ang Lee Seifert, ,"Vater und Mutter ehren. Der Weg zu Autonomie und Lebensglück" (Kösel Verlag)

Zwei Psychotherapeuten erläutern sehr menschlich und anschaulich, warum es sich lohnt, sich mit den Eltern auszusöhnen. Und wie unser ethisches Gewissen von den zehn Geboten, dem "Grundmuster des Lebens" geprägt ist.

 

Peter Sloterdijk, "Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen" (Verlag der Weltreligionen, 2007)

Was ist Glaube? Warum brauchen die Menschen Religion? Was hat das erste Gebot mit dem Kampf der Weltreligionen zu tun? Ein philosophischer Essay auf hohem akademischem Niveau

 

Jean-Pierre Wils, "Gotteslästerung" (Verlag der Weltreligionen, 2008)

Der Kulturtheoretiker lehrt an der holländischen Universität von Nijmegen - und ist entsprechend geprägt vom Attentat auf Theo van Gogh. Wils glaubt nicht mehr, dass Gotteslästerung ein Phänomen von gestern ist, als man an einen anthropomorphen Gott glaubte. Im Gegenteil: Nicht nur der Islam, sondern auch die christlichen Kirchen zeigten einen "zunehmende Kränkungsbereitschaft", fürchtet Wils: "Gotteslästerung ist ein globalisierungsfähiges Phänomen".

 

Ehrhard S. Gerstenberger, Theologien im Alten Testament (Kohlhammer Verlag, 2001)

Der Autor, Alttestamentler an der Universität Marburg, veröffentlicht wichtige Teile seiner Vorlesungsmanuskripte, die er stark verdichtet und didaktisch geschickt aufgeschlüsselt hat. Gerade der Einblick in die Lebenswelten des Alten Testaments lässt die Bedeutung der Gesetzesschriften, auch des Dekalogs, erkennen. Nach einem Abriss über die Sozialgeschichte Israels, über Familie und Sippe, Gott und Göttin in dörflicher Wohngemeinschaft und im Stammesverband behandelt der Autor unter anderem die Rechtstheologien in Israel. Ein detailreiches Buch eines kenntnisreichen Autors.

 

Heinrich Albertz (Herausgeber), Die zehn Gebote. Eine Reihe mit Gedanken und Texten. (Radius Verlag, 1986, nur noch antiquarisch erhältlich).

Diese zehnbändige Reihe von Taschenbüchern verbindet in jedem einzelnen Band theologische Aufsätze und literarische Texte zu den Zehn Geboten. Unter den Autoren: Dorothee Sölle, Helmut Gollwitzer, Kurt Marti, Max Frisch, Gustav Heinemann. Die einzelnen Beiträge sind kompakte und kenntnisreich geschrieben. Der Blick der Autorinnen und Autoren ruht auf ebenso auf historischen, theologischen und politischen Aspekten. Eine bis heute lesenswerte Reihe, herausgegeben von dem ehemaligen Berliner Regierenden Bürgermeister und evangelischen Pfarrer Heinrich Albertz (Jahrgang 1915).

 

Pöhlmann, Horst Georg (Hg.): Unser Glaube. Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche. (Gütersloher Taschenbuch Nr. 1289, 7. Auflage 2004)

Vielfach veröffentlicht, beim Thema Zehn Gebote unbedingt lesenswert, sind der Kleine und der Große Katechismus von Martin Luther. Beide enthalten ein Kapitel über die Zehn Gebote. Die Erklärungen des Reformators sind zwar in einer alten Sprache gefasst und sie spiegeln den Geist und die Theologie ihrer Zeit, doch sie zählen zu ältesten und geschichtsträchtigen Theologischen Büchern der evangelischen Kirche.

 

 

Buchtipp für Kinder

Max Bolliger, "Das Ravensburger Buch der Biblischen Geschichten" (Ravensburger Verlag, 2007)

Grundwissen für Klein und Groß: Die zehn Gebote und wie sie entstanden sind. Einfach und spannend erzählt, lässt sich als Gutenacht-Geschichte vorlesen


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Quelle: chrismon.de
URL: http://www.chrismon.de/2770.php
[Stand: Dienstag, 31. August 2010 14:08 Uhr]

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