August 2007
Anglizismen, Amtssprache oder Abkürzungsfimmel
Sprache ist immer im Wandel. Ist sie dabei auch bedroht? 57 Prozent meinen: Ja, und zwar durch die Ausdrucksweise vieler Zuwanderer, die auch unter Deutschen Mode ist. Beispiel: "Was guckst du? Bin ich Kino?", heißt so viel wie "Starr mich nicht so an, provozier mich nicht!" Bei jüngeren Befragten kommt das am wenigsten an - zwei von dreien lehnen diese Art zu reden ab. "Downloaden" und "Kiddies": über 40 Prozent stoßen sich an solchem Denglisch. Die Sprachspuren der Gleichberechtigung gelten dagegen eher als unbedenklich. Nur 16 Prozent der Männer stören sich am obligatorischen "-innen" - und 22 Prozent der Frauen.
Quelle: EMNID-Institut im Auftrag von chrismon.
Murat Topal, 32, Kabarettist und Polizist
Es gibt kaum jemanden, der Jugendlichen vermitteln kann, dass es wichtig ist, sich gehaltvoll ausdrücken zu können. Von "Zuwanderersprache" würde ich aber nicht sprechen. Sätze wie "Sind die Opfers gekommen und wollten die anderen messern" hört man insbesondere auch vom Florian und der Nadine.
Professor Walter Krämer, 58, Verein Deutsche Sprache
Der größte Feind der Sprache ist die mangelnde Liebe vieler ihrer Sprecher. Viele Deutsche versuchen, wo immer es geht und auch da, wo es gar nicht nötig wäre, die deutsche Sprache nicht zu sprechen. Diese peinliche Illoyalität ist der eigentliche Grund für die zu Recht beklagte moderne Sprachhunzerei.
Ute Erdsiek-Rave, 60, Bildungspolitikerin
Versicherungsbeiträge werden angepasst statt erhöht, Menschen zu Humankapital: In der Politik besteht die Gefahr, sich in Floskeln zu flüchten - auch aus Schutz vor Kritik. Als Bildungsministerin in Schleswig-Holstein versuche ich, im Kampf gegen sprachliche Verhüllungen die Oberhand zu behalten.
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Kolumne
Philipp Melanchthon
Und eine gut lesbare biografische Skizze zu "Philipp Melanchthon, Weggefährte Luthers und Lehrer Deutschlands".
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